Auslandsaktien: Jenseits von Anthropic
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29. Oktober 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Jetzt wird es ernst: Am Montag dieser Woche hat Anthropic den Börsenprospekt bei der US-Aufsicht SEC eingereicht. Die Investoren-Roadshow soll der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge in der Woche ab dem 9. November 2026 beginnen, der Handelsstart an der Tech-Börse Nasdaq in der Woche ab dem 16. November.
Anthropic ist damit nicht allein in einem Jahr mit rekordhohem Emissionsvolumen. Das Raumfahrt- und Telekommunikationsunternehmen SpaceX ging im Juni an die Börse. Es war der größte Börsengänge der Geschichte. In den ersten neun Monaten dieses Jahres lag die Zahl der Börsengänge mit weltweit 888 zwar unter dem Vorjahreswert von 922, wie das Beratungsunternehmen EY berichtet. Das Emissionsvolumen erreichte mit 288 Milliarden US-Dollar allerdings einen Rekordwert – im Vorjahreszeitraum waren es nur 114 Milliarden US-Dollar. „Getragen wird der Markt von Equity Storys, die auf kritische Infrastruktur und Energie, KI und Robotik sowie Verteidigung einzahlen – Bereiche, die von umfangreichen staatlichen Aufträgen und Konjunkturprogrammen profitieren“, erläuterte EY-Partner Martin Steinbach.
SK Hynix weiter vorne
Umsatzstärkste Auslandsaktien an der Deutschen Börse Frankfurt waren zuletzt SK Hynix (<US78392B1070>), Samsung (<US7960508882>, <US7960502018>) und Nvidia (<US67066G1040>). Es folgen Micron Technologies (<US5951121038>), Microsoft (<US5949181045>), Strategy (<US5949724083>), Apple (<US0378331005>), Alphabet (<US02079K3059>), Novo-Nordisk (<DK0062498333>) und Meta (<US30303M1027>).
Infomaniak: Von 56 auf 85 Franken
„Trotz der positiven Entwicklung bleiben die Marktteilnehmer selektiv“, erklärt Marc Richter, der für die Steubing AG Aktien handelt. Insbesondere überzeugende Geschäftsmodelle, attraktive Bewertungen und nachhaltige Wachstumsperspektiven entschieden über den Erfolg neuer Börsengänge. Er macht auf drei IPOs aufmerksam, die nicht so im Fokus standen.
Etwa ging der Schweizer Cloud-Anbieter Infomaniak (<CH1609605055>) am 1. Oktober an die Schweizer Börse SIX. „Das Listing erfolgte durch ein Reverse Takeover, bei dem die bereits börsennotierte Perrot Duval Holding die Infomaniak Group im Rahmen eines Aktientauschs übernahm und anschließend in Infomaniak umfirmiert wurde“, erklärt Richter. Der erste Handelstag sei „äußerst dynamisch“ verlaufen: „Nach einem Eröffnungskurs von 56 Schweizer Franken schloss die Aktie bei 85 Franken.“ Das entsprach einer Marktkapitalisierung der börsennotierten B-Aktien von rund 400 Millionen Franken. Am Donnerstagmorgen wird die Aktie zu 76 Franken gehandelt. Auch hierzulande ist der Handel möglich. An der Deutschen Börse Frankfurt kostet Infomaniak aktuell knapp 84 Euro.
Marc Richter
Sensofusion-IPO mehrfach überzeichnet
Ebenfalls erfolgreich verlief im Oktober der Börsengang von Sensofusion (<FI4000609672>), ein finnischer Spezialist für Drohnenerkennung und Drohnenabwehr. „Der mehrfach überzeichnete Börsengang in Helsinki brachte dem Unternehmen bei einem Ausgabepreis von 16,41 Euro je Aktie einen Bruttoemissionserlös von rund 259 Millionen Euro ein und bewertete Sensofusion mit etwa 1,6 Milliarden Euro“, erläutert Richter. Nach einem erfolgreichem Börsendebüt mit Kursen über 20 Euro folgte eine Konsolidierung. Aktuell wird Sensofusion zu 16,45 Euro gehandelt – immer noch über dem Ausgabepreis.
Airtel Mobile – größter LSE-Börsengang seit fünf Jahren
Nicht ganz so rund läuft es für Airtel Mobile (<NL0015074C60>), Tochtergesellschaft von Airtel Africa – eigenen Angaben zufolge eine der größten Fintech-Plattformen in Afrika. „Mit Airtel Mobile Commerce brachte Airtel Africa im Oktober seine digitale Finanzdienstleistungssparte als eigenständig börsennotiertes Unternehmen an die London Stock Exchange (LSE)“, erläutert Richter. Der Ausgabepreis lag bei 1,96 britischen Pfund je Aktie, was eine Marktkapitalisierung von 5,3 Milliarden Pfund ergab – der größte Börsengang seit fünf Jahren an der LSE. Die Aktie zeigte sich zunächst volatil. Aktuell wird sie zu 1,90 Pfund gehandelt, an der Deutschen Börse Frankfurt zu 2,10 Euro.
Von Anna-Maria Borse, 29. Oktober 2026 © Deutsche Börse AG
Über die Autorin
Anna-Maria Borse ist Finanz- und Wirtschaftsredakteurin mit den Schwerpunkten Finanzmarkt/Börse und volkswirtschaftliche Themen.
Feedback und Fragen an live@deutsche-boerse.com
