45% der geplanten amerikanischen Rechenzentrumskapazitäten potenziell gefährdet
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Der politische Widerstand gegen neue Rechenzentren wächst in den USA parteiübergreifend. Dabei geht es insbesondere um steigende Strompreise, Wasserverbrauch, Umweltbelastungen, Steuervergünstigungen und die Frage, wer für den notwendigen Ausbau der Infrastruktur bezahlt. Besonders betroffen, sind 3 Bundesstaaten, in denen die Demokraten die Gouverneurswahlen gewonnen und damit die Republikaner abgelöst haben.
Texas: Gina Hinojosa gewinnt mit 53,0% gegen Greg Abbott mit 45,6%. Sie will neue Rechenzentren vorerst stoppen, bis ausreichende Schutzvorschriften für die Bevölkerung geschaffen werden. Außerdem fordert sie die Abschaffung von Steuervergünstigungen für besonders große Rechenzentren. Texas verfügt mit 62,5 Gigawatt über die größte Projektpipeline der untersuchten Bundesstaaten.
Georgia: Keisha Lance Bottoms gewinnt mit 54,3% gegen Rick Jackson mit 45,7%. Sie fordert einen vorübergehenden landesweiten Baustopp, bis verbindliche Regeln verabschiedet sind. Die geplante Rechenzentrumskapazität beträgt 41,7 Gigawatt.
Ohio: Amy Acton gewinnt mit 52,3% gegen Vivek Ramaswamy mit 44,4%. Sie will Projekte aussetzen, sofern die Betreiber nicht sämtliche zusätzlichen Versorgungskosten übernehmen, Umweltauflagen erfüllen, Gewerkschaftsbeschäftigte einsetzen und Transparenz gewährleisten. Die Pipeline umfasst 20,9 Gigawatt. Auch Ramaswamy hateinen Genehmigungsstopp bis zur Verabschiedung neuer gesetzlicher Regelungen angekündigt.
Allein diese 3 Bundesstaaten verfügen zusammen über eine geplante Rechenzentrumskapazität von 125,1 Gigawatt. Allerdings bedeutet die jeweilige politische Position weder einen bereits beschlossenen Baustopp noch die Streichung der gesamten Pipeline.
Auch in anderen Bundesstaaten zeichnet sich eine restriktivere Regulierung ab. In Pennsylvania setzt Josh Shapiro auf strengere Genehmigungsverfahren und verbindliche Zusagen der Betreiber. In Illinois hat JB Pritzker neue Steuervergünstigungen ausgesetzt und verlangt, dass Rechenzentren ihre Strom und Wasserversorgung möglichst selbst sicherstellen. In Michigan fordert Jocelyn Benson einen vorübergehenden Stopp bis zur Einführung verbindlicher Regeln. In Wisconsin unterstützt David Crowley ebenfalls eine landesweite Pause. In Oregon hat Tina Kotek bereits bestimmte Grundstücksgeschäfte und Umweltgenehmigungen bis Juli 2027 ausgesetzt.
In New Mexico fordert Deb Haaland Schutzvorschriften, bevor neue Großprojekte zugelassen werden. Betreiber sollen möglichst eigene erneuerbare Energie bereitstellen, ihre Kosten selbst tragen und geschlossene Kühlsysteme einsetzen. In New York hat Kathy Hochul eine einjährige Genehmigungspause für neue Rechenzentren mit mehr als 50 Megawatt vorgesehen.
Allerdings gibt es wichtige Unterschiede. In Arizona lehnen sowohl Katie Hobbs als auch ihr republikanischer Herausforderer Andy Biggs ein pauschales landesweites Moratorium ab. Beide setzen stärker auf lokale Entscheidungen und die Einhaltung von Wasser und Stromstandards. In Florida befürwortet der demokratische Kandidat David Jolly eine Pause, während der republikanische Wahlsieger Byron Donalds den Ausbau unter bestimmten Auflagen unterstützt. In Kalifornien befürworten beide Kandidaten zusätzliche Regeln für KI, ohne sich in der Grafik ausdrücklich auf einen allgemeinen Baustopp festzulegen.
Auch zahlreiche Republikaner unterstützen Einschränkungen. Dazu gehören beispielsweise John James in Michigan, Tom Tiffany in Wisconsin und Christine Drazan in Oregon. Drazan fordert sogar einen sofortigen landesweiten Stopp neuer Rechenzentren.
Der KI-Infrastrukturboom erhält einen zusätzlichen (nämlich politischen) Risikofaktor. Neue Regulierungen könnten Genehmigungen verzögern, Investitionen verteuern und geplante Rechenzentren wirtschaftlich weniger attraktiv machen. Die politische Entwicklung hat bereits unmittelbare Folgen für die Finanzmärkte. Die US-Investmentbank Goldman Sachs sieht wegen der Wahlergebnisse rund 45% der geplanten amerikanischen Rechenzentrumskapazitäten als potenziell gefährdet. Gemeint sind mögliche Verzögerungen, zusätzliche Regulierung und der Wegfall steuerlicher Vorteile, nicht die vollständige Streichung dieser Projekte.

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