MODERNA - Börse feiert Ende des Patentstreits mit ARBUTUS/ROIVANT
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Erwähnte Instrumente
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- Moderna Inc. - WKN: A2N9D9 - ISIN: US60770K1079 - Kurs: 49,830 $ (Nasdaq)
- Arbutus Biopharma Corp. - WKN: A14XMD - ISIN: CA03879J1003 - Kurs: 4,695 $ (Nasdaq)
- Roivant Sciences Ltd - WKN: A3C4MS - ISIN: BMG762791017 - Kurs: 27,850 $ (Nasdaq)
Moderna, Arbutus Biopharma und Genevant Sciences (Roivant-Tochter) haben am 3. März 2026 einen globalen Vergleich geschlossen, der sämtliche laufenden Verfahren weltweit beendet. Im Kern geht es um die LNP-Technologie von Genevant und Arbutus, die die mRNA im COVID-19-Impfstoff Spikevax schützt und in die Zellen transportiert.
Laut den Pressemitteilungen der Unternehmen hat der Deal ein Volumen von bis zu 2,25 Mrd. USD. Moderna zahlt im dritten Quartal 2026 einen Pauschalbetrag von 950 Mio. USD an Genevant und Arbutus. Damit sind sämtliche Ansprüche im Zusammenhang mit Spikevax und mRESVIA sowie für das gesamte Portfolio an mRNA-Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten abgegolten. Konkret nennt Moderna hier unter anderem mNEXSPIKE, mCOMBRIAX und die künftige Impfstoff-Pipeline. Laufende Lizenzgebühren fallen nicht an.
Optional weitere 1,3 Mrd. USD
Zusätzlich ist eine weitere Zahlung von bis zu 1,3 Mrd. USD vereinbart. Diese hängt direkt am Ausgang der Berufung zum Thema Section 1498, also der Frage, ob Moderna sich bei Lieferungen an die US-Regierung auf eine Art staatliche Haftungsübernahme berufen kann.
Moderna wird das Urteil des US District Court in Delaware zum Section-1498-Komplex beim Court of Appeals for the Federal Circuit anfechten. Verliert Moderna auch dort, wird innerhalb von 90 Tagen eine zusätzliche Zahlung von bis zu 1,3 Mrd. USD fällig, abhängig vom genauen Umfang der Entscheidung. Gewinnt Moderna, entfällt dieser Teil vollständig.
Interessanter Twist aus Anlegersicht: Sollte Moderna zunächst verlieren, die Sache aber später auf höherer Ebene doch noch drehen können, müssen Arbutus und Genevant die 1,3 Mrd. USD inklusive Zinsen zurückzahlen. Moderna selbst verbucht in Q1 2026 nur den sicheren Block von 950 Mio. USD als Aufwand und geht nach eigener Aussage nicht davon aus, dass ein Verlust im Section-1498-Verfahren wahrscheinlich ist.
Für die Bilanz bedeutet das: Moderna erwartet zum Jahresende 2026 liquide Mittel von 4,5 bis 5,0 Mrd. USD, dazu eine ungenutzte Kreditlinie von bis zu 900 Mio. USD. Insgesamt stünde damit eine Liquidität von 5,4 bis 5,9 Mrd. USD zur Verfügung.
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Wie die 2,25 Mrd. USD verteilt werden
Rechtlich gehen die Zahlungen an Genevant Sciences und Arbutus Biopharma gemeinsam. Die wirtschaftliche Verteilung ist aber klar strukturiert:
Arbutus hatte die LNP-Technologie ursprünglich entwickelt und in das Joint Venture Genevant eingebracht. Im Gegenzug stehen Arbutus bestimmte Umsatzbeteiligungen zu. Laut den Lizenzvereinbarungen hat Arbutus Anspruch auf rund 20 % der Nettoerlöse, die Genevant mit diesen Patenten erzielt. Netto bedeutet hier nach Abzug von Prozess- und Anwaltskosten. Etwa 80 % der verbleibenden Beträge verbleiben bei Genevant.
Genevant wiederum ist eine Tochter von Roivant Sciences. Roivant hält eine deutliche Mehrheitsbeteiligung (Größenordnung rund 80 bis 85 %), sodass der Großteil der bei Genevant anfallenden Mittel wirtschaftlich bei Roivant landet.
