BROWN-FORMAN: Edel ernüchtert die westliche Welt.
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Unser Chartvergleich der Aktien großer, traditionsreicher westlicher Spirituosenkonzerne zeigt: Das Geschäft mit hochprozentigem Alkohol wurde spätestens im Hochsommer 2023 „abgängig“ gestempelt. Dass CONSTELLATION BRANDS (nicht abgebildet) erst ein Jahr später nach unten abbog, ändert wenig daran. Die deutsche BERENTZEN GRUPPE (ebenfalls nicht enthalten) würde sich nahtlos einfügen. Der 2009 eingeschlagene Erfolgsweg einer ganzen Branche endete ab November 2023 an stolzen Allzeithochs. Wer sorgt für den Impuls eines Neustarts?
Am Donnerstag meldete Bloomberg, dass Gespräche über eine mögliche Großfusion geführt werden. Es beliebäugeln sich:
BROWN-FORMAN aus Louisville in Kentucky. Fokussiert auf Whiskey und Tequila verschiedener Marken wie Jack Daniel’s, Herradura und El Jimador.
PERNOD RICARD aus Paris mit diversen Bekanntheiten wie Absolut Vodka, Bellantine’s, Chivas Regal, Kinobi oder Ramazzotti. Ein Hofstaat von mehr als 200 Premiummarken. - Weitere Details der möglichen Partner:
Kleiner ist BROWN-FORMAN, Börsenwert 12,2 Mrd. $. Die Aktie legte nach Bekanntwerden der Gespräche 9,6 % zu.
PERNOD RICARD hingegen hat direkt ca. 6 % auf 59,94 € nachgegeben. Die Aktie gelangte damit laut CNBC auf ein neues 52-Wochen-Tief - genauer: sie ist auf dem nominellen Niveau vom Herbst 2011 zurück. Mit 15,1 Mrd. $ Marktkapitalisierung sind die Franzosen, jedenfalls zurzeit noch, der größere Partner, der üblicherweise das Übernahmeangebot ausspricht.
Der Kursauftrieb in Erwartung einer Übernahmeprämie treibt die schon zuvor stolzen Bewertungskennziffern des US-amerikanischen Brenners weiter nach oben. Aktuell gilt für FOREMAN KUV 3,1 mit KGV 15,0 und EV/EBITDA 10,6. Zum Vergleich, bei PERNOD RICARD sind es zurzeit KUV 1,5 mit KGV 10,7 und EV/EBITDA 9,0.
Dass PERNOD RICARD auf Partnersuche gehen würde, hätte man ahnen können. Siehe Geschäftsbericht 2025 auf Seite 5: Hier wird die Lage mit „attractive long-term industry fundamentals“ beschrieben. Einige Zeilen später gelobt das Management, in die „desirability“ (Attraktivität) seiner Marken zu investieren. Warum nicht durch eine „Eroberung“ im guten Sinn. Allerdings:
Die Bilanzen sorgen für weitere Ernüchterung. Zum Stichtag Ende 2025 war der Konzern mit 2,4 Mrd. € kurzfristig liquide. Größter Aktivposten waren "Intangibles + Goodwill" mit 17,7 Mrd. €. Auf der Passivseite betrug das gesamte Eigenkapital 16,5 Mrd. € und die langfristige Verschuldung 15,5 Mrd. €.
Eine berauschende Fusionsfeier wäre damit kein Problem. Aber wer finanziert die teuren "Geschenke" für die Aktionäre der BROWN-FORMAN CORPORATION!
Helmut Gellermann
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