Kommentar

Cisco besser als Nvidia

Wegen der Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China sind viele US-Technologieaktien in den vergangenen Tagen kräftig unter die Räder gekommen. Eine der wenigen erfreulichen Ausnahmen ist jene von Cisco. Zwar hat auch sie etwas nachgegeben, dennoch notiert sie lediglich etwas unter dem 19-Jahres-Hoch.

Grund sind die jüngsten Zahlen und der Ausblick. So lagen die Ergebnisse für das im April beendete dritte Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 leicht über den Analystenschätzungen von Bloomberg. Zudem hat Vorstandschef Chuck Robbins für das laufende Quartal ein Umsatzplus von 4,5 bis 6,5 Prozent in Aussicht gestellt und damit Investoren überzeugt.

Robbins sagte, dass in dem Ausblick die Erhöhung der US-Strafzölle auf chinesische Produkte bereits enthalten sei. Cisco habe in den vergangenen sechs Monaten seine Lieferkette kräftig verändert und damit die Abhängigkeit von China erheblich verringert. Zudem kämen lediglich drei Prozent der Konzernerlöse aus dem Land.

Das Unternehmen profitiert davon, dass es sich verstärkt auf Software und Dienstleistungen fokussiert. Gerade der Umsatz aus dem Bereich Cyber Security, der unter anderem Firewall-Lösungen anbietet, ist zuletzt kräftig gewachsen.

Produkte auf Cisco Systems

Prognose von Nvidia verunsichert Investoren

Auch Nvidia lag mit seinem Erlösausblick für das laufende Quartal über den Analystenschätzungen von Bloomberg. Nachdem der Umsatz im vergangenen Geschäftsquartal um 31 Prozent eingebrochen war, ist der Hersteller von Grafikkarten darauf angewiesen, dass sich die Nachfrage gerade aus dem PC-Bereich erholt. Grafikkarten spielen allerdings auch im Bereich Künstliche Intelligenz eine zunehmend wichtige Rolle. Vorstandschef Jensen Huang gab sich auf der Analystenkonferenz zuversichtlich, dass sich die Nachfrage in dem Bereich in China stabilisiert habe.

Der Konzern hat für das vergangene Quartal einen Verlust von 327 Mio. Renminbi (47,5 Mio. Dollar) ausgewiesen. Das waren die ersten roten Zahlen seit dem Börsengang im Jahr 2005. Zudem lag der Umsatz trotz eines Anstiegs um 15 Prozent etwas unter den Analystenschätzungen von Bloomberg. Baidu verliert „mehr Marktanteile als erwartet“, schrieben die Finanzprofis der Deutschen Bank. Gleichzeitig belasteten die deutlich gestiegenen Werbeausgaben das Ergebnis.

Dennoch hat sich der Kursrückgang zuletzt beschleunigt, womit die Aktie um mehr als 20 Prozent unter dem April-Hoch notiert. Denn Huang hat gewarnt, dass sich die Nachfrage aus dem deutlich kleineren Bereich der Rechenzentren seit dem Anfang des Quartals abgeschwächt habe. Zudem sei die weitere Entwicklung des Marktes schwer vorherzusagen. Große Kunden der Sparte Rechenzentren, zu denen beispielsweise Amazon und Google gehören, haben zuletzt allerdings bei den Investitionen auf die Bremse gedrückt.

Produkte auf Nvidia

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Quelle: HSBC

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Autor: Jewgeni Ponomarev

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Über den Experten

Julius Weiß
Julius Weiß
Zertifikate-Experte bei HSBC Deutschland

Bereits in der Schulzeit entdeckte Julius Weiß seine Leidenschaft für die Welt der Kapitalmärkte. Direkt nach seinem 18. Geburtstag durfte er erste Trading-Erfahrungen mit Standard-Optionsscheinen auf Indizes und Währungspaare sammeln.

Nach seinem Abitur begann er ein duales Studium bei der HSBC und konnte durch Praxiseinsätze in insgesamt zwölf Abteilungen der Bank seine Kenntnisse über finanzwirtschaftliche Thematiken vertiefen. Während dieser Zeit fokussierte er sich mehr und mehr auf Kapitalmarktprodukte. Nun vermittelt er sein Börsen- und Tradingwissen regelmäßig in Webinaren sowie über Vorträge auf Anlegermessen. Zudem beantwortet er sowohl für institutionelle als auch für private Marktteilnehmer alle Fragen rund um das Produktangebot von HSBC.

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