Wissensartikel

Das Trading-Tagebuch - Quell Ihres Erfolges!

Ein Tagebuch? Das ist doch nur etwas für Teenies, aber nicht für einen Trader! Wer so denkt, irrt gewaltig. Richtig eingesetzt ist das Trading-Tagebuch ein unendlich wertvoller Schatz für jeden angehenden und erfolgreichen Trader. Aber warum ist das so und wie sollte ein Trading-Tagebuch aussehen?

Die meisten beginnen ihren Ausflug an die Börse im Bereich des Investments. Um hier erfolgreich zu sein, ist eigentlich nicht viel nötig. Im Grunde muss man sein Kapital lediglich breit streuen und genug Sitzfleisch mitbringen. Mit diesen beiden Zutaten dürfte es langfristig nahezu unmöglich sein, zu verlieren. Trotz dieser guten Voraussetzungen dürfte aber schon so mancher Investor selbst gemerkt haben, dass es praktisch gar nicht so leicht ist, diese beiden Zutaten erfolgreich umzusetzen. Unsicherheit, Ängste und andere Emotionen sorgen für irrationale Entscheidungen und der Einfluss dieser Faktoren nimmt mit der Handelsfrequenz zu. Je kurzfristiger Sie agieren, desto herausfordernder wird das Ziel, erfolgreich zu sein.

In einem Satz zusammengefasst könnte man festhalten, dass uns das Traden nicht angeboren ist. Kein Wunder, denn im Grunde dreht sich an der Börse alles um das Thema Unsicherheit und Risiko, also genau die Dinge, die wir im normalen Leben durch Regeln und Gesetze auszuschalten versuchen. Es wäre schon beklemmend, wenn ihr Auto beim Lenken nach links, auf einmal nach rechts fährt, oder? An der Börse kann Ihnen so etwas jedoch passieren. Deshalb ist es so wichtig, sich Zeit für das Erlernen des Tradings zu nehmen. Eine wichtige Hilfe ist dabei das Trading-Tagebuch!

Deshalb brauchen Sie ein Tradingtagebuch!

Um die Frage nach dem "Warum soll ich ein Tagebuch führen" zu beantworten, müssen wir uns anschauen, wie typischerweise Lernprozesse ablaufen. Damit meine ich nicht das Auswendiglernen von Gedichten oder Formeln, sondern das Erlernen einer Tätigkeit. Dazu zählt das Trading genauso wie das Erlernen eines Berufs oder das Essen mit Messer und Gabel. Das Prinzip ist immer das gleiche: Der Theorie folgt die Praxis.

Während die Theorie (Bücher, Seminare, Webinare …) schnell gelernt ist, gilt es im praktischen Teil die notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erlangen, die für den Erfolg notwendig sind. Nicht jeder von uns ist mit dem Tradergen geboren und so müssen wir Disziplin und Geduld genauso erlernen, wie analytische Fähigkeiten und Co. Um diesen Lernprozess erfolgreich abzuschließen und den Erfolg später auch halten zu können, sind jedoch zwei Dinge unverzichtbar:

  1. Sie müssen erkennen, wo Sie noch Lernbedarf haben
  2. Sie müssen sich regelmäßig Feedback geben, um Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen und Optimierungspotentiale zu sehen

Genau diese Aufgaben muss das Trading-Tagebuch übernehmen, denn in der Regel hat nicht jeder Trader seinen ganz privaten Coach. Das Trading-Tagebuch soll uns dazu zwingen, uns mit dem eigenen Lernprozess auseinander zu setzen, denn nur wenn wir wissen, wo wir eventuelle „Fehler“ gemacht haben, können wir auch gegensteuern. Im Trading müssen wir unser eigener Coach sein und das Trading-Tagebuch hilft uns, diese Aufgabe zu bewältigen.

Was gehört in ein Tradingtagebuch?

