Bitwise-CEO: "Der Bitcoin-Zyklus ist beendet"
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Bitwise-CEO Hunter Horsley glaubt nicht mehr an den klassischen Bitcoin-Zyklus. Der altbekannte Rhythmus verliere seiner Meinung nach an Bedeutung, weil sich die Struktur des Marktes grundlegend verändere. Große Finanzakteure beschäftigen sich längst nicht mehr nur experimentell mit Krypto. Sie bauen bereits aktiv konkrete Produkte, Strategien und Positionen auf. Für Horsley beginnt damit eine neue Phase für Bitcoin. Doch warum könnte diese Entwicklung den Markt stärker verändern als jedes Halving zuvor?
Banken unter Zugzwang
Besonders brisant seien Gespräche mit US-Großbanken. Eine Bank habe intern erklärt, man müsse beim Thema Krypto „von null auf 500 Meilen pro Stunde“ beschleunigen. Eine andere habe einzelnen Geschäftsbereichen nur 100 Tage Zeit gegeben, um eine konkrete Krypto-Strategie vorzulegen.
Direkt überprüfen lassen sich diese Aussagen nicht. Sie passen allerdings zu einem Umfeld, in dem die institutionelle Öffnung spürbar an Tempo gewinnt. Zahlungsdienstleister wie Block, Inc. haben Bitcoin-Zahlungen bereits millionenfach ausgerollt. Unternehmen beginnen zunehmend, Bitcoin-Allokation nicht nur über direkte Käufe, sondern auch über ETFs abzubilden.
Auch Bitwise selbst profitiert von dieser Entwicklung. Der Vermögensverwalter zählt inzwischen zu den wichtigsten Anbietern regulierter Krypto-Produkte in den USA. Der Solana ETF “BSOL” hat wenige Wochen nach Handelsstart bereits die Marke von 500 Millionen US-Dollar verwaltetem Vermögen überschritten.
Bitcoin konkurriert nicht mit Altcoins
Der entscheidende Punkt in seiner Argumentation liegt allerdings woanders: Aus seiner Sicht wird Bitcoin weiterhin falsch eingeordnet. Die relevante Vergleichsgröße sei der globale Markt für Vermögensspeicher.
Bitcoin kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von knapp 1,6 Billionen US-Dollar. Der Goldmarkt liegt bei rund 30 Billionen. Der weltweite Markt für Vermögensspeicher liegt laut Bitwise sogar bereits jenseits der Marke von 100 Billionen US-Dollar.
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Wichtig ist dabei die Einordnung: Es handelt sich nicht um klassische Kursprognosen, sondern um Szenarien auf Basis von Kapitalverschiebungen und globaler Geldmengenausweitung.
Der Markt verändert seine Eigentümer
Für Horsley verändert institutionelles Kapital nicht nur den Markt, auch die Machtverhältnisse rund um Krypto stehen im Wandel. Mit jedem neuen institutionellen Investor wächst die Gruppe der Akteure, die wirtschaftlich und politisch ein Interesse am Erfolg des Sektors hat.
Darauf verweist er mit Blick auf die US-Wahl 2024, bei der kryptofreundliche Lobbygruppen erstmals sichtbar Einfluss auf politische Debatten nahmen. Zudem experimentieren immer mehr globale Marken mit Tokenisierung und Blockchain-Anwendungen. Krypto entwickelt sich damit schrittweise von einer Nischenbewegung zu einem Bestandteil des etablierten Finanzsystems.
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Ob dadurch allerdings auch die extremen Bitcoin-Zyklen verschwinden, bleibt abzuwarten. Dadurch offenbart sich auch die Schwachstelle in Horsley’s Argument: Der Markt hat bislang erst einen größeren Abschwung erlebt, in dem ETFs, Banken und institutionelle Anleger überhaupt eine relevante Rolle spielten. Ob diese neuen Kapitalströme künftige Crashs tatsächlich abfedern können, lässt sich bisher nicht belegen.
Die neue Logik hinter dem Bitcoin-Markt
In einem Punkt dürfte der CEO von Bitwise allerdings recht behalten: Bitcoin bewegt sich inzwischen in einem Marktumfeld, in dem bereits geringe Umschichtungen enorme Preiseffekte auslösen können. Wenn selbst kleine Teile institutioneller Portfolios in Richtung Bitcoin wandern, verändert das die Dynamik des gesamten Assets.
Deshalb könnte die wichtigste Veränderung nicht der nächste Kursanstieg sein, sondern die Art, wie Bitcoin künftig bewertet wird. Bitcoin könnte zunehmend als Konkurrenz zu Gold, Staatsanleihen und klassischen Wertspeichern gesehen werden.
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