BMW-Aktie im Fokus: Audi bricht um 87 Prozent ein
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Erwähnte Instrumente
- VerkaufenKaufen
Schnell. Sicher. Direkt.Trading über stock3 war noch nie so einfach.
Mehr erfahren Nein, danke
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- 01Audi-Gewinn bricht ein: Audi verbuchte im dritten Quartal einen Gewinneinbruch um 87 Prozent auf 95 Millionen Euro und senkte seine Jahresziele.
- 02Fokus auf BMW: BMW legt in der kommenden Woche Quartalszahlen vor, wobei Anleger besonders auf Margen und China-Verkäufe achten.
- 03Unterschiedliche US-Basis: Während Audi eine Fabrik in den USA plant, verfügt BMW mit dem Werk Spartanburg bereits über eine lokale Produktion.
Audis Quartalsergebnis alarmiert die Autobranche
Die aktuellen Quartalsdaten aus Ingolstadt verdeutlichen den Gegenwind für deutsche Premiumhersteller. Audi verbuchte im dritten Quartal einen Nettogewinn von 95 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der VW-Teilkonzern noch 718 Millionen Euro nach Steuern erwirtschaftet, was einem Rückgang um rund 87 Prozent entspricht. Über die ersten neun Monate des Jahres summiert sich das Ergebnis auf 1,22 Milliarden Euro bei einem Gesamtumsatz von 42 Milliarden Euro.
Gleichzeitig korrigierte das Management seine Erwartungen für das Gesamtjahr 2026 nach unten. Audi rechnet nun mit Erlösen zwischen 55 und 59 Milliarden Euro, nachdem bisher 58 bis 63 Milliarden Euro angepeilt worden waren. Bei der operativen Rendite stellt das Unternehmen eine Spanne von 3 bis 5 Prozent in Aussicht, deutlich weniger als die zuvor prognostizierten 5 bis 7 Prozent.
✓
✕
”
Margendruck im Premiumsegment
Die operative Rendite zeigt, wie viel Gewinn vom Umsatz vor Steuern und Zinsen im operativen Geschäft verbleibt. Ein Absinken auf 3 bis 5 Prozent belegt, dass Rabatte in Asien und gestiegene Kosten die Profitabilität von Premiummarken spürbar aushöhlen.
Als wesentliche Gründe für die schwächeren Kennzahlen verweist das Unternehmen auf den Markt in China. Dort belasten eine zurückhaltende Kundennachfrage, verstärkte Konkurrenz durch lokale Anbieter sowie deren wachsende Exportaktivitäten die Verkäufe. Hinzu kommen höhere Energiekosten und US-Importzölle, die das Geschäft zusätzlich bremsen.
BMW legt kommende Woche die eigenen Quartalszahlen vor
Der drastische Gewinneinbruch bei Audi richtet das Augenmerk der Marktteilnehmer unmittelbar auf München. BMW stellt in der kommenden Woche seinen Quartalsbericht vor. Investoren nutzen die Daten der Wettbewerber häufig als Frühindikator dafür, ob die gesamte Industrie unter strukturellen Problemen leidet oder ob es sich um unternehmensspezifische Schwächen handelt.
Ein direkter Zahlenvergleich greift jedoch nur bedingt. Audi fungiert als Teilkonzern innerhalb des Volkswagen-Konzerns, während BMW Zahlen für den gesamten Konzern ausweist. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres hatte BMW einen Konzerngewinn von mehr als vier Milliarden Euro erwirtschaftet und damit eine deutlich stabilere Profitabilität als die Konzerntochter aus Ingolstadt vorgelegt.
Schwächere Nachfrage in China, intensiverer Wettbewerb sowie höhere Energiekosten und US-Zölle belasten das Ergebnis.
Audi-Geschäftsbericht, Quartalsmitteilung
Für die anstehende Veröffentlichung von BMW rücken daher vor allem die operative Marge im Automobilsegment und die Absatzmengen im asiatischen Raum in den Mittelpunkt. Anleger wollen wissen, ob BMW ähnliche Margenzugeständnisse machen musste, um die Verkaufszahlen stabil zu halten.
Produktion in den USA verschafft BMW einen Standortvorteil
Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden bayerischen Rivalen liegt in der geografischen Fertigungsstruktur. Audi verfügt bislang über keine eigene Fahrzeugproduktion in den Vereinigten Staaten, plant dort allerdings den Aufbau eines Werks für SUVs, um künftigen Handelsbarrieren zu entgehen.
BMW betreibt hingegen seit vielen Jahren ein großes Produktionswerk in Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina. Dort laufen vor allem die margenstarken SUV-Modelle vom Band, die sowohl für den nordamerikanischen Markt bestimmt sind als auch weltweit exportiert werden. Durch diese lokale Fertigung ist BMW gegenüber US-Importzöllen anders aufgestellt als Konkurrenten, die Fahrzeuge vollständig aus Europa oder Mexiko einführen müssen.
Dennoch bietet die Fertigung in Nordamerika keinen Schutz vor den Herausforderungen in Fernost. In China ringen alle deutschen Autobauer mit einem harten Preiskampf und dem schnellen Wandel hin zu elektrifizierten Antrieben. Ob die regionale Aufstellung von BMW ausreicht, um die Belastungen auszugleichen, wird der Quartalsbericht zeigen.
Woran die Münchner nächste Woche gemessen werden
Die Erwartungen an das Zahlenwerk von BMW sind durch die Senkung der Audi-Jahresziele gestiegen. Für Investoren steht nicht allein der absolute Umsatz im Fokus, sondern vor allem die Kostenkontrolle und die Fähigkeit, bestehende Preispunkte in einem von Rabatten geprägten Marktumfeld zu verteidigen.
Sollte BMW trotz der schwächeren Dynamik in China eine stabile Marge im Kerngeschäft ausweisen, würde dies die relative Stärke des Münchener Konzerns unterstreichen. Zeigen sich jedoch auch dort stärkere Bremsspuren bei Nachfrage und Rentabilität, dürfte der Druck auf die gesamte deutsche Autobranche weiter zunehmen.
