Kommentar
20:29 Uhr, 19.02.2026

Auswandern aus Deutschland 2026: Wirtschaftliche Lage & mögliche Ziele

Wenn man sich aktuell in seinem Freundes- und Bekanntenkreis umhört, ist eines klar: Die wirtschaftliche Stimmung im Land war lange nicht so schlecht, auch wenn zuletzt erstmals wieder ein Mini-Wachstum vermeldet werden konnte. Außerdem hat sich die geopolitische Lage und das Ansehen Deutschlands im Vergleich zu früheren Zeiten massiv verschlechtert – sei es durch den Ukraine-Krieg oder die zunehmenden Provokationen aus den USA, denen wir aktuell politisch nichts entgegenzusetzen haben.

In diesem Beitrag möchte ich meine Meinung zur aktuellen Lage teilen und die Frage diskutieren, ob es sinnvoll oder gar zukünftig notwendig sein könnte, Deutschland den Rücken zu kehren. Diese Frage lässt sich natürlich nicht pauschal beantworten und richtet sich immer auch nach den persönlichen Verhältnissen. Als Familienvater ist diese Entscheidung wohl auch deutlich schwerer zu treffen, als wenn man Anfang 20 und Single ist.

Unter dem Strich bleibt jedoch eine Sache deutlich: Wenn wir uns weiter auf dem Wohlstand der Vergangenheit ausruhen, die Rente mit Milliarden bezuschussen, statt in den Kapitalmarkt zu investieren, und die einstigen Vorreiter deutscher Wirtschaftskraft durch hohe Strompreise, Regulierung und Bürokratie in die Knie zwingen, dann steht uns eine düstere wirtschaftliche Zukunft bevor. Zudem wird der Wohlstand, den wir aktuell genießen, spätestens für unsere Kinder dann nur noch eine Erinnerung an bessere Zeiten bleiben. Ist es daher jetzt an der Zeit, aus Deutschland auszuwandern? Oder wird es woanders auch nicht besser? Diesen Fragen versuche ich in meinem Kommentar nachzugehen.


Wirtschaftliche Lage 2025/2026 – warum die Stimmung düster ist

Die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands zeigt: Wachstum ist kaum vorhanden und viele strukturelle Probleme bleiben bestehen.

  • Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) für 2025 ist um 0,2 % gewachsen, nachdem das Wachstum die letzten beiden Jahre zurückgegangen war.
  • Die Deutsche Bundesbank warnt davor, dass gerade das exportorientierte Verarbeitende Gewerbe unter internationalem Druck und Handelshemmnissen leidet. Hier schlagen natürlich insbesondere die US-amerikanischen Zölle zu Buche.
  • Die neuen Handelskonflikte mit den USA im Streit um Grönland verschärfen diese Situation weiter.
  • In der Herbst-Prognose der Bundesregierung und von Forschungseinrichtungen heißt es, dass strukturelle Schwächen – wie Fachkräftemangel, hohe Energie- und Lohnkosten sowie sinkende Wettbewerbsfähigkeit – das Wachstum langfristig belasten.
  • Für 2026 wird ein weiterhin eher geringes Wachstum von 1 bis 1,3 % erwartet.

Die Rahmenbedingungen sind herausfordernd, doch anstatt das 500 Milliarden EUR schwere Infrastrukturpaket effizient einzusetzen, scheint das meiste davon im Bürokratiedschungel zu versickern. Natürlich steht auch keine wirtschaftliche Apokalypse bevor, aber während das Wachstum selbst in Spanien zurückzukehren scheint und beispielsweise Polen mit über 3 % BIP-Wachstum voll auf dem Wachstumspfad ist, bleibt die wirtschaftliche Erholung in Deutschland weiter ein feuchter Traum.


Wohin auswandern? Die besten Länder für die deutsche Mittelschicht

Bei den oberen Einkommensschichten ist der Wegzug aus Deutschland bereits voll im Gange. Die Gründe sind vielfältig aber überwiegend dürften steuerliche Aspekte, klimatische Vorteile und bessere Rahmenbedingungen in anderen Ländern diesen Umstand erklären. Die folgende Statistik zeigt, welche Länder „Reiche“ hinzugewinnen können und wer seine Oberschicht verliert. Besonders erschreckend ist die Entwicklung im Vereinigten Königreich. Die USA und VAE gewinnen viele neue reiche Einwohner hinzu. Dies kann sich in den jeweiligen Ländern stark auf die Investitionstätigkeit auswirken.

