Cardano und XRP rüsten für KI-Zahlungen auf – doch Solana hat die Nase vorn
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Seit dieser Woche ist Cardano im offiziellen Softwarepaket des x402-Standards vertreten. Das legt den Grundstein für KI-Agenten und Anwendungen, die digitale Dienste eigenständig mit ADA oder netzwerkeigenen Token begleichen – wie aus den Entwickler-Unterlagen hervorgeht. Ganz fertig ist die Anbindung allerdings noch nicht: Laut der Cardano Foundation lief bislang nur eine echte Transaktion im Testnet.
Damit steigt ein weiteres Netzwerk in ein Rennen ein, das in den vergangenen Monaten deutlich an Fahrt aufgenommen hat. Es geht um die spannende Frage, über welche Blockchain künftig Software bezahlt, die selbstständig Daten oder Rechenleistung einkauft.
Wie KI-Agenten bezahlen
Das System hinter x402 nutzt einen beinahe vergessenen Baustein aus der Frühzeit des Internets: den HTTP-Statuscode "402 Payment Required". Fragt ein KI-Agent einen kostenpflichtigen Dienst an, übermittelt der Server die Preis- und Zahlungsdaten. Sobald die Zahlung eingeht, schaltet die Gegenseite die angeforderten Inhalte frei.
Das ermöglicht echtes Pay-per-Use im Cent-Bereich. Erstellt ein Agent beispielsweise eine Marktanalyse, erwirbt er gezielt den einen benötigten Datensatz für Bruchteile eines Cents, ohne dass dafür Abos abgeschlossen oder Nutzerkonten angelegt werden müssen.
Coinbase rief den Standard 2025 ins Leben, heute verwaltet ihn eine Stiftung der Linux Foundation. Neben Partnern wie Visa treibt vor allem Stripe die Infrastruktur für den maschinellen Zahlungsverkehr voran. An eine reine Stablecoin-Welt glaubt Henri Stern, Chef der Stripe-Tochter Privy, dabei nicht: "Die Zukunft wird für Agenten multimodal sein", so Stern im Gespräch mit BTC-ECHO.
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Solana hat die Nase vorn
Nach Daten verschiedener Analyseanbieter hat sich Solana bei den x402-Transaktionen an die Spitze gesetzt. Zwar schwanken die Marktanteile je nach Netzwerkauslastung, der Trend zeigt aber klar nach oben. Für einen spürbaren Schub sorgte im August der US-Finanzdienstleister Ramp: Mit der Freischaltung von Solana-basierten x402-Wallets für über 70.000 Geschäftskunden können deren KI-Agenten nun eigenständig aus vordefinierten Budgets bezahlen.
Das XRP Ledger unterstützt x402 seit Juni, Zahlungen sind dort in XRP und im Stablecoin RLUSD möglich. Ripple hat zuletzt mit einem eigenen Entwicklerpaket für KI-Anwendungen nachgelegt, das zusätzlich auch den Stripe-Standard MPP unterstützt.
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Bezahlt wird in USDC
Trotz der dynamischen Entwicklung läuft der Zahlungsverkehr fast ausschließlich über den Stablecoin USDC von Circle. Die Blockchains konkurrieren daher vor allem um die technische Infrastruktur, die nativen Token wie SOL oder ADA als Zahlungsmittel spielen bislang kaum eine Rolle.
Auch das bisherige Volumen relativiert die Euphorie. Auf Solana summierte sich der x402-Umsatz Mitte August auf knapp 24 Millionen US-Dollar innerhalb eines Monats. Die Schätzungen zur Transaktionszahl schwanken stark zwischen 120 und 187 Millionen. Eine derart breite Spanne deutet darauf hin, dass viele Zugriffe aus bloßen Testläufen oder Anreizprogrammen stammen.
Für Cardano ist die Integration zunächst ein wichtiger erster Schritt. Ob ADA als Zahlungsmittel profitiert, hängt aber stark davon ab, ob Entwickler das Netzwerk im Alltag auch ausreichend nutzen und KI-Agenten überhaupt in etwas anderem als Stablecoins bezahlen wollen.
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