ABBVIE: Skyrizi und Rinvoq tragen – die Apogee-Übernahme kostet
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AbbVie wächst im zweiten Quartal 2026 kräftig, angetrieben von zwei Immunologie-Blockbustern, die den Humira-Rückgang längst kompensieren. Die angekündigte Übernahme von Apogee Therapeutics für rund 10,9 Mrd. USD drückt die Jahresprognose leicht nach unten und schickt die Aktie in einer ersten Reaktion rund 2,4 % tiefer.
Der Konzernumsatz steigt im zweiten Quartal um 10,2 % gegenüber dem Vorjahr auf 16,990 Mrd. USD und übertrifft damit die durchschnittliche Analystenschätzung von 16,78 Mrd. USD spürbar. Das bereinigte verwässerte EPS (Adjusted Diluted EPS) klettert von 2,97 USD im Vorjahresquartal auf 3,65 USD und liegt damit knapp über dem Konsens von 3,60 USD. Das GAAP-EPS fällt mit 2,03 USD deutlich niedriger aus, was vor allem an nicht zahlungswirksamen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Bewertungsveränderungen bei bedingten Gegenleistungen liegt — beides typische Folgekosten großer Akquisitionen, die das operative Bild nicht verzerren. Die bereinigte operative Marge erreicht im Quartal 48,3 %, was die Hebelwirkung des Umsatzwachstums auf die Kostenbasis unterstreicht.
Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von AbbVie. (Quelle: Unternehmensangaben)
Skyrizi und Rinvoq übernehmen das Steuer
Die Immunologie bleibt das Herzstück der Investmentstory. Skyrizi erzielt 5,505 Mrd. USD Umsatz, ein Plus von 24,4 % gegenüber dem Vorjahr; Rinvoq kommt auf 2,525 Mrd. USD, ebenfalls 24,5 % mehr. Zusammen treiben die beiden Wachstumstreiber das gesamte Immunologie-Portfolio auf 8,786 Mrd. USD. Humira verliert erwartungsgemäß weiter an Boden, der Umsatz fällt um 35,9 % auf 756 Mio. USD. Dass das Immunologie-Segment trotzdem um 15,1 % zulegt, belegt, wie weit der Staffelstab bereits übergeben ist.
Neurowissenschaften als zweite Wachstumssäule
Das Neuroscience-Portfolio wächst mit 20,3 % auf 3,228 Mrd. USD sogar noch schneller als die Immunologie. Vraylar überschreitet mit 1,071 Mrd. USD die Milliardenmarke im Quartal, Botox Therapeutic legt 12,2 % auf 1,042 Mrd. USD zu. Qulipta wächst um 30,9 % auf 350 Mio. USD. Die Breite dieses Wachstums ist bemerkenswert: Hier hängt AbbVie nicht an einem einzigen Produkt.
Weniger erfreulich ist die Onkologie, die um 1,5 % auf 1,650 Mrd. USD schrumpft. Imbruvica verliert 29,4 % auf 532 Mio. USD, ein struktureller Rückgang, der sich fortsetzt. Venclexta mit plus 11,6 % und das schnell wachsende Elahere mit plus 33,1 % auf 211 Mio. USD können das nicht vollständig ausgleichen. Die Ästhetik-Sparte tritt mit einem Plus von 0,3 % auf 1,282 Mrd. USD praktisch auf der Stelle; Juvederm gibt 6,0 % nach, Botox Cosmetic wächst moderat um 5,2 %.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Die Guidance-Anpassung ist der eigentliche Gesprächsstoff dieses Quartals. AbbVie senkt die Spanne für das bereinigte verwässerte EPS im Gesamtjahr 2026 von zuvor 13,91 bis 14,11 USD auf nun 13,87 bis 14,07 USD. Der Grund ist rechnerisch transparent: Die Apogee-Übernahme kostet 0,14 USD je Aktie in 2026, davon werden 0,10 USD durch die operative Überperformance des laufenden Jahres aufgefangen; per saldo bleibt eine Absenkung um 0,04 USD am Mittelpunkt. Die Wortwahl des Managements verrät dabei wenig Nervosität: Die organische Stärke des Geschäfts sei intakt, die Verwässerung durch Apogee bewusst in Kauf genommen. Zwischen den Zeilen liest sich das als Vertrauen in die Pipeline-Assets rund um Zumilokibart, die AbbVie mit der Übernahme einkauft. Zu beachten ist, dass die Guidance Belastungen aus weiteren IPR&D-Meilensteinen nach dem zweiten Quartal ausklammert — bei einer laufenden Übernahme kein unerheblicher Vorbehalt.
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 61,16 Mrd. USD | 67,35 Mrd. USD | 72,89 Mrd. USD |
| EPS | 2,37 USD | 14,06 USD | 16,46 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)
Fazit: Skyrizi und Rinvoq liefern gemeinsam fast 8 Mrd. USD Quartalsumsatz und beweisen, dass der Post-Humira-Umbau operativ gelingt. Die leicht gesenkte Jahresprognose ist kein Zeichen von Schwäche, sondern der rechnerische Preis für eine strategische Wette auf die Apogee-Pipeline. Die Aktie ist mit einem KGV von rund 25 für einen Pharmakonzern mit dieser Wachstumsdynamik nicht hoch bewertet, doch der kurzfristige Kursrückgang zeigt, dass der Markt die Apogee-Prämie erst verdauen muss.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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