Analyse
12:40 Uhr, 11.11.2022

CEWE - Alle Augen sind auf das vierte Quartal gerichtet!

Es gibt nur wenige Unternehmen auf dem Kurszettel, die ihr gesamtes Jahresergebnis in nur einem Quartal verdienen. Der Fotodienstleister Cewe gehört dazu.

Erwähnte Instrumente

  • CEWE Stiftung & Co. KGaA - WKN: 540390 - ISIN: DE0005403901 - Kurs: 86,200 € (XETRA)

Traditionell ist das „Weihnachtsquartal“ das mit Abstand stärkste Quartal des Oldenburger Unternehmens. Die Produkte von Cewe – Fotokalender, Fotobuch, Wandbild etc. – sind geradezu prädestiniert als persönlich-individuelles Weihnachtsgeschenk. Und in wirtschaftlich unsicheren Zeiten, wo bei vielen das Portemonnaie vielleicht nicht mehr ganz so locker sitzt, könnten preislich attraktive Weihnachtsgeschenke dieses Jahr hoch im Kurs stehen.

Im laufenden Geschäftsjahr profitierte Cewe davon, dass nach den Corona-Lockdowns wieder stärker gereist und vermehrt Events stattgefunden haben und somit auch mehr Fotos geknipst wurden. So stieg der Umsatz im dritten Quartal auf 151,4 (Vorjahr 132,4) Mio. EUR und nach neun Monaten auf 422,3 (VJ 395,0) Mio. EUR. Den Großteil steuerte wie üblich das Segment Fotofinishing mit 334,0 (VJ 324,9) Mio. EUR bei, wovon 120,2 (VJ 106,3) Mio. EUR auf das dritte Quartal entfielen. Im Geschäftsfeld Kommerzieller Online-Druck stiegen die Erlöse prozentual am stärksten auf 60,0 (43,1). In Q3 wurden hier 21,3 (VJ 16,6) Mio. EUR umgesetzt. Im dritten Geschäftsfeld Einzelhandel lag der Umsatz im Zeitraum von Juli bis September bei 7,7 (VJ 7,5) Mio. EUR und im Neunmonatszeitraum bei 22,2 (VJ 21,4) Mio. EUR.

Im dritten Quartal produzierte Cewe 517,2 (VJ 459,2) Mio. Fotos und setzte 1,23 (VJ 1,09) Mio. Fotobücher ab. Von Januar bis September belief sich die Zahl der Fotos auf 1,39 (VJ 1,35) Mrd. Stück und die der Fotobücher auf 3,40 (VJ 3,32) Mio. Stück

Das EBIT verbesserte sich im dritten Quartal deutlich und landete mit 1,1 (VJ minus 2,1) Mio. EUR im grünen Bereich. Nach neun Monaten stand jedoch noch ein Minus von 1,1 (VJ 0,1) Mio. EUR zu Buche, was aber angesichts des stark saisonalen Geschäfts nicht ungewöhnlich ist.

Die Bilanz von Cewe vermittelt mit einer Eigenkapitalquote von 58,6 (VJ 57,3) Prozent per 30. September ein gewohnt solides Bild.

Das Weihnachtsgeschäft kann kommen

Für das entscheidende vierte Quartal sieht sich das Unternehmen bestens gerüstet. Die Weihnachtwerbekampagne ist angelaufen und die Lieferfähigkeit von Cewe ist durch eine langfristige Versorgung mit allen relevanten Rohstoffen und Vorprodukten entsprechend gesichert. Da Cewe zu den prognosesicheren Firmen zählt, sollte ein Konzernumsatz im Bereich von 680 bis 740 Mio. EUR bei einem EBIT zwischen 65 und 80 Mio. EUR gut erreichbar sein.

Fazit: Auch wenn die Cewe-Aktie in diesem Jahr gehörig unter die Räder gekommen ist, gehört das Unternehmen zu den Qualitätstiteln im Nebenwertebereich. Dies zeigt unter anderem daran, dass die Dividende in den vergangenen 13 Jahren stets erhöht wurde. Das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahrs 2022 wird zwar nicht wesentlich über dem des Vorjahres liegen, aber ab dem kommenden Jahr sollte der führende Fotodienstleister Europas dann zurück auf den Wachstumspfad kehren. Mit einem erwarteten 2023er KGV von 12 ist die Cewe-Aktie meiner Ansicht nach ein attraktives Investment.

Jahr 2021 2022e* 2023e*
Umsatz in Mio. EUR 692,80 713,75 750,00
Ergebnis je Aktie in EUR 6,72 6,80 7,45
KGV 13 13 12
Dividende je Aktie in EUR 2,35 2,43 2,61
Dividendenrendite 2,73 % 2,83 % 3,03 %
*e = erwartet
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Über den Experten

Reinhard Hock
Reinhard Hock
Finanzmarktanalyst

Reinhard Hock ist seit über 25 Jahren an der Börse aktiv. Sein Interesse für die Finanzmärkte wurde während der Ausbildung zum Bankkaufmann geweckt. Später arbeitete er mehrere Jahre an der Börse Stuttgart und war dann jahrelang als freiberuflicher Redakteur mit dem Schwerpunkt Berichterstattung über Hauptversammlungen tätig. Dabei hat er sich ein umfassendes Wissen im Nebenwertebereich aufgebaut. Seit Oktober 2022 ist er bei stock3 für Fundamentalanalysen zuständig.

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