Wo Volumen ist, ist auch ein Weg
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In welchem Umfeld handeln wir heute?
Die Berichtssaison nimmt Fahrt auf. Nachbörslich überzeugten SpaceX und Super Micro, Netflix enttäuschte, und heute Abend legen Tesla, Meta und IBM vor. Über allem schwebt die Fed-Sitzung am 28. Oktober: Nach den heißen Inflationsdaten für September ist eine weitere Zinserhöhung nicht vom Tisch, und die 10-jährige Rendite bleibt über 5 %. Gestern führte der Russell 2000, getragen von Regionalbanken und Biotech. Healthcare bleibt die stärkste Gruppe, und Software stabilisiert sich mit Atlassian und ServiceNow auf neuen Schlusshochs. Halbleiter bleiben dagegen angeschlagen, und die Marktbreite ist mit 148 neuen Hochs gegenüber 376 neuen Tiefs weiter schwach. Die kurzfristige Prognose auf Basis der Index-Charts: Konsolidierung und steigend.
Mein Plan für den Tag?
Die Indizes haben sich erholt, notieren aber weiter unter wichtigen Widerständen. Der Nasdaq liegt bereits den dritten Tag unter seiner 50-Tage-Linie. Solange Marktbreite und Leader-Aktien nicht gesünder werden, nehme ich keine Erholung vorweg. Ich trade heute vor allem eventgetriebene Aktien, die sich an markanten Punkten im Chart mit hohem Volumen bewegen. Daraus können kurze Trades entstehen oder Swings, die länger laufen. So bin ich weniger vom Gesamtmarkt abhängig und bleibe agil. Zusätzlich habe ich gestern erste Positionen eröffnet, die für mittelfristige Swings infrage kommen – sofern die Stopps halten.
Allen einen guten Start. ✌️
Wie immer, zuerst ein Blick auf die Indizes

Der NASDAQ hat sich über 29.000 Punkten gefangen, scheitert bisher aber an der 50-Tage-Linie bei rund 29.850 Punkten. Erst eine Rückeroberung auf Schlusskursbasis macht den Weg zur 20-Tage-Linie frei.

Der NASDAQ ist aus dem Sweet Spot durch das Mittelband in den unteren Kanal gefallen, ein negatives Umfeld für Trend-Trades. Erst eine Rückkehr über das Mittelband bei rund 30.400 Punkten wäre eine erste Entwarnung.

Der DAX hat die 200-Tage-Linie Anfang Oktober zweimal verteidigt und arbeitet sich über die kurzen Durchschnitte zurück. Die fallende 50-Tage-Linie bei rund 25.650 Punkten bleibt aber der Deckel, an dem zuletzt bereits ein Ausbruchsversuch scheiterte.
Watchlist-Fokus-Charts

SPACEX – (Earnings-Gap) Starlink und das rasant wachsende KI-Geschäft sorgen für ein Quartal deutlich über den Erwartungen, und die Aktie springt nachbörslich direkt von der 50-Tage-Linie zurück über die kurzen Durchschnitte. Einstieg über dem Hoch der ersten 30 Handelsminuten, alternativ bei einem Intraday-Rücklauf in Richtung 152 USD, der wieder nach oben dreht. Der Stop Loss liegt unter dem Tagestief.

SUPER MICRO COMPUTER – (Earnings-Reversal an der 200-Tage-Linie) Der KI-Serverbauer meldet vorab einen Quartalsumsatz weit über den Erwartungen, und zwar genau dort, wo die Aktie nach dem Oktober-Ausverkauf auf der 200-Tage-Linie aufsetzt. Einstieg über dem Hoch der ersten 30 Handelsminuten. Zwischen 36 und 39 USD warten mit den gleitenden Durchschnitten allerdings die ersten Widerstände. Der Stop Loss liegt unter dem Tagestief, spätestens unter der 200-Tage-Linie bei rund 32 USD.

COREWEAVE – (Reversal Extension) Die Schuldenangst hat den KI-Cloud-Anbieter weit unter seine gleitenden Durchschnitte gedrückt. Das drei- bis vierfache Durchschnittsvolumen und die gestrige Kerze mit langem unteren Docht deuten auf eine mögliche Kapitulation hin. Einstieg, wenn der Kurs nach einem frühen Rücksetzer den gestrigen Schlusskurs bei 62 USD zurückerobert. Die Position halte ich bewusst klein, das Risiko ist hoch, die Aktie ist schnell. Der Stop Loss liegt unter dem gestrigen Tief knapp unter 58 USD.

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