Kommentar
18:00 Uhr, 28.03.2008

DAX - Lust auf mehr - Eine "Bärenmarktrallye" ?

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  • DAX
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    Aktueller Kursstand:   (XETRA)

Eine verkürzte aber dennoch gelungene Börsenwoche neigt sich da gerade dem Ende zu. Gelungen, weil nach den in der Vorwoche markierten Tiefs in dieser Periode weitere auf eine Entspannung der Lage deutende Zeichen gesetzt werden konnten – und dies nicht nur beim Index, sondern auch zahlreichen Einzeltiteln.

Zu nennen sind in diesem Zusammenhang die geglückte Rückkehr über die Zone von 6400-6440 Punkten, aber auch der in den Wochencandlesticks geformte ‚Morning Star’, der als qualitatives Entspannungs- bzw. Kaufsignal gilt. Nach aller Erfahrung kommt es äußerst selten vor, dass ein solches Signal verpufft und zumindest in absehbarer Zukunft weitere (Anschluss-) Avancen ausbleiben.

Verstärkt wird dies durch ein nach unserer Beobachtung von hoher Skepsis geprägtes Sentiment der Marktteilnehmer, bedingt durch die Erfahrungen der letzten Wochen. Klar ist aber, dass bei unserem kurzfristig von Entspannung ausgehenden Marktszenario Stichworte wie ‚Erholung’ oder ‚Bear Markt Rally’ unverzichtbar bleiben.

PROGNOSE Auch heute bleibt der zumindest ganz kurzfristige Blick weiter aufwärts gerichtet, das Erholungsziel von 6700 bis 6740 Punkten im vorläufigen Mittelpunkt des Geschehens. Moderat angehoben werden kann das akt. Konsolidierungspotential auf zukünftig 6315 Punkte (zuvor 6270).

Das Marktrisiko verharrt hingegen bei zunächst 6167 Punkten!

Die vor uns liegende Börsenwoche lässt weitere moderate Zuwächse erwarten!

Autor: Wieland Staud - Charttechnischer Analyst.

Das DailyMarketFAX ist der tägliche Börsenbrief von Wieland Staud. Seit 10 Jahren stellt das Team um Wieland Staud jederzeit eine topaktuelle Einschätzung der jüngsten Entwicklungen an den Finanzmärkten zur Verfügung. Das neue DailyMarketFAX wird Ihnen täglich bequem gegen 19 Uhr in Ihre Mailbox zugestellt.

Das DailyMarketFAX besteht jeden Tag aus 2-3 Seiten. Immer auf der ersten Seite finden Sie dabei eine Einschätzung des DAX. Dazu kommen je nach den Entwicklungen an den Märkten Prognosen und Analysen interessanter Einzeltitel, Währungen oder Rohstoffe zu den Märkten in Fernost und an der Wall Street.

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Das Interview finden Sie auf Seite 2 ...

Interview mit Wieland Staud - Charttechnischer Analyst

Das folgende Interview führte der Finanzbuchverlag mit Herrn Staud.

Was zeichnet einen guten Technischen Analysten aus?Den Markt so zu sehen wie er ist. Nur in dieser beruflichen Lebenssituation sein Fähnchen nach dem Wind zu richten. Alles andere ist zum Scheitern verurteilt.

Inwieweit spielt Behavioral Finance eine Rolle dabei? Spielt es für Sie eine Rolle?

Für mich funktioniert Technische Analyse gerade deshalb so gut, weil die Marktteilnehmer genau so „funktionieren“, wie das die Behavioral Finance postuliert. Weil Menschen nun einmal so unvollkommen sind wie sie es sind; z. B. bei der Einschätzung von Risiken oder bei der Informationsauswertung.
Eine ketzerische Anmerkung: Manchmal ist BF aber auch wenig mehr als alter Wein in neuen Schläuchen. Vieles von dem, was da in wissenschaftlichen Abhandlungen, empirischen Studien usw. beschrieben wird ist mehr oder weniger Alltagswissen. Oder wer will z. B. ernsthaft bezweifeln, daß die „eigenen“ Aktien in den Augen des Anlegers immer die Aktien mit den besten Perspektiven sind? Auch wenn sich bestenfalls das glatte Gegenteil davon wirklich begründen läßt?

Was entgegnen Sie Kritikern die behaupten, dass Technische Analyse nur eine „Self-Fulfilling-Prophecy“ sei?

Daß sie’s nicht ist. Auch wenn das immer und immer wieder behauptet wird. Denn wenn dem so wäre, dann müßten sich viel mehr Entscheider an der Technischen Analyse orientieren. Aber das tun nur vergleichsweise wenige.
Am Rande: Gerade dann, wenn Sie’s wäre, wäre das die ultimative Begründung für den Einsatz der Technische Analyse!

Können Trends alleine nur mit Hilfe der Technischen Analyse erkannt werden?

Ganz ohne Zweifel: Ja! In meinen Augen ist das sogar ausschließlich mit der technischen Analyse möglich. Jedenfalls solange es sich um den Trend eines Kurses bzw. Preises handelt.

