CHARTER COMMUNICATIONS: Internet-Kundenverluste weiten sich aus
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Charter Communications meldet für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz, der die Erwartungen knapp übertrifft — doch der eigentliche Befund liegt im Kundenstamm: Der Verlust an Internet-Abonnenten beschleunigt sich.
Der Konzernumsatz sinkt gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,7 % auf 13,53 Mrd. USD und liegt damit knapp über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 13,51 Mrd. USD. Haupttreiber des Rückgangs ist das Residential-Segment, das 3,5 % auf 10,35 Mrd. USD verliert, belastet vor allem durch niedrigere Video-Erlöse. Dabei ist zu beachten, dass ein Großteil des Video-Rückgangs buchhalterischer Natur ist: Charter verrechnet 251 Mio. USD an Kosten für Streaming-Apps der Programmanbieter direkt gegen die Video-Erlöse, gegenüber nur 67 Mio. USD im Vorjahresquartal. Bereinigt um diesen Effekt und um Werbeerlöse wäre der Gesamtumsatz lediglich um 0,8 % gefallen.
Das bereinigte EBITDA (Adjusted EBITDA) fällt um 4,3 % auf 5,45 Mrd. USD, die entsprechende Marge sinkt von 41,4 % auf 40,3 %. Ohne die Übergangskosten im Zusammenhang mit der geplanten Cox-Übernahme betrüge der Rückgang 3,2 %. Das GAAP-Nettoergebnis, das Charter-Aktionären zuzurechnen ist, bleibt mit 1,29 Mrd. USD nahezu stabil. Das verwässerte GAAP-EPS steigt von 9,18 USD auf 10,66 USD und übertrifft damit den Analystenkonsens von 9,98 USD deutlich — der Anstieg ist jedoch fast ausschließlich auf einen um 13,1 % gesunkenen Aktienbestand infolge aggressiver Rückkäufe zurückzuführen, nicht auf operatives Wachstum.
Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von CHARTER COMMUNICATIONS, INC. /MO/. (Quelle: Unternehmensangaben)
Internet verliert Boden, Mobile gewinnt
Das Kernproblem bleibt der Internet-Kundenstamm: Im zweiten Quartal verliert Charter netto 172.000 Internet-Abonnenten, nach einem Minus von 116.000 im Vorjahresquartal. Der Rückgang weitet sich damit spürbar aus. Insgesamt betreut Charter noch 29,4 Millionen Internet-Kunden. Die Gesamtzahl der Kundenbeziehungen schrumpft um 184.000 auf 31,5 Millionen, ebenfalls ein stärkerer Verlust als im Vorjahr. Die Penetrationsrate des Versorgungsgebiets sinkt auf 53,4 %, nach 55,7 % vor einem Jahr. Das sind keine kurzfristigen Schwankungen, sondern ein anhaltender struktureller Druck, der die Kerninvestmentstory belastet.
Gegengewicht bietet das Mobile-Geschäft: Charter fügt 406.000 neue Mobilfunkleitungen hinzu und kommt auf insgesamt 12,5 Millionen Leitungen, ein Wachstum von 15,5 % gegenüber dem Vorjahr. Der Mobile-Service-Umsatz steigt um 18,9 % auf 1,10 Mrd. USD. Das ist das dynamischste Segment im Portfolio, trägt aber noch nicht genug Gewicht, um den Rückgang im Internet-Kerngeschäft zu kompensieren. Positiv fällt auch auf, dass Video-Kunden im Quartal nur um 21.000 zurückgehen, nach einem Minus von 80.000 im Vorjahresquartal — ein Effekt, den Charter auf vereinfachte Preisstrukturen und die Integration von Streaming-Apps in die Basispakete zurückführt.
Kapitalallokation unter Hochdruck
Charter investiert weiterhin intensiv: Die Investitionsausgaben bleiben mit 2,87 Mrd. USD auf Vorjahresniveau, der Schwerpunkt verschiebt sich jedoch von Leitungserweiterungen hin zu Netzwerk-Upgrades. Der Free Cashflow sinkt leicht auf 969 Mio. USD, nach 1,05 Mrd. USD im Vorjahr. Gleichzeitig kauft Charter im Quartal 4,0 Millionen eigene Aktien für 838 Mio. USD zurück und tilgt Anleihen im Nennwert von 1,2 Mrd. USD für 1,0 Mrd. USD in bar. Die Gesamtverschuldung beläuft sich auf 93,8 Mrd. USD, was bei einem bereinigten EBITDA von rund 22,3 Mrd. USD auf Zwölfmonatsbasis einem Verschuldungsgrad von über 4x entspricht. Die Bilanz lässt wenig Spielraum für Überraschungen.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Charter bestätigt die Prognose für die Investitionsausgaben im Gesamtjahr 2026 von rund 11,4 Mrd. USD, ausgenommen Effekte aus der Cox-Transaktion. CEO Chris Winfrey richtet den Blick fest auf die bevorstehende Cox-Integration und betont die Skalenvorteile, die sich nach dem Abschluss der Transaktion ergeben sollen. Zwischen den Zeilen liest sich das als Eingeständnis, dass das organische Wachstum vorerst nicht der Kurstreiber sein wird. Die Analystenkonsensschätzungen sehen den Umsatz für 2026 und 2027 weiter rückläufig, bei gleichzeitig steigendem bereinigtem EPS — was die Erwartung widerspiegelt, dass Aktienrückkäufe die operative Schwäche überdecken sollen.
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 54,77 Mrd. USD | 54,27 Mrd. USD | 53,85 Mrd. USD |
| EPS | 36,21 USD | 40,72 USD | 44,59 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)
Fazit: Der beschleunigte Internet-Kundenverlust ist der prägende Befund dieses Quartals und überschattet den knappen Umsatzvorsprung gegenüber den Erwartungen. Mobile wächst mit 15,5 % kräftig, doch das Kerngeschäft erodiert schneller als im Vorjahr, die Marge gibt nach, und der Free Cashflow schrumpft. Die Cox-Übernahme könnte mittelfristig Skaleneffekte bringen, erhöht aber zunächst die Komplexität und die ohnehin hohe Schuldenlast. Die Anlagethese ruht damit auf einer Integrationsstory, deren Früchte noch nicht sichtbar sind, während das laufende Geschäft strukturell unter Druck bleibt.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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