CROWDSTRIKE will sein Geschäft mit autonomen Agenten ausbauen
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- Crowdstrike Holdings Inc - WKN: A2PK2R - ISIN: US22788C1053 - Kurs: 189,180 $ (Nasdaq)
Der Cybersecurity-Spezialist sieht bereits erste autonome Systeme, die Schutzmechanismen umgehen, Zugriffsrechte verändern oder sensible Daten entwenden. Konzernchef George Kurtz meint dazu: "Der Agent von heute ist sowohl Freund als auch Feind."
Je stärker Unternehmen KI einsetzen, desto größer wird ihre digitale Angriffsfläche. Neue Modelle, Agenten, Identitäten, Zugriffsrechte und Datenströme schaffen zusätzliche Einfallstore. Zugleich können Angreifer mithilfe von KI Schwachstellen schneller aufspüren und ausnutzen. Klassische Schutzkonzepte, bei denen Unternehmen zunächst eine Sicherheitslücke identifizieren und anschließend einen Patch einspielen, geraten damit zunehmend an ihre Grenzen.
CrowdStrike will aus diesem technologischen Wettrüsten mehr machen als ein kurzfristiges Sondergeschäft. Kurtz bezeichnet die Entwicklung als "nachhaltigen Rückenwind". Viele Kunden wollten KI schneller einführen, würden derzeit aber von Sicherheits-, Datenschutz- und Compliance-Problemen gebremst. Die Aussagen werden durch eine erneut angehobene Prognose und eine Rekordpipeline für das laufende dritte Quartal gestützt. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet CrowdStrike nun ein Wachstum des neu gewonnenen jährlich wiederkehrenden Umsatzes von rund 34 %. Zu Jahresbeginn hatte die Prognose lediglich bei 22,5 % gelegen.
KI-Artikel zu den Quartalszahlen
AIDR könnte größer werden als das Kerngeschäft
Im Mittelpunkt der Wachstumsstrategie steht die KI-Sicherheitslösung AIDR. Sie soll Unternehmen zeigen, wo KI eingesetzt wird, auf welche Daten Agenten zugreifen und ob Informationen unerlaubt abfließen. Zugleich lassen sich Regeln für Modelle, Identitäten, Datenzugriffe und Netzwerkverbindungen festlegen. Der wiederkehrende Umsatz mit AIDR hat sich gegenüber dem Vorquartal nahezu verdreifacht, wenngleich CrowdStrike keine absolute Zahl nennt.
Kurtz formuliert für das Produkt ein ambitioniertes Ziel: "Ich denke, dass das AIDR-Geschäft größer werden kann als das EDR-Geschäft." EDR, also die Überwachung und Absicherung von Computern und anderen Endgeräten, bildet bislang den Kern von CrowdStrike. Die Begründung des Managements: Künftig könnte jeder Beschäftigte mit einer Vielzahl verschiedener Agenten arbeiten. Kurtz verweist auf eine Schätzung von rund 90 Agenten pro Person.
AIDR wird separat verkauft und kommt damit zusätzlich zu den bestehenden Sicherheitsmodulen. Technisch nutzt das Produkt jedoch denselben Falcon-Agenten, der bei vielen Kunden bereits installiert ist. Unternehmen müssen somit keine weitere Software auf ihren Geräten ausrollen, sondern lediglich eine zusätzliche Lizenz aktivieren. Genau darin liegt ein entscheidender Wettbewerbsvorteil: CrowdStrike kann neue KI-Produkte schnell in einer großen Kundenbasis platzieren und zusätzliche Umsätze erzielen, ohne den Implementierungsaufwand wesentlich zu erhöhen.
Auch beim Preismodell stellt sich der Konzern auf die KI-Ökonomie ein. AIDR enthält ein bestimmtes Token-Kontingent, das an die Größe des Kunden angepasst wird. Bei höherem Verbrauch können Unternehmen weitere Pakete hinzukaufen. Damit kombiniert CrowdStrike wiederkehrende Lizenzerlöse mit einem verbrauchsabhängigen Modell. Gleichzeitig verspricht das Unternehmen seinen Kunden bessere Kontrolle über die teilweise stark steigenden KI-Kosten. "Es ist wirklich ein Doppelschlag aus Schutz und Kostenmanagement", sagt Kurtz.
Falcon Flex wird zum Wachstumsmotor
Das kommerzielle Bindeglied der Strategie ist Falcon Flex. Kunden erwerben dabei Nutzungsrechte für die Plattform und können diese flexibel auf unterschiedliche Sicherheitsmodule verteilen. Das senkt die Hürde, neue Produkte wie AIDR, Cloud Security, Identity Protection oder das SIEM-System auszuprobieren und anschließend dauerhaft zu buchen.
