Kommentar
10:30 Uhr, 08.06.2026

Der Dauerschock als Normalfall: Der IWF hält die Welt für schlecht gerüstet

Kristalina Georgieva erklärt die Krise zum Betriebszustand. Die fiskalischen Puffer sind aufgezehrt, die Spielräume eng. Und bei der künstlichen Intelligenz droht der gleiche Fehler, den die Politik schon bei der Globalisierung beging.

Die IWF-Chefin veröffentlicht keine Konjunkturprognose, sondern eine Zustandsbeschreibung. Die Welt werde nicht zu einem Punkt zurückkehren, an dem die Schocks verschwunden seien, sagt Kristalina Georgieva einem Bloomberg-Podcast. Ihre eigentliche Sorge gilt der Verdrängung dieser Tatsache. Regierungen und Märkte behandelten Pandemie, Krieg, Zollkonflikt und Energiekrise weiterhin als eine Abfolge von unglücklichen Ausnahmen, die sich aussitzen lasse. Genau das hält Georgieva für den gefährlichen Denkfehler. Der Schock ist nicht mehr die Störung des Normalzustands, er ist der Normalzustand.

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