BROCKHAUS kündigt Mega-Dividende und Aktienrückkauf an
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- Brockhaus Capital Mgmt AG Namens-Aktien o.N. - WKN: A2GSU4 - ISIN: DE000A2GSU42 - Kurs: 21,400 € (XETRA)
Wir hatten das frühzeitig an dieser Stelle thematisiert. Bis zu 180 Mio. EUR (rund 18,10 EUR pro Aktie) sollen fließen, also ein Betrag, der gemessen an der Börsengröße des Unternehmens erheblich ist.
Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung am 19. August 2026 zunächst ein öffentliches Erwerbsangebot über bis zu 90 Mio. EUR vorschlagen. Geplant ist der Rückkauf eigener Aktien zum Zweck der Einziehung. Als angestrebter Angebotspreis nennt Brockhaus Technologies 24,00 EUR je Aktie. Bei diesem Preis könnte das Unternehmen rechnerisch bis zu 3,75 Mio. eigene Aktien erwerben.
180 Mio. EUR Rückführung, aber nicht alles sofort
Der zweite Baustein ist technischer, aber für Aktionäre wichtig. Brockhaus will rund 183 Mio. EUR aus der bestehenden Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB über eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln und eine anschließende ordentliche Kapitalherabsetzung in freie Kapitalrücklagen überführen. Das klingt nach Bilanzakrobatik, ist aber der entscheidende Schritt, um spätere Ausschüttungen oder vergleichbare Kapitalrückführungen überhaupt zu ermöglichen.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Die 90 Mio. EUR für den Aktienrückkauf sind der konkrete erste Hebel. Die weitere Rückführung ist bilanziell vorbereitet, aber noch kein unmittelbar ausgeschriebener Geldregen. Zudem muss die Hauptversammlung den Maßnahmen noch zustimmen. Und hier regt sich Widerstand, denn einige Aktionärsgruppen könnten sogar eine noch höhere Ausschüttung fordern!
Hintergrund ist der Verkauf der Bikeleasing-Gruppe. Brockhaus hatte im Dezember 2025 den Verkauf seines rund 52%-Anteils an Bikeleasing an Decathlon Pulse gemeldet. Die Transaktion basierte auf einer Unternehmensbewertung von Bikeleasing von 525 Mio. EUR. Im Juni hatte Brockhaus dann angekündigt, rund 180 Mio. EUR aus dem Verkauf an die Aktionäre zurückführen zu wollen.
Für Aktionäre ist der geplante Rückkauf attraktiv, weil er die Aktienzahl massiv reduzieren könnte. Wer nicht andient, würde bei vollständiger Umsetzung rechnerisch einen deutlich höheren Anteil am verbleibenden Unternehmen halten. Wer andient, hätte dagegen die Möglichkeit, Liquidität zu einem voraussichtlich deutlichen Aufschlag auf den relevanten Börsenkurs zu erhalten. Zudem fallen bei Rückkäufen im Gegensatz zu Dividenden keine direkten Steuern an. Nur der Gewinn aus der Transaktion wäre zu versteuern.
Fazit: Die Abwicklung der Gesellschaft wird jetzt zeitnah beginnen. Wir hatten bei unserem letzten Artikel rund 15 bis 20 % Rendite bis Jahresende in Aussicht gestellt. Das wird jetzt doch recht kurzfristig erreicht. Die Spezialsituation wird aber noch einige Zeit anhalten und vielleicht sogar noch höhere Kurse ermöglichen.
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Kann man jetzt noch einsteigen oder ist der Zug schon abgefahren ?