Von der sicheren Upfront-Zahlung über 950 Mio. USD bleiben nach Kosten voraussichtlich einige Hundert Mio. USD zur Verteilung. Davon gehen etwa 20 % an Arbutus, also grob im Bereich von rund 180 bis 190 Mio. USD, der Rest bleibt bei Genevant und damit zum großen Teil bei Roivant.
Sollte die zusätzliche Zahlung von bis zu 1,3 Mrd. USD ebenfalls fließen, würde sich dieses Muster fortsetzen. Arbutus bekäme erneut ungefähr 20 % der Nettoerlöse, Genevant den Rest. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen wäre diese zweite Tranche der größte bekannte Patentvergleich in der Pharmabranche und der zweitgrößte überhaupt.
Für die Struktur wichtig: Genevant erteilt Moderna im Gegenzug eine weltweite, nicht exklusive Lizenz für die LNP-Delivery-Technologie in SM-102-haltigen mRNA-Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten sowie eine Zusage, bestimmte Genevant- und Arbutus-Patente und bestimmte Moderna-Produkte nicht gerichtlich wegen Patentverletzung anzugreifen. Parallel dazu erkennt Moderna im Rahmen des Vergleichs eine Patentverletzung an, und es wird ein Urteil ergehen, das die Gültigkeit der vier geltend gemachten Patente bestätigt.
Was Arbutus und Roivant mit dem Geld vorhaben
Arbutus bezeichnet das Ergebnis als "transformativ" für das Unternehmen und betont vor allem die wissenschaftliche Anerkennung für die eigenen LNP-Pioniere. Finanziell ist es ein Gamechanger. Arbutus kündigt an, im Zusammenhang mit der Upfront-Zahlung im dritten Quartal 2026 eine Rückzahlung von Kapital an die Aktionäre zu prüfen. Gleichzeitig sichert die Zahlung die Pipeline-Finanzierung im Bereich Infektionskrankheiten auf Jahre.
Roivant betont vor allem drei Punkte: Erstens reduziert der Vergleich die rechtliche Unsicherheit, zweitens validiert er aus Sicht von Roivant die eigene IP-Basis im LNP-Bereich, drittens schafft er erheblichen finanziellen Spielraum. Auf dieser Grundlage hat der Roivant-Vorstand ein Aktienrückkaufprogramm über insgesamt 1 Mrd. USD beschlossen, inklusive einer bereits bestehenden 500-Mio.-USD-Ermächtigung.
Spannend ist der Blick nach vorne: Der Patentstreit gegen Pfizer/BioNTech rund um Comirnaty läuft in den USA weiter, nachdem Genevant und Arbutus im September 2025 eine für sie günstige Markman-Entscheidung einfahren konnten. Nach Angaben von Roivant entfallen etwa zwei Drittel der weltweiten COVID-19-mRNA-Umsätze auf Comirnaty. Der nun mit Moderna erreichte Vergleich stärkt die eigene Verhandlungsposition und zeigt, welchen wirtschaftlichen Wert die LNP-Patente im Streitfall haben können.
Moderna wiederum spricht davon, dass die Einigung einen "Legacy-Matter" aus der Pandemie beseitigt, also ein Altlasten-Thema, und nun der Fokus auf Wachstum ab 2026, neue Impfstoffe (unter anderem Flu plus COVID Kombinationspräparate und reine Grippeimpfstoffe) sowie therapeutische Programme in Onkologie und seltenen Erkrankungen gelegt werden kann. Das Unternehmen peilt weiterhin den Break-even im Jahr 2028 an und betont, dass trotz der Vergleichszahlung eine solide Liquiditätsbasis von über 5 Mrd. USD erwartet wird.
Fazit: Der Markt bewertet die Einigung als positiv für Moderna. Dass keine Royaltys gezahlt werden müssen, kommt gut an. Die Moderna-Aktie legt nachbörslich rund 8 % zu. Hingegen hatte man sich bei den Prozessgegnern wohl mehr erhofft. Die Arbutus-Aktie gibt nach einem ersten Kursspike rund 9 % nach, das Papier von Roivant kam von den nachbörslichen Hochs auch deutlich zurück und hielt am Ende ein Plus von 1 %.



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