Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
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DJ PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
IRANKRIEG/INFLATION - Der Chefökonom der Europäischen Zentralbank Philip Lane warnt im Interview mit der Financial Times, dass Störungen der Öl- und Gasversorgung, die zu einem "Anstieg der Energiepreise führen, einen Aufwärtsdruck auf die Inflation ausüben, insbesondere kurzfristig". Die europäischen Gaspreise stiegen am Montag zeitweise um fast 50 Prozent, nachdem Katar die Produktion von Flüssigerdgas nach Angriffen durch den Iran eingestellt hatte. Das Ausmaß des Schocks aus dem Nahen Osten würde "von der Breite und Dauer des Konflikts abhängen", sagte Lane. Die EZB werde "die Entwicklungen genau beobachten". Lane verwies auf eine Szenarioanalyse, die die Bank im Jahr 2023 durchgeführt habe und die "einen erheblichen Anstieg der energiebedingten Inflation und einen starken Rückgang der Produktion" hervorhob, falls ein Konflikt im Nahen Osten zu einem "anhaltenden Rückgang der Energieversorgung" führen würde. (Financial Times)
GAS - DIHK-Präsident Peter Adrian hat sich besorgt über die wirtschaftlichen Risiken des Irankriegs und insbesondere den geringen Füllstand der deutschen Gasspeicher geäußert. "Während die Ölpreise an der Börse bislang vergleichsweise moderat reagieren, sehen wir bei den Gaspreisen bereits deutliche Ausschläge", sagte der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) der Rheinischen Post. Kurzfristig dürfte sich das für die meisten Betriebe und auch für private Haushalte nicht unmittelbar bemerkbar machen, weil Gaslieferungen an Endkunden überwiegend über langfristige Verträge abgesichert seien. "Hält die Krise jedoch an, werden Neuverträge deutlich teurer. Dann schlagen die Belastungen mit voller Wucht in der Wirtschaft durch", sagte Adrian. "Mit Sorge blicken wir zudem auf die anstehende Wiederbefüllung der weitgehend leeren Gasspeicher. Wenn dies nur zu erheblich höheren Kosten gelingt, drohen auch im kommenden Winter dauerhaft hohe Gaspreise. Das würde die Wettbewerbsfähigkeit vieler energieintensiver Betriebe weiter schwächen", warnte der DIHK-Chef. (Rheinische Post)
BUY EUROPEAN - EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné will ein Gesetz vorlegen, wonach öffentliche Gelder vorrangig für europäische Produkte verwendet werden sollen. Gegenüber früheren Plänen wurde der Entwurf jedoch spürbar abgeschwächt - auch auf Druck aus Deutschland. Das geht aus einem Vergleich mehrerer Fassungen des "Industrial Accelerator Act"-Gesetzes hervor, die dem Handelsblatt vorliegen. So werden weniger Branchen geschützt als zunächst vorgesehen. E-Autos, Wechselrichter, Wärmepumpen und Elektrolyseure sollen künftig vorrangig in der EU produziert werden, um für Kaufprämien infrage zu kommen. (Handelsblatt)
BATTERIESPEICHER - Die Bundesnetzagentur will den rasanten Zubau von Batteriespeichern bremsen. Um dieses Ziel zu erreichen, erwägt die Regulierungsbehörde, den Betreibern ein entscheidendes Privileg zu streichen: Bislang ist gesetzlich geregelt, dass Batteriespeicher, die bis zum 4. August 2029 in Betrieb gehen, 20 Jahre lang keine Entgelte für die Nutzung der Stromnetze zahlen müssen. Das will die Agentur ändern: Man sei "der gefestigten Auffassung", dass eine Vollbefreiung von den Netzentgelten "europarechtlich nicht darstellbar und energiewirtschaftlich nicht zweckmäßig ist", heißt es in einem "Orientierungspapier", das die Bundesnetzagentur bereits Mitte Januar veröffentlicht hat. (Handelsblatt)
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Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com
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