Halten Sie sich immer vor Augen, welchen Zweck das Tradingtagebuch hat. Dieser Zweck ist essenziell bei der Frage, wie ein Tagebuch auszusehen hat. Wer an dieser Stelle eine absolutistische Struktur für ein solches Tagebuch erwartet, möge sich bitte den ersten Teil dieses Beitrags noch einmal durchlesen. Wie kann es eine perfekte Tagebuchvorlage geben, wenn jeder von Ihnen doch einen unterschiedlichen Trainingsstand hat? Wer gerade dabei ist, seine Strategie zu entwickeln, wird andere Aspekte in seinem Trading-Tagebuch hervorheben müssen, als jemand der gerade versucht, seine emotionalen Trades in den Griff zu bekommen. Deshalb:

Ihr Trading-Tagebuch setzt sich immer mit den für Sie gerade wichtigen Themen auseinander

Aus diesem Grund habe ich persönlich auch meine Schwierigkeiten, mit vorgefertigten Trading-Tagebüchern. Eine gemeinsame Basis für jeden Trader ist sicherlich das „Mitschreiben“ seiner Trades. Schließlich ist die Performance die Kennzahl schlechthin, um den eigenen Lernprozess in Summe zu bewerten. Auch klassische Kennzahlen wie die Trefferquote oder die durchschnittlichen Gewinne bzw. Verluste geben einen groben Abriss des eigenen Tradings. Der Trader erhält durch diese Kennzahlen Feedback über das, was er tut und gleichzeitig auch erste Hinweise, wo eventuell Schwierigkeiten bestehen.

Das Schöne ist, dass Ihnen diese Arbeit heutzutage schon softwareseitig abgenommen werden kann. Plattformen wie Stock3-Terminal bieten Ihnen die Möglichkeit, gewisse Kennzahlen zu tracken (je nach Erlaubnis durch den Broker). Tauchen Sie aber tiefer in Ihr Trading ein, wird es mit allumfassenden, vorgefertigten Tagebüchern schon schwierig. Ein Trader, der gerade dabei ist, seine Strategie zu entwickeln, wird innerhalb des Tagebuchs andere Dinge in den Vordergrund stellen, als jemand der gerade versucht, seine emotionalen Trades in den Griff zu bekommen. Die konkreten Inhalte eines Trading-Tagebuchs richten sich nach den für Sie gerade wichtigen Dingen. Dies setzt voraus, dass Sie sich Aufgaben / Ziele setzen. Diese wiederum erhalten Sie aus Ihren bisherigen Tagebuchaufzeichnungen, womit wir uns in einem Kreislauf befinden.

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Das Tagebuch hilft Ihnen also nicht nur, Hürden zu meistern, sondern zeigt solche auch auf.

Ein Tagebuch zu schreiben ist gut, eines auszuwerten aber noch viel besser!

All dies wird aber nur dann funktionieren, wenn Sie Ihr Trading-Tagebuch ordentlich führen und, man glaubt es kaum, auch auswerten. Verstaubt dieses ungelesen in der Schublade, brauchen Sie sich über eine Aussage wie: „Na klar führe ich ein Trading-Tagebuch, aber erfolgreicher hat mich dieses nicht gemacht!“ nicht wundern.

Dies bringt uns zu einem weiteren wichtigen Aspekt, der gegen ein vorgefertigtes Trading-Tagebuch aus dem Internet & Co. spricht. Abgesehen davon, dass die zu protokollierenden Inhalte die falschen sein können, besteht die Gefahr, dass Sie das Tagebuch in der Form gar nicht führen, weil es Ihnen keinen Spaß, in der Form einfach zu viel Zeit in Anspruch nimmt oder eine spätere Auswertung nach Ihren Bedürfnissen nicht oder nur erschwert möglich ist. Diese drei Dinge sollten Sie berücksichtigen, wenn Sie sich die Frage stellen, wie Sie Ihr Trading-Tagebuch schreiben wollen. Während man an seinen Emotionen arbeitet, finde ich persönlich bspw. ein handgeschriebenes Büchlein schick. Zum einen sitze ich schon den ganzen Tag am Computer und zum anderen empfinde ich es als sehr angenehm, auf der Couch die Einträge durchzuarbeiten. Die Gedanken kann ich hierbei viel entspannter kreisen lassen, als am PC.

