Analyse
15:30 Uhr, 30.08.2025

China schiebt NVidia-Konkurrent Cambricon massiv an

KI-Chip-Designer Cambricon erzielt erstmals mehr als 1 Mrd. Yuan Gewinn 2025. Die Aktie explodiert an Shanghais Börse. Wachstum beflügelt durch staatliche Förderung Chinas und Probleme von Nvidia durch US-Embargo.

Cambricon Technologies ist ein chinesischer Chiphersteller, spezialisiert auf KI-Prozessoren, die für Cloud-Server, intelligente Terminals, Edge-KI und Robotik entwickelt werden. Die Produkte umfassen intelligente Terminal-Prozessoren, Cloud-Smartchips, Beschleunigerkarten sowie unterstützende Systemsoftware. Das Unternehmen wurde 2016 gegründet und hat seinen Sitz in Peking.

Für das erste Halbjahr 2025 meldete Cambricon einen Rekordgewinn von etwa 1,19 Milliarden Yuan (ca. 160 Mio. Euro), ein enormer Sprung von einem Vorjahresverlust von rund 450 Millionen Yuan. Der Umsatz wurde auf rund 2,88 Milliarden Yuan gesteigert, was einem 44-fachen Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Die rasante Kursentwicklung spiegelt die starke staatliche Förderung Chinas im KI- und Halbleiterbereich wider. Cambricon profitiert massiv von Pekings Politik, lokale KI-Technologie heranzuziehen und US-Hardware-Importe zu minimieren. Das US-Embargo gegen High-End-KI-Chips von Nvidia spielt Cambricon zusätzlich in die Hände, da lokale Firmen und Behörden gezwungen sind, auf alternative chinesische Chips umzusteigen.

Technologisch setzt Cambricon auf spezialisierte Architektur für KI-Inferenz und trainiert Large Language Models (LLMs). Obwohl ganz klar noch nicht auf Nvidia-Niveau bei High-End-Trainingsprozessoren, schließen die Produkte bei Inferenzleistung und Energieeffizienz schnell auf. Strategische Partnerschaften mit chinesischen KI-Giganten wie Alibaba und Tencent stärken das Ökosystem, und geplante Kapitalerhöhungen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich sollen die Weiterentwicklung beschleunigen.

Internationale Anleger können die Cambricon Technologies Aktie grundsätzlich handeln, allerdings mit Einschränkungen: Die Aktie ist ausschließlich an der Shanghai Stock Exchange (SSE) notiert und wird in Renminbi (CNY) gehandelt. Ausländische Investoren haben direkten Zugang über entsprechende Handelsprogramme wie das Stock Connect-Programm zwischen Hongkong und der Festlandbörse Shanghai. Dadurch ist es Investoren außerhalb Chinas möglich, über Hongkong an der Shanghai-Börse gelistete Aktien zu kaufen, darunter auch Cambricon.

Allerdings unterliegt der Handel an der SSE speziellen regulatorischen Rahmenbedingungen, und es gibt Beschränkungen und Zulassungskriterien für internationale Börsenteilnehmer. Direkter Handel ohne diese Programme ist für viele ausländische Anleger nicht möglich.


Meine Stimme aus dem Off: Der chinesische Staat, die kommunistische Partei, fördert gezielt den Aufbau von Schlüsselindustrien. Seit mittlerweile Jahrzehnten. Offensichtlich erfolgreich. Weshalb machen wir das in Europa nicht ähnlich: Aufbau und Förderung von weiteren Schlüsselindustrien? Die Abhängigkeit von US-Internet- und Rüstungsriesen ist existenziell. In dem Bereich muss in Europa etwas geschehen! Auch wenn die USA Partner Europas sind, unter Trump hängt die Verlässlichkeit des Verbündeten von dessen Tagesstimmung ab. Das kann einfach nicht sein.

1 Kommentar

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  • Ex-Seemann
    Ex-Seemann

    Planwirtschaft (Kommunismus) - das geht gar nicht:-) Das meint die EU über China. Bevor die EU mit ihrer moralischen Überheblichkeit das Chinesische Erfolgsmodell übernimmt, gehen sie lieber pleite!

    21:46 Uhr, 30.08.