Arbeitsmarkt vor dem Showdown: Entscheidet diese Woche über die nächste Fed-Zinserhöhung?
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Nach Nvidia und Jackson Hole wartet auf die Börsen bereits der nächste große Belastungstest. Nvidia hat mit 96,2 Milliarden US-Dollar Quartalsumsatz und einem außergewöhnlich starken langfristigen Ausblick erneut gezeigt, dass der KI-Boom operativ keineswegs vorbei ist. Doch Fed-Chef Kevin Warsh sorgte am Freitag für einen Stimmungswechsel: Er bezeichnete die Inflation weiterhin als zu hoch und machte deutlich, dass die Fed weitere Schritte nicht ausschließt. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bereits im September ist daraufhin auf rund 60 Prozent gestiegen. Gleichzeitig verschärft sich zum Wochenstart die Lage im Nahen Osten wieder, Brent-Öl steigt über 90 Dollar, und die Renditen von US-Staatsanleihen bleiben hoch. Damit treffen starke Unternehmensgewinne auf genau die Faktoren, die hoch bewerteten Technologieaktien gefährlich werden können: Inflation, steigende Zinsen und geopolitische Unsicherheit.
Jetzt entscheidet ausgerechnet der US-Arbeitsmarkt, wie es weitergeht. Bereits am Dienstag liefern die JOLTS-Stellenangebote sowie der ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie erste Signale. Am Mittwoch folgt der ADP-Arbeitsmarktbericht, bevor am Donnerstag Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und ISM-Dienstleistungsindex auf dem Programm stehen. Das große Finale kommt am Freitag mit den Nonfarm Payrolls für August. Nach dem überraschenden Stellenabbau von 23.000 Jobs im Juli rechnet der Markt diesmal lediglich mit ungefähr 50.000 bis 60.000 neuen Stellen, während die Arbeitslosenquote bei 4,1 Prozent erwartet wird. Genau darin steckt enormes Überraschungspotenzial: Ein erneut schwacher Bericht könnte die Zinserhöhung im September wieder infrage stellen – ein überraschend starker Arbeitsmarkt könnte dagegen die Renditen weiter nach oben treiben und insbesondere Nasdaq und Wachstumsaktien belasten.
Auch die Berichtssaison liefert noch einmal reichlich Zündstoff. Am Dienstag berichten mit Dell Technologies und Palo Alto Networks zwei Unternehmen, die unmittelbar von den großen Investitionstrends rund um KI-Infrastruktur und Cybersecurity profitieren. Dell hatte im vergangenen Quartal bereits 16,1 Milliarden Dollar Umsatz mit AI-optimierten Servern erzielt und seine Prognose für den entsprechenden Jahresumsatz auf rund 60 Milliarden Dollar angehoben – entsprechend hoch liegt die Messlatte. Am Mittwoch folgt dann mit Broadcom einer der wichtigsten Tests für den gesamten KI- und Halbleitersektor. Nach den starken Nvidia-Zahlen wird entscheidend sein, ob Broadcom die enorme Nachfrage nach Custom-AI-Chips, Networking und Rechenzentrumsinfrastruktur bestätigt. Ebenfalls am Mittwoch stehen Hewlett Packard Enterprise und weitere Unternehmen auf dem Programm, am Donnerstag folgt unter anderem Lululemon als neuer Stimmungstest für den US-Konsumenten.
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Dieser Artikel ist die persönliche Meinung des Autors. Er dient lediglich als Information. Diese Analysen dürfen nicht als Anlage- oder Vermögensberatung interpretiert werden. Eine Investitionsentscheidung bezüglich irgendwelcher Wertpapiere oder sonstiger Finanzinstrumente benötigt das Hintergrundwissen Ihrer persönlichen Situation, welche der Autor nicht kennt. Dieser Inhalt veraltet und wird nach Veröffentlichung nicht aktualisiert.
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