Ein solches Vorgehen ist wesentlich schwieriger, wenn es um die konkrete Auswertung von Daten geht. Vielleicht sind Sie charttechnischer Trader und nutzen klassische Formationen wie Dreiecke, Wimpel, Flaggen, Schulter-Kopf-Schulter etc. für Ihren Einstieg. Wenn Sie klären wollen, welchen Erfolgsanteil welches Muster hatte, dann müssen Sie schnell und effektiv Daten sammeln und auswerten können. Hierfür bietet sich eher Excel als ein handgeschriebenes Büchlein an. Vor allem die Auswertung ist bei letzterem nicht ganz einfach.

Wir wissen bereits, ein Trading-Tagebuch ist eine höchst individuelle Angelegenheit, sowohl was die Inhalte als auch die Aufbereitung dessen anbelangt. Es soll Sie als Trader darin unterstützen, Probleme aufzuzeigen und Lösungen anbieten. Dabei soll ein Trading-Tagebuch so gestaltet werden, dass es möglichst effizient zu führen und auszuwerten ist. Je nach Problemstellung und eigener Persönlichkeit kommen dafür unterschiedlichste Dinge in Frage. Ein paar Schlagworte, die Ihnen helfen sollen, Ihr perfektes Trading-Tagebuch zu finden, möchte ich Ihnen noch an die Hand geben:

  • Handschriftlich vs. Computerbasiert vs. Mix
  • Videos
  • Blogs / Internetseite
  • Audiokommentierungen
  • Bilder (bspw. tägliche Trades im Chart mit Kommentaren) ausdrucken oder auf dem PC archivieren
  • Unterstützungen des Brokers (Tradeauswertung etc. nutzen)
  • Eigengeführtes Tagebuch vs. fremdgeführtes (sehr unkonventionell, aber Sie können auch Ihren Partner / Ihrer Partnerin die Rolle des Coaches übernehmen lassen und dann das Problem einfach auf ihn abwälzen ;- ) )
  • tägliche Checklisten auf Papier oder am Computer

Fazit: Fassen wir die großen Eckpunkte kurz zusammen. Trading ist eine Tätigkeit, die erlernt werden muss. Dabei ist ein Trading-Tagebuch eine wertvolle Hilfe. Mithilfe dessen können Sie sich selbst Feedback geben, Erfahrungen sammeln und Optimierungen vornehmen. Sowohl inhaltlich als auch organisatorisch ist ein Tradingtagebuch jedoch eine sehr individuelle Sache. Die Inhalte sollten immer zielgerichtet sein und organisatorisch sollten Sie Ihr Tagebuch so aufbauen, dass Sie dieses regelmäßig führen und ganz wichtig, noch genügend Zeit bleibt, um das Tagebuch auch auszuwerten. Mein ganz persönlicher Tipp dabei: verkomplizieren Sie die Sache nicht. Weniger ist manchmal mehr!

Ihr Tradingcoach Rene Berteit

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Über den Experten

Rene Berteit
Rene Berteit
Technischer Analyst und Coach

René Berteit ist Diplom-Betriebswirt mit Spezialisierungen in den Bereichen Finanzierung & Unternehmensbewertung sowie Geld und Währung. Aus seiner Leidenschaft für die Finanzmärkte wurde sein(e) Beruf(ung). René verfügt über mehr als 20 Jahre praktische Tradingerfahrung in Aktien, Indizes und Währungen und ist noch heute im Intraday-Handel aktiv. Seit 2007 setzt René sein langjähriges Know-how als charttechnischer Trader und Analyst in unserem Team ein, sowohl für unsere Portale als auch für Banken. Darüber hinaus gibt er sein theoretisches und praktisches Wissen als Coach seit über einer Dekade an Tradingneulinge und -fortgeschrittene weiter. Zudem ist er aktives Tradingmitglied in unserem Premium-Service PROmax, gern gesehener Referent in Webinaren und Seminaren sowie Buchautor.

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