Kommentar
10:45 Uhr, 17.02.2026

Bundesbank-Präsident Nagel: Digitaler Euro stärkt Europas Souveränität

Auf einer Veranstaltung in Frankfurt betont der Bundesbank-Präsident die strategische Bedeutung einer europäischen CBDC und euro-denominierter Stablecoins. Ziel sei mehr Unabhängigkeit von US-Dollar-dominierten Zahlungslösungen.

  • Auf dem Neujahrsempfang der American Chamber of Commerce in Frankfurt zeichnete Bundesbank-Präsident Joachim Nagel das Bild einer Welt im Umbruch. Mit Blick auf die transatlantischen Beziehungen sagte er: “Wir können uns nicht mehr in gleichem Maße wie bisher auf die transatlantische Zusammenarbeit und die regelbasierte internationale Ordnung verlassen.”
  • Europa müsse sich in dieser neuen geopolitischen Realität strategisch neu aufstellen – wirtschaftlich, regulatorisch und technologisch. Ein zentraler Hebel dabei: die Stärkung der internationalen Rolle des Euro.
  • Konkret verwies Nagel auf die Arbeiten des Eurosystems an einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC). “Derzeit arbeitet das Eurosystem intensiv an der Einführung des digitalen Euro”, erklärte er. Diese werde “die erste paneuropäische digitale Zahlungslösung sein, die ausschließlich auf europäischen Infrastrukturen basiert”.
  • Damit spricht sich die Bundesbank klar für den digitalen Euro aus. Ziel ist eine staatlich garantierte digitale Zahlungsform, die Bargeld ergänzt und gegenüber privaten Zahlungsanbietern sowie Big-Tech-Lösungen konkurrenzfähig ist.
  • Neben der Retail-Variante sprach Nagel auch die Möglichkeit einer Wholesale-CBDC an, die primär für Finanzinstitute gedacht ist. Hier sieht er erhebliches Innovationspotenzial: “In erster Linie würde eine Wholesale-CBDC es Finanzinstituten ermöglichen, programmierbare Zahlungen in Zentralbankgeld zu tätigen.”
  • Programmierbare Zahlungen in Zentralbankgeld könnten etwa im Wertpapier-Settlement, bei Tokenisierung von Vermögenswerten oder in automatisierten Lieferkettenprozessen eine zentrale Rolle spielen.
  • Bemerkenswert deutlich äußerte sich Nagel auch zu privaten, euro-denominierten Stablecoins. Diese könnten laut Bundesbank-Präsident ebenfalls zur strategischen Autonomie beitragen: “Ich sehe auch Vorteile in auf Euro lautenden Stablecoins, da sie von Privatpersonen und Unternehmen für grenzüberschreitende Zahlungen zu geringen Kosten genutzt werden können.”
  • Euro-Stablecoins könnten insbesondere im internationalen Zahlungsverkehr Vorteile bieten – etwa bei grenzüberschreitenden Transaktionen außerhalb klassischer Bankensysteme. Sie wären damit ein Gegengewicht zu US-Dollar-Stablecoins wie USDT oder USDC, die bislang den Markt dominieren.
  • Die Rede steht auch in Zusammenhang mit der im Juni 2025 verabschiedeten US-Stablecoin-Gesetzgebung GENIUS Act, die den US-Dollar auf dem internationalen Stablecoin-Parkett stärken soll.

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