Anleihen: Neue Chancen nach dem Renditesprung
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25. September 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Die Entspannung an den Rentenmärkten nach der positiv aufgenommenen Leitzinserhöhung in den USA war nur von kurzer Dauer. In den vergangenen Tagen sind die Renditen wieder deutlich gestiegen. Für die zehnjährigen Bundesanleihen ging es auf Wochensicht von 3,50 Prozent auf 3,60 Prozent nach oben. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren gab es hier noch Negativzinsen. In den USA liegt die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen mittlerweile recht deutlich über der Fünf-Prozent-Marke. Im Vergleich zur Vorwoche ist sie von 4,95 Prozent auf 5,17 Prozent gestiegen.
Schwache US-Auktion erhöht den Verkaufsdruck
Die Rendite der fünfjährigen US-Staatsanleihen sind am Mittwoch erstmals seit 2007 über die Fünf-Prozent-Marke gestiegen. Laut Raffaele Antacido gab es an diesem Tag „den größten Renditeanstieg seit dem Liberation Day 2025“. Der Rentenhändler der ICF Bank nennt als Gründe die weiter steigenden Ölpreise sowie starke Konjunkturdaten in den USA. Einen schnellen Trendwechsel erwartet Antacido nicht. „Durch die Erwartung steigender Zinsen aufgrund des Iran-Kriegs, der Inflationssorgen und der steigenden Staatsverschuldung werden die Renditen erst einmal auf erhöhtem Niveau bleiben oder könnten am langen Ende noch einmal erheblich anziehen.“
Tim Oechsner von der Steubing AG macht auch die geringe Nachfrage bei der Auktion fünfjähriger US-Treasuries für den Verkaufsdruck an den Anleihemärkten verantwortlich. Die schwache Auktion sorge für zusätzliche Nervosität am Markt. Für Anlegerinnen und Anleger entstehen dadurch seiner Ansicht nach aber auch neue Chancen: „Mit den deutlich gestiegenen Renditen werden Anleihen wieder attraktiver. Marktteilnehmer sehen zunehmend Möglichkeiten, bei höheren Renditen schrittweise wieder in den Rentenmarkt einzusteigen.“
Anleihekurse könnten sich ab Herbst erholen
Auch Jens Ehrhardt, Fondsmanager und Herausgeber der „Finanzwoche“, versprüht aktuell Optimismus. Da er diesmal nicht mit einer Inflationsbeschleunigung durch die beiden Hauptinflationstreiber Immobilienmarkt und Lohnerhöhungen rechnet, würde es ihn „nicht überraschen, wenn in den nächsten Monaten die allgemein erwartete Beschleunigung der US-Inflation ausbleibt und damit auch die Zinsen wieder zurückkommen“. Ab Herbst könnte daher eine bessere Entwicklung der US-Anleihekurse bevorstehen. 2027 könnte seiner Ansicht nach „sogar ein ausgesprochen gutes Bond-Jahr werden“. Auch aus markttechnischer Sicht seien „alle Voraussetzungen für eine Bondhausse gegeben“, da der durchschnittliche US-Anleger im historischen Vergleich „extrem in Anleihen unterinvestiert ist“.
Im Segment der Unternehmensanleihen sieht Antacido gute Nachfrage nach Bonds der Deutschen Telekom (<XS0875797515>), der Deutschen Bank (<DE000A5GS6T9>) und von Heidelberg Materials (<XS2721465271>). Oechsner meldet Käufe für Anleihen von Würth Finance International (<XS2911681083>) und der Deutschen Bahn (<XS2624017070>). Zudem besteht Interesse an einer neuen Anleihe der Katjesgreenfood GmbH & Co. KG (<NO0013759555>). Das fünf Jahre laufende Papier wird mit einem halbjährlich gezahlten Kupon zwischen 7,75 und 8,0 Prozent p.a. angeboten und kann bei einer Mindestanlagesumme von 1.000 Euro bis zum 19. Oktober über die Deutsche Börse gezeichnet werden.
Von Thomas Koch, 25. September 2026, © Deutsche Börse AG
Über den Autor
Thomas Koch ist CEFA-Investmentanalyst, Investmentspezialist für strukturierte Produkte und geprüfter Zertifikateberater. Seit Anfang 2006 beschäftigt er sich als freier Journalist mit dem Geschehen an den Kapitalmärkten.
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