Kommentar
17:01 Uhr, 15.04.2026

Bitcoin-Entwickler wollen für Quantenangriffe anfällige BTC einfrieren

Fünfzehn Jahre nach dem Verschwinden von Satoshi erschüttern ausgerechnet Bitcoin-Entwickler die Community mit BIP-361. Warum Millionen BTC eingefroren werden könnten.

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Dass nur derjenige über Bitcoin verfügen kann, der auch die Private Keys hält, gilt als eine fundamentale Basis für das Wertversprechen der Kryptowährung. Kein Staat, keine Zentralbank, kein Finanzinstitut – niemand kann auf BTC zugreifen, die in Self Custody verwahrt werden. Kein Wunder also, dass BIP-361 in der Community hohe Wellen schlägt. Dieser neue Vorschlag einiger Bitcoin-Entwickler soll das Netzwerk auf quantenresistente Adressen umzustellen und Guthaben in anfälligen, alten Wallets einfrieren. Er baut auf BIP-360 auf und beinhaltet einen Wiederherstellungsmechanismus unter Verwendung von Zero-Knowledge-Proofs für Nutzer, die die Umstellung nicht rechtzeitig vornehmen.

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Der Vorschlag einer Gruppe um Cyperpunk Jameson Lopp sieht einen dreistufigen Plan vor, der BTC schrittweise gegen Quantencomputer-Angriffe sichern soll. Demnach würde in der ersten Phase die Erstellung neuer Transaktionen nach einer festgelegten Aktivierungsfrist auf ausschließlich quantenresistente Adresstypen beschränkt werden.

Die umstrittenere zweite Phase würde ältere Signaturen nach einigen Jahren vollständig ungültig machen, wodurch alle Bitcoin in anfälligen Adressen effektiv eingefroren würden. Das beträfe auch die rund 1,1 Millionen BTC im Wert 81 Milliarden US-Dollar, die Satoshi Nakamoto zugeschrieben werden. In der letzten Phase soll dann der Wiederherstellungsmechanismus unter Verwendung von Zero-Knowledge-Proofs eingeführt werde.

Hitzige Debatte in der Bitcoin-Community

Während Unterstützer die Notwendigkeit der ökonomischen Anreize für den “Quantensprung” hervorheben, sehen Kritiker darin einen Angriff auf die Kernprinzipien von Bitcoin. Michael Saylor ging schon im Dezember davon aus, dass “alle Bitcoin und alle Wallets und alles, was für Quantenbedrohungen anfällig ist, neu verschlüsselt” werden. Seiner Einschätzung nach wäre das Einfrieren gar kein Problem, denn die einzigen Adressen, die nicht aktualisiert werden, stammen “von verstorbenen Personen oder solchen, die ihre Private Keys verloren haben”.

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Doch das Einfrieren von Bitcoin selbst unter besonderen Umständen wie einem Quantenangriff hätte schwerwiegende Folgen. Plötzlich würden Entwickler indirekt darüber bestimmen, welche BTC noch “gültig sind” und welche nicht. “Inaktive Nutzer dürfen kein akzeptabler Kollateralschaden sein. Und das riecht nach zentraler Planung – mit Fristen, Verhaltenszwang und erzwungener Migration”, klagt ein X-Nutzer daher. Viele weitere befürchten autoritäre Tendenzen.

Gegenüber BTC-ECHO erklärte auch CoinShares-Experte Christopher Bendiksen: “Man kann nicht einfach andere Leute ihrer Coins berauben, nur weil man glaubt, sie könnten gefährdet sein. Bitcoin ist stark, weil es Eigentumsrechte schützt. Wenn man anfängt, diese Rechte von oben zu verändern, öffnet man eine Tür, die später schwer wieder zu schließen ist.”

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