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16:21 Uhr, 24.03.2026

Aktionär fordert von Delivery Hero Umbau der Führungsebene für Turnaround

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Von Joshua Kirby und Ulrike Dauer

DOW JONES--Einer der drei größten Aktionäre von Delivery Hero hat am Dienstag angesichts des anhaltenden Kursverfalls in einem Brief an den Aufsichtsrat den Druck auf den Berliner Lieferkonzern und sein Managementteam unter CEO Niklas Östberg erhöht. Delivery Hero wiederum teilte mit, der Konzern nehme den Aktionärsbrief zur Kenntnis und werde seine Strategieüberprüfung fortsetzen.

Investor Aspex Management schrieb in einem Brief an den Aufsichtsrat des MDAX-Konzerns am Dienstag, dass "umfassende Veränderungen" im Managementteam erforderlich seien, um die Probleme des Unternehmens anzugehen. In dem Brief, in den das Wall Street Journal Einblick hatte, wurde insbesondere CEO Östberg kritisiert.

Das Unternehmen habe bei der strategischen Überprüfung seines Geschäfts keine Fortschritte gemacht, kritisiert die in Hongkong ansässige Investmentgesellschaft, die etwa 9,2 Prozent des Aktienkapitals von Delivery Hero hält. Delivery Hero prüft die Veräußerung ausgewählter Vermögenswerte und Ländergesellschaften. Dazu gehören Marken wie Glovo, Talabat, Foodpanda und PedidosYa. Am Montag kündigte das Unternehmen den Verkauf seines taiwanischen Foodpanda-Liefergeschäfts an den südostasiatischen Konzern Grab Holdings für 600 Millionen US-Dollar in bar an.

Dieser Verkauf reiche jedoch immer noch nicht aus, um Wert für die Aktionäre zu schaffen, schrieb Aspex in dem Brief. "Wir können daher nur einmal mehr den Schluss ziehen, dass der CEO nicht den Wunsch hat, wirklich im Interesse der Eigentümer des Unternehmens zu arbeiten", so der Investor. "Es besteht die reale Gefahr, dass der Wert der verbleibenden Vermögenswerte des Unternehmens weiter beeinträchtigt wird."

Aspex kritisiert auch die nach seiner Auffassung hohen Rückstellungen für mögliche Bußgelder und Rechtskosten. Der Hauptversammlung will der Aktionär die Bestellung eines Sonderprüfers für diese hohen Kosten vorschlagen. Auch will Aspex einen Kandidaten für den Aufsichtsrat vorschlagen.

Delivery Hero teilte mit, man habe den Brief von Aspex zur Kenntnis genommen. "Wir kommen mit der strategischen Überprüfung voran, und sie bleibt ein fortlaufender Schwerpunkt sowohl des Managements als auch des Aufsichtsrats", sagte eine Sprecherin. Das Unternehmen lehnte es ab, auf die spezifischen von Aspex aufgeworfenen Themen einzugehen.

Der Konzern hat erst im Januar die Vorstandsverträge von CEO Östberg und Chief Operating Officer Pieter-Jan Vandepitte um drei Jahre verlängert. Außerdem wurde Chief Product Officer Johannes Bruder mit Wirkung zum 1. Januar 2026 in den Vorstand berufen. Mit CFO Marie-Anne Popp besteht der Vorstand somit aus vier Mitgliedern.

Delivery Heros Aktienkurs ist stetig gesunken seit einem Höchststand von 132 Euro je Aktie im Jahr 2021. Damals hatten die Lockdowns während der Covid-19-Pandemie einen Boom bei Lieferdiensten ausgelöst. Der Konzern hat angesichts des harten Wettbewerbs in vielen der Dutzenden von Märkten, in denen er tätig ist, Mühe, den Umsatz über den Kosten zu halten. Das Unternehmen wurde auch durch Änderungen an seinem Beschäftigungsmodell auf dem spanischen Markt sowie durch eine hohe Kartellstrafe der Regulierungsbehörden der Europäischen Union im vergangenen Jahr belastet. Die Aktien notierten im europäischen Nachmittagshandel am Dienstag um knapp 5 Prozent niedriger bei 15,695 Euro.

Aspex' Brief folgt auf ein früheres Schreiben Anfang dieses Monats, das direkt an Östberg gerichtet war. Der Investor kritisierte in dem Brief die Expansionsstrategie des Unternehmens in Dutzende von Märkten. Zudem wies er auf die Schwierigkeiten hin, die Rentabilität zu steigern und Cashflow zu generieren.

Östberg, der Delivery Hero 2011 mitbegründet hat und seitdem als CEO fungiert, sagte als Antwort darauf, dass der sinkende Aktienkurs des Unternehmens nicht die Performance widerspiegele. "Wir arbeiten weiterhin gewissenhaft daran, die Rentabilität zu verbessern und unsere operative Leistung weiter zu stärken", sagte er.

Das Unternehmen hofft, bis Ende nächsten Jahres in all seinen Schlüsselmärkten schwarze Zahlen zu schreiben. Dies sagte Östberg dem Wall Street Journal in einem separaten Interview in diesem Monat.

Delivery Hero wird voraussichtlich am Donnerstag seinen Ausblick für das laufende Jahr vorlegen. Für das vergangene Jahr meldete der Konzern einen Anstieg beim Umsatz, aber einen Rückgang beim Bruttowarenwert GMV - einem wichtigen Maß für Transaktionen über seine Plattformen hinweg - angesichts der Schwäche in seinen asiatischen Geschäften.

Kontakt: redaktion.de@dowjones.com

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