Länder die „Reiche“ für sich gewinnen können gegenüber den Verlierern.

Aber wird sich diese Entwicklung auch auf eine Familie aus der deutschen Mittelschicht ausweiten? Welche Möglichkeiten hat der deutsche Mittelstand? Grundsätzlich stehen einem mit deutschem Pass viele Länder offen. Neben der EU-Freizügigkeit kann man auch problemlos in einige südamerikanische oder asiatische Länder auswandern.

Die beliebtesten Ziele deutscher Auswanderer sind aktuell:

  • Schweiz
  • Österreich
  • Spanien
  • USA
  • Frankreich / Niederlande

Neben den beliebtesten Zielen sind oft auch die nordischen Länder wie Dänemark oder Norwegen sowie Kanada, Island oder Australien für Auswanderer interessant. Aber auch asiatische Ziele wie Thailand oder Singapur rücken für viele Auswanderer in den Fokus. Doch was bedeutet es überhaupt, die Zelte in Deutschland abzubrechen und woanders komplett neu anzufangen?

Ziel Vorteile Nachteile
Schweiz Gehaltsboost: Hier winkt oft das Doppelte vom deutschen Lohn bei niedrigeren Steuern. Die Alpen sind direkt vor der Tür. Kostenschock: Ein Kaffee für 6 Euro, die Kita kostet ein Vermögen und als Einwanderer ist man nicht unbedingt gerne gesehen.
Österreich Heimat-Vibe: Keine Sprachbarriere, top Lebensqualität und eine entspanntere Arbeitskultur. Gehaltscheck: Die Löhne sind oft ähnlich wie in DE, aber die Lebenshaltungskosten in Städten wie Wien oder Innsbruck ziehen an.
Spanien Lebensfreude: Sonne, Tapas und ein deutlich familienfreundlicheres Umfeld. Kinder sind überall willkommen. Wirtschaft: Der Arbeitsmarkt ist schwierig. Ohne deutschen Remote-Job oder Ersparnisse wird es finanziell oft eng.
Frankreich / Niederlande Lebensart: In Frankreich lockt das „Savoir-vivre“, in den NL die flachen Hierarchien und die geniale Infrastruktur für Fahrräder. Bürokratie & Wohnen: In Frankreich ist der Papierkram legendär anstrengend; in den Niederlanden herrscht akute Wohnungsnot.

Darüber hinaus locken Länder wie Dänemark, Norwegen oder Island mit einer guten Work-Life-Balance und einem guten sozialen Miteinander. Die Menschen im Norden gelten gemeinhin als sehr glücklich. Das Wetter ist mit viel Kälte und Dunkelheit im Winter allerdings gewöhnungsbedürftig und die Lebenshaltungskosten sind extrem hoch.

Die USA, Kanada oder Australien gelten als offene Ländern mit weiter Natur und grenzenlosen Möglichkeiten. Die aktuelle Politik in den USA ist allerdings eher abschreckend und auch ein dauerhafter Aufenthaltstitel in Australien ist alles andere als leicht zu bekommen.

In asiatischen Ländern wie Thailand oder Singapur locken die sonnigen Wetterbedingungen, die nähe zum Meer und die niedrigen Lebenshaltungskosten. In Singapur herrschen allerdings sehr strenge Regeln und in Thailand besteht eine große kulturelle Distanz zu unserer westlichen Kultur. Hier gibt es allerdings schon sehr große deutsche Communities.

