AMERICAN EXPRESS: Prognose rauf, Gewinnziel bleibt stehen
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Erwähnte Instrumente
- VerkaufenKaufen
Schnell. Sicher. Direkt.Trading über stock3 war noch nie so einfach.
Mehr erfahren Nein, danke
American Express hebt die Umsatzwachstumsprognose für das Gesamtjahr an und meldet das stärkste Kartenausgabenwachstum seit drei Jahren. Dass die Aktie in einer ersten Reaktion dennoch rund 3,4 % tiefer notiert, sagt einiges über die Erwartungshaltung des Markts.
Die Gesamterträge (Total Revenues Net of Interest Expense) steigen im zweiten Quartal 2026 um 10 % gegenüber dem Vorjahr auf 19,6 Mrd. USD und liegen damit knapp unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 19,70 Mrd. USD. Das verwässerte EPS klettert von 4,08 USD auf 4,53 USD, ein Plus von 11 % und damit klar über dem Konsens von 4,39 USD. Die Aktie notiert in einer ersten Reaktion rund 3,4 % tiefer.
Das Bild ist auf den ersten Blick stark, verdient aber eine Einordnung. Der Rückgang der Risikovorsorge auf 1,1 Mrd. USD, nach 1,4 Mrd. USD im Vorjahresquartal, erklärt sich wesentlich durch eine Auflösung von Kreditreserven, während im Vorjahr noch ein Reserveaufbau stattfand. Ohne diesen Effekt wäre der Gewinnanstieg deutlich moderater ausgefallen. Zudem lag der effektive Steuersatz mit 23,6 % spürbar über den 18,7 % des Vorjahres, da das Vorjahresquartal von einmaligen Steuervorteilen profitiert hatte. Der bereinigte Blick auf die operative Ertragskraft fällt also etwas nüchterner aus, als es die Headline-Zahlen suggerieren.
Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von AMERICAN EXPRESS CO. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausgabenwachstum auf Dreijahreshoch
Das Kartenausgabenvolumen ("Billed Business") wächst währungsbereinigt um 9 % auf 455,8 Mrd. USD, das höchste Tempo seit drei Jahren. Treiber sind höhere Kartengebühren, gestiegene Nettozinserträge durch wachsende Kartensalden sowie die Ausgaben rund um das aufgefrischte U.S. Platinum Card-Programm. Dass Millennials und Gen-Z-Kunden als besonders dynamische Wachstumsgruppe hervorgehoben werden, ist kein Zufall: American Express setzt erkennbar auf jüngere Kundenkohorten mit langfristig höherem Ertragspotenzial als strategischen Anker.
Die Kostenseite verdient Aufmerksamkeit. Die Gesamtausgaben steigen um 12 % auf 14,5 Mrd. USD, also schneller als die Erträge, wobei den Löwenanteil variable Kundenengagement-Kosten treiben, darunter die Platinum-Kartenauffrischung und die Nutzung von Kartenvorteilen. Das ist strukturell kein Alarmsignal, zeigt aber, dass das Wachstum erkauft wird. Die Nettoabschreibungsrate bleibt mit 2,0 % stabil gegenüber dem Vorjahr, was die Kreditqualität als weiterhin solide ausweist.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
American Express hebt die Prognose für das Umsatzwachstum im Gesamtjahr 2026 auf 10 % an, nachdem die bisherige Guidance niedriger angesetzt war. Die EPS-Prognose für das Gesamtjahr bleibt mit 17,30 bis 17,90 USD unverändert. Das ist die eigentliche Botschaft, die den Markt beschäftigt: Die Ertragserwartung steigt, doch der Gewinnausblick bewegt sich nicht mit. Das Management begründet dies damit, die Mehrleistung in Wachstumsinitiativen reinvestieren zu wollen. Zwischen den Zeilen liest sich das als bewusste Entscheidung, kurzfristige Gewinnmaximierung zugunsten von Marktanteilsgewinnen zurückzustellen. Ob der Markt diese Logik honoriert, ist angesichts der ersten Kursreaktion zumindest fraglich. Der Analystenkonsens für das Gesamtjahr-EPS liegt bei 17,71 USD und damit am oberen Rand der Unternehmens-Guidance.
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Erträge | 80,46 Mrd. USD | 79,57 Mrd. USD | 86,50 Mrd. USD |
| EPS | 15,38 USD | 17,71 USD | 20,17 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens); Erträge = Konzern-Gesamterträge
Fazit: Das stärkste Ausgabenwachstum seit drei Jahren und eine angehobene Umsatzprognose sind echte Qualitätssignale, doch die unveränderte EPS-Guidance trübt das Bild: Wer mehr verdient, aber nicht mehr verdienen will, weil er reinvestiert, verlangt dem Markt Geduld ab. Die Kreditqualität ist tadellos, die Kostendynamik läuft dem Ertragswachstum leicht davon, und der Reserveauflösungseffekt macht den Gewinnsprung weniger organisch, als er auf den ersten Blick wirkt. Bei einem KGV von rund 21 auf Basis der aktuellen Kurse ist die Bewertung nicht überzogen, aber die Guidance lässt wenig Spielraum für positive Überraschungen im zweiten Halbjahr.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
Passende Produkte
| WKN | Long/Short | KO | Hebel | Laufzeit | Bid | Ask |
|---|