In Kapitel 5 Ihres Buches beschreiben Sie einige sehr interessante Punkte wie beispielsweise Ehrlichkeit, Disziplin und Pausen. Welchen Stellenwert nehmen diese Punkte ein, wenn man an der Börse erfolgreich sein möchte?

In meinen Augen sind Sie mindestens genau so wichtig wie die Analyse und das Money-Management. Wer diese zusätzlichen Momente außer Acht läßt, der wird sehr wahrscheinlich nicht in der Lage sein, dauerhaft an der Börse Geld zu verdienen. Schon gar nicht dann, wenn z. B. die Aktienmärkte dieser Welt wieder einmal in eine Phase a la 2000 – 2003 eintreten werden.

Das Thema Money-Management nimmt neben der Technischen Analyse ein zentrales Thema in Ihrem Buch ein. Warum ist ein gutes Money Management so entscheidend für den Erfolg an der Börse?

Mit dem Money-Management bestimmt man, ob, was, wann in welchem Umfang kauft oder verkauft wird. Mit anderen Worten: man bestimmt das Risiko, das man willens ist einzugehen. Dabei geht es vor allem darum, drei Kardinalfehler zu vermeiden.
(1) Keine Position ohne Stoploss! Im dem Augenblick, in dem eine Position eingegangen wird, wird auch bestimmt, wann, wenn es anders kommen sollte als erwartet dem Elend ein Ende gemacht wird.
(2) Im Regelfall wählen die Marktteilnehmer ein zu hohes Risiko: Sie investieren zu viel, die Laufzeiten der Derivate sind zu kurz und z. B. die Basispreise von Optionen zu weit aus dem Geld. Sie wollen zu schnell zu viel. Und genau deshalb geht es schief.
(3) Nie verbilligen! Sondern nachkaufen! Ist eine Position unter Wasser, dann hat man auf das falsche Pferd gesetzt. Nichts ist nun schlimmer als diese Position auch noch zu vergrößern. Eine Position wird ausgebaut, wenn sie bereits im Gewinn ist. Denn dann hat man wahrscheinlich auf den richtigen Trend gesetzt. Die Wahrscheinlichkeit dafür, daß der sich nun fortsetzt ist stets um ein Zigfache höher als seine Umkehr.

Wenn Sie jetzt auf Ihre bisherige Karriere als Trader zurückblicken, was würden Sie jetzt genauso wiederholen und was würden Sie ändern?

Ich würde versuchen, die wenigstens die größten Fehler zu vermeiden. Z. B. niemals ohne Stoploss 3 alte DAX-Futures mitten in der schönsten Baisse long zu sein und bei der Gelegenheit im Rahmen eines Mittagessens 70000 DM zu verballern. Aber ich glaube, das würde mißlingen. Irgendwie gehört wie auch im „richtigen“ Leben zum Lernen das Fehlermachen dazu. Richtig war unbedingt, nie den Glauben an die eigenen Fähigkeiten zu verlieren.

Gibt es für Sie ein Leben nach der Börse? Was werden Sie dann machen?

Ja. Es findet für mich jeden Tag statt. Spätestens nach 17.30 Uhr. Viele Dinge, die Börse so gut wie gar nichts zu tun haben. Noch ein Buch schreiben. Mit meinen Söhnen herumtollen.

Die beiden wichtigsten Erkenntnisse, welche die Leser mit der Lektüre Ihres Buches für sich gewinnen können?

Ohne Arbeit geht es nicht! Der Trend ist Dein Freund!

Was genau besagt der „Staud’sche Ansatz“?

Nicht ständig mit Mann und Maus investiert sein. Nur dann in den Markt reingehen, wenn die Konstellation ideal und deshalb die Wahrscheinlichkeit für einen Gewinn maximal ist. Jederzeit das eingegangene Risiko kontrollieren.

Anbei der Link mit Detailinformationen und Bestellmöglichkeit von Stauds Charttechnik - Buch "Erfolgstechniken eines Analysten" - [Link "Bitte hier klicken" auf www.finanzbuchverlag.de/... nicht mehr verfügbar]

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Über den Experten

Harald Weygand
Harald Weygand
Head of Trading

Harald Weygand entschied sich nach dem Zweiten Staatsexamen in Medizin, einer weiteren wirklichen Leidenschaft, dem charttechnischen Analysieren der Märkte und dem Trading, nachzugehen. Nach längerem, intensivem Studium der Theorie ist Weygand als Profi-Trader seit 1998 am Markt aktiv. Im Jahr 2000 war er einer der Gründer der stock3 AG und des Portals www.stock3.com. Dort ist er für die charttechnische Analyse von Aktien, Indizes, Rohstoffen, Devisen und Anleihen zuständig. Über die Branche hinaus bekannt ist der Profi-Trader für seine Finanzmarktanalysen sowie aufgrund seiner Live-Analysen auf Anlegerveranstaltungen und Messen.

Mehr über Harald Weygand
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