WELLS FARGO: Wie viel Steuerhilfe steckt im Gewinnplus?
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Die Erträge steigen bei Wells Fargo in allen vier Geschäftssparten, konzernweit aber nur um 2 %. Beim Gewinn je Aktie bringt erst eine Steuergutschrift von 170 Mio. USD die Bank über die Erwartungen.
| ✦ Auf einen Blick |
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• Wells Fargo steigert die Erträge um 2 % auf 21,87 Mrd. USD und bleibt unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 22,31 Mrd. USD. • Das verwässerte EPS steigt von 1,66 USD auf 1,87 USD und liegt leicht über dem Konsens von 1,85 USD. • Der Steueraufwand enthält Einmalgