Kommentar
08:45 Uhr, 04.05.2026

DAX® - Das große Bild

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    Aktueller Kursstand:   (FOREX)

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Das große Bild

Seit Tagen pendelt der DAX® um die 200-Tage-Linie (akt. bei 24.112 Punkten). Die aktuelle Lethargie sowie den Monatsultimo nehmen wir zum Anlass, um eine höhere Zeitebene zu analysieren. Getreu dem Motto: „if in doubt, zoom out.“ Auf Monatsbasis haben die deutschen Standardwerte genau dort die Kurve bekommen, wo das Aktienbarometer drehen musste. Gemeint ist einerseits der Aufwärtstrend seit Herbst 2022 (akt. bei 23.587 Punkten) und andererseits die horizontalen Unterstützungen bei rund 22.900 Punkten. Im Zusammenspiel bildeten beide Kriterien eine sehr wichtige Kreuzunterstützung. Auffällig ist darüber hinaus die Aprilkerze, die vollständig innerhalb des März-Pendants ausgebildet wurde. Per Saldo liegt auf Monatsbasis also ein klassischer Innenstab vor, der zudem durch das äquivalente Phänomen auf Wochenbasis untermauert wird. Vor diesem Hintergrund würde ein Anstieg über das jüngste Monatshoch (24.792 Punkte) den beschriebenen „inside month“ nach oben auflösen, während ein Bruch der Bastion bei 22.900 Punkten dem Chartbild einen echten Nackenschlag versetzen würde. Eine Vielzahl von Indikatoren (z. B. MAD, RSI) besitzt unverändert eine ordentliche Fallhöhe.

DAX® (Monthly)

Chart DAX®

Quelle: LSEG, tradesignal² / 5-Jahreschart im Anhang

5-Jahreschart DAX®

Chart DAX®

Quelle: LSEG, tradesignal²

Die Jahre lehren viel, was die Tage niemals wissen

Unsere Überschrift passt bestens zum Mehrwert der Analyse hoher Zeitebenen. Regelmäßig brechen wir deshalb eine Lanze für die Chartbetrachtung sehr langfristiger Kursverläufe. Oftmals treten die wirklich großen Trends in den höheren Zeitebenen noch klarer hervor. Ein Lehrbuchbeispiel stellt aktuell der Jahreschart des Währungspaars EUR/USD dar. Im Vergleich zum US-Dollar notiert der Euro fast exakt auf dem Niveau vom Jahresbeginn. Das Jahr 2025 ist also bisher mehr oder minder ein „non-event“, was auch das bisherige „doji“-Muster dokumentiert. Dieses Kerzenmuster sowie das bisherige Jahreshoch (1,2078 USD) zementieren eine entscheidende Widerstandszone. Gemeint ist die Zone bei rund 1,20 USD, die seit Euro-Einführung in schöner Regelmäßigkeit eine Rolle gespielt hat. Deshalb definieren wir einen Sprung über diese Hürde als wichtigen Katalysator, um den EUR-Aufwärtstrend des Jahres 2025 fortzusetzen. Die Hochpunkte bei 1,23 USD sowie bei 1,2555 USD markieren im Erfolgsfall die nächsten Anlaufziele. Auf der Unterseite bildet dagegen die Ausbruchszone bei gut 1,12 USD einen wichtigen Rückzugsbereich.

EUR/USD (Annually)

Chart EUR/USD

Quelle: LSEG, tradesignal² / 5-Jahreschart im Anhang

5-Jahreschart EUR/USD

Chart EUR/USD

Quelle: LSEG, tradesignal²

Mit Nachholpotenzial?

Gap-Trading-Ansätze finden wir extrem spannend. Dabei interpretieren wir auftretende Kurslücken prozyklisch in Bewegungsrichtung. Entsprechend stellen Aufwärtskurslücken ein Signal der Stärke dar. Genau das ist die Ausgangslage bei Qualcomm-Aktie, wo es zuletzt sogar zu zwei Aufwärtsgaps kam! Zusätzlich entstehen auch in den höheren Zeitebenen einige mutmachende Signale. Hervorheben möchten wir das MACD-Kaufsignal auf Wochenbasis – und zwar auf historisch niedrigem Niveau – sowie das „bullish engulfing“ im Monatsbereich. D. h. der Körper der Aprilkerze umschließt das Pendant des Vormonats vollständig. Das finale Startsignal liefert nun der Spurt über den Abwärtstrend seit Oktober 2025 (akt. bei 155,00 USD), zumal dieser zusammen mit der 200-Tage-Linie (akt. bei 156,72 USD) ein echtes charttechnisches „Brett“ darstellte. Dank des Befreiungsschlags, markieren die Hochpunkte bei gut 180 USD das nächste Anlaufziel. Unter Money Management-Gesichtspunkten bietet sich die beschriebene Ausbruchszone im Zusammenspiel mit dem jüngsten Aufwärtsgap als Absicherung auf der Unterseite an.

Qualcomm (Daily)

Chart Qualcomm

Quelle: LSEG, tradesignal² / 5-Jahreschart im Anhang

5-Jahreschart Qualcomm

Chart Qualcomm

Quelle: LSEG, tradesignal²

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Autor: Jörg Scherer