Hürden und Chancen – was man wissen muss

Die Hürden – familiäre Bande und Neustartprobleme

Auswandern bedeutet einen extremen Einschnitt in das eigene Leben und das der eigenen Familie. Diesbezüglich gibt es einige Punkte zu beachten – und Hürden zu überwinden:

  • Die größte Hürde für viele ist das familiäre und berufliche Netzwerk in Deutschland. Mit den familiären Banden zu brechen und das gewohnte berufliche Umfeld zu wechseln ist für viele das Hindernis Nummer 1.
  • Hinzu kommen Faktoren wie sprachliche Barrieren im Zielland und unsichere berufliche Perspektiven. Hier haben Fachkräfte, insbesondere aus dem Bereich IT aktuell die besten Karten – doch im Umfeld von KI-Disruption könnte sich dies auch bald ändern. Wer bereits mit festem Arbeitsvertrag ins Ausland geht, erspart sich meist viel Unsicherheit, wobei dann oft der Partner zunächst in die Röhre guckt.
  • Hinzu kommt noch, dass man als Migrant im neuen Land nicht immer ein willkommener Gast ist. Insbesondere die Schweiz ist dafür bekannt, zunächst wenig begeistert auf weitere deutsche Zuwanderer zu reagieren.

Die Chancen – besseres Wetter und wirtschaftliche Vorteile

Folgende Aspekte beziehungsweise Chancen gibt es beim Thema Auswandern zu beachten. Insgesamt gilt, wer sich vorher intensiv mit der Thematik beschäftigt, für den kann der Schritt ins Ausland auch viele positive Veränderungen mit sich bringen:

  • Als Fachkraft profitiert man gegebenenfalls von einer besseren Verdienstmöglichkeit bei (je nach Zielland) geringeren Sozialabgaben oder günstigeren Lebenshaltungskosten (insbesondere in Asien oder Osteuropa).
  • Die Sprachbarriere dürfte sich in Zukunft mit der Hilfe von KI deutlich verringern, wenn Simultan-Übersetzung per Kopfhörer zum Standard wird.
  • In den aktuell geopolitisch und wirtschaftlich angespannten Zeiten rückt allerdings auch dieser Beweggrund für viele in den Fokus. Auswandern schafft hier die Chance, aus wirtschaftlichen Regionen, die im Rennen um KI und Robotik in Zukunft abgehängt werden könnten, in wirtschaftlich stärkere Regionen zu „flüchten“.
  • Für einige könnte auch das Wetter eine Rolle spielen. Ziele in Asien oder Südeuropa locken mit besserem Wetter und direktem Zugang zum Meer.

Fazit – Die Lösung (für mich)

Für viele bleibt Auswandern ein Traum oder eine Notlösung. Wenn sich die Rahmenbedingungen in Deutschland allerdings nicht verbessern, wird sich der Fachkräftemangel verstärken und immer mehr qualifizierte Arbeitnehmer suchen ihr Glück im Ausland.

Wichtiger erscheint mir aber, seine Einkommensströme zu diversifizieren und sie im Idealfall unabhängig von einzelnen Regionen, Regierungen, aber noch wichtiger von einzelnen Firmen oder Arbeitgebern zu machen. Mein mittelfristiges Ziel ist es, mein Einkommen – insbesondere über die Börse – so zu diversifizieren und unabhängig aufzustellen, dass ich auch bei einem weiteren Abschwung in Deutschland hier wohnen bleiben kann, sofern ich das möchte. Im Idealfall mit der Möglichkeit, das Land im Winter für mehrere Wochen oder Monate zu verlassen.

Ebenso möchte ich diese Möglichkeit nutzen, im sowohl wirtschaftlich als auch geopolitisch schlimmsten Falle regional flexibel zu sein, was meinen Lebensmittelpunkt angeht. Das kann aber nur darüber erreicht werden, seine Einkommensströme unabhängig von einer bestimmten Region oder Regierung zu machen. Immobilien können hier ihren Teil beitragen – verschlechtert sich aber das Umfeld in Deutschland, könnten langfristig auch die Immobilienpreise und Mieten sinken. Auch als Dienstleister ist man vom wirtschaftlichen Umfeld in dem Land abhängig, in dem man tätig ist.

Daher ist für mich das mittelfristige Ziel, mein Einkommen auch an die Finanzmärkte zu verlagern und im Idealfall noch ein ortsunabhängiges Online-Business wie beispielsweise Social-Media-Marketing aufzubauen.

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