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06:14 Uhr, 03.04.2025

Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen

DJ PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen

Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.

US-ZÖLLE - Der Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft, Moritz Schularick, sieht weitreichende Folgen der neuen US-Zölle. "Das ist ein schwerer Schock für den Welthandel", sagte Schularick dem Handelsblatt. "Trump legt die Axt an das offene, regelbasierte Handelssystem. Wenn diese Zölle in dieser Form bestehen bleiben, dann ist das eine Zäsur für die Weltwirtschaft, wie wir sie kennen. Dann sind wir in einem anderen Welthandelsregime. Das tut richtig weh, auch den Amerikanern." (Handelsblatt)

US-ZÖLLE/AUTOS - Die US-Autoimportzölle werden nach Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer zu einer weiteren Verlagerung deutscher Produktion in die USA und zum Jobabbau in Deutschland führen. "Wenn die Zölle langfristig bleiben, werden deutsche Autobauer ihre Produktion weiter in die USA verlagern", sagte der Direktor des CAR Center Automotive Research den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Damit fielen weitere Arbeitsplätze in Deutschland weg. "Heute arbeiten noch rund 780.000 Menschen in der deutschen Automobilindustrie, bald können es schon nur noch 500.000 sein. Dieser Industriezweig blutet aus. Die deutschen Autohersteller und Zulieferer werden durch die Zölle extrem geschädigt und hart bestraft", meinte Dudenhöffer. "Trump drängt die Konzerne in die Verluste und saugt die Arbeitsplätze ab. Trump ist somit für uns wirtschaftlich wahrscheinlich ein größerer Feind als Putin." Die Zölle würden vor allem Porsche zusetzen, so Dudenhöffer. Das Unternehmen setze 30 bis 40 Prozent seiner Autos in den USA ab, habe dort aber kein Werk. "Diese Autos müssen mit kräftigen Preisabschlägen verkauft werden, damit sind ihre Gewinne futsch." Audi sei in den USA schon immer schlecht aufgestellt, ihnen wird es künftig noch schlechter gehen.(Funke Mediengruppe)

RENTEN - Der Sozialverband VdK hat mit Blick auf die laufenden Koalitionsverhandlungen von Union und SPD vor einer verdeckten Rentenkürzug gewarnt und sich dagegen ausgesprochen, die so genannte Standardrente künftig auf der Grundlage von 47 statt 45 Beitragsjahren zu berechnen. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Eine Verlängerung der Beitragszeiten auf 47 Jahre ist keine akzeptable Lösung, sondern eine Rentenkürzung. Die Entscheidung muss sein, dass gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie zum Beispiel die Mütterrente komplett aus Steuermitteln finanziert werden. Dann ist auch die Sicherung des Rentenniveaus von 48 Prozent ohne Beitragssteigerungen und Rechentricks sehr gut möglich." (Funke Mediengruppe)

FORSCHUNG - Die Präsidentin der Wissenschaftsministerkonferenz, Bettina Martin (SPD) sieht im Angriff der Trump-Regierung auf die Forschung in den USA auch "eine Chance für den Forschungsstandort Deutschland." Man müsse nun deutlich machen, dass Deutschland "offen ist für bedrohte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in den USA in ihrer Freiheit in Forschung und Lehre massiv eingeschränkt werden", sagte die Wissenschaftsministerin Mecklenburg-Vorpommerns dem Handelsblatt. Die SPD-Politikerin zeigte sich überzeugt, dass die Wissenschaftsfreiheit in Deutschland "hochattraktiv für amerikanische Forschende ist - und damit ein absoluter Wettbewerbsvorteil". (Handelsblatt)

CDU - Die CDU hat erstmals seit zehn Jahren die SPD bei der Zahl der Mitglieder als größte deutsche Volkspartei bundesweit überholt, obwohl sie in Bayern gar keine Ortsverbände unterhält. Wie ein CDU-Sprecher der Augsburger Allgemeinen auf Anfrage erklärte, stieg die Zahl der Parteimitglieder im vergangenen Jahr auf rund 365.000 Mitglieder. Die Zahl der Neueintritte lag demnach über den Sterbefällen und Parteiaustritten. Die CDU liege damit erstmals seit 2015 wieder vor der SPD und sei damit "mitgliederstärkste Partei in Deutschland". (Augsburger Allgemeine)

KRANKENKASSEN - Zahnärzte sind offen für eine Strafgebühr für Patienten, die Termine platzen lassen. "Auch im Bereich der zahnärztlichen Versorgung gibt es relevante Zahlen an Ausfällen. Insofern ist es nachvollziehbar, dass hier von Praxen Gebühren für versäumte Zahnarzttermine eingefordert werden", sagte Martin Hendges, Chef der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), der Rheinischen Post. "Es bedarf einer grundsätzlichen Sensibilisierung der Bevölkerung hinsichtlich dieses Themas." Der KZBV-Chef sagte: "Patienten, die ohne Absage einem vereinbarten Termin fernbleiben, sind für jede Praxis ein Ärgernis sowie ein finanzieller Schaden, erst recht wenn größere Behandlungen geplant waren." Praxen würden unter immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen die Versorgung sicherstellen. (Rheinische Post)

WEHRPFLICHT - Der Präsident des Arbeitgeberverbandes BDA, Rainer Dulger, hat sich in der Debatte rund um eine Wehrpflicht für ein Gemeinschaftsjahr ausgesprochen. "Ich beobachte, dass viele junge Menschen etwas bewegen wollen und halte ein Gemeinschaftsjahr für sinnvoll", sagte Dulger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Ein solches Jahr könne sowohl beim Militär als auch bei einem sozialen Hilfsdienst oder bei der Feuerwehr geleistet werden. "Das würde unsere Einrichtungen enorm entlasten", führte der Arbeitgeberpräsident aus. (RND)

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