Die Wirkung auf die Vertragsvolumina ist erheblich. Beim Wechsel von klassischen Abonnements zu Falcon Flex steigt der jährlich wiederkehrende Umsatz eines Kunden nach Unternehmensangaben im Durchschnitt um mehr als 40 %. Kunden, die ihren Flex-Vertrag später erneut erweiterten, kamen im Mittel auf einen um 53 % höheren wiederkehrenden Umsatz als zu Beginn. Sämtliche zehn größten Abschlüsse des vergangenen Quartals waren Flex-Verträge.
CrowdStrike profitiert dabei von zwei parallelen Entwicklungen. Bestehende Kunden konsolidieren mehrere bislang getrennte Sicherheitslösungen auf der Falcon-Plattform. Gleichzeitig gewinnt das Unternehmen neue Kunden direkt mit umfangreicheren Flex-Verträgen. Daraus entstehen größere und länger laufende Abschlüsse. CFO Burt Podbere fasst es so zusammen: "Kunden wollen mehr und bessere Ergebnisse zu geringeren Kosten."
Sicherheitsplattform statt einzelner Schutzprogramme
Neben AIDR sieht das Management erhebliche Chancen bei Identitätsschutz, Cloud-Sicherheit, SIEM und Schwachstellenmanagement. Besonders relevant wird die Absicherung sogenannter nicht menschlicher Identitäten. KI-Agenten benötigen eigene Zugriffsrechte auf Datenbanken, Anwendungen und interne Systeme. Herkömmliche Zugangskontrollen wurden jedoch primär für Menschen entwickelt und reichen für autonome Programme häufig nicht aus.
Auch das Geschäft mit der Priorisierung von Sicherheitslücken könnte eine Renaissance erleben. KI kann Schwachstellen schneller entdecken, als Unternehmen die erforderlichen Updates installieren können. CrowdStrike will deshalb nicht jede Lücke isoliert betrachten, sondern in Echtzeit erkennen, welche Schwachstellen tatsächlich erreichbar sind und welche Angriffswege daraus entstehen. "Unternehmen werden nicht alles gleichzeitig innerhalb des Zeitfensters reparieren können, in dem autonome Agenten die Schwachstellen ausnutzen", warnt Kurtz.
Zusätzlichen Rückenwind verspricht das Partnernetzwerk. Mehr als 25 Beratungs-, Cloud- und Vertriebspartner arbeiten inzwischen im Rahmen von Project QuiltWorks mit CrowdStrike zusammen. Die gemeinsame Vertragspipeline beläuft sich laut Unternehmen auf knapp 400 Mio. USD. Über die Marktplätze von AWS, Google und Microsoft wurden allein im vergangenen Quartal Geschäfte im Wert von mehr als 600 Mio. USD abgewickelt. Dadurch kann CrowdStrike bestehende Cloudbudgets seiner Kunden anzapfen und seine internationale Reichweite vergrößern.
Fazit: CrowdStrike entwickelt eine schlüssige Strategie für die Ära autonomer KI-Agenten. Besonders attraktiv ist, dass AIDR als zusätzliche Lizenz auf der bestehenden Plattform verkauft werden kann und Falcon Flex die Einführung weiterer Module beschleunigt. Noch bleibt allerdings offen, wie groß AIDR tatsächlich schon ist. CrowdStrike nennt hohe Wachstumsraten, veröffentlicht aber keinen absoluten Umsatz. Auch die Erwartung, das Produkt könne eines Tages das etablierte EDR-Geschäft übertreffen, ist vorerst nur eine Managementprognose. Klar ist jedoch: Sollte der Einsatz autonomer Agenten wie erwartet stark zunehmen, dürfte Cybersicherheit zu den unmittelbarsten wirtschaftlichen Profiteuren des KI-Booms gehören. CrowdStrike hat sich dafür früh und strategisch geschickt positioniert. Die exorbitant hohe Bewertung der CrowdStrike-Aktie verhindert für mich aber ein positives Anlageurteil.
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| Jahr | 2025 | 2026e* | 2027e* |
| Umsatz in Mrd. USD | 4,80 | 5,96 | 7,24 |
| Ergebnis je Aktie in USD | 0,93 | 1,23 | 1,57 |
| Gewinnwachstum | 32,26% | 27,64% | |
| KGV | 215 | 163 | 127 |
| KUV | 40,0 | 32,2 | 26,5 |
| PEG | 5,04 | 4,61 | |
| Dividende je Aktie in USD | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| Dividendenrendite | 0,00% | 0,00% | 0,00% |
| *e = erwartet, Berechnungen basieren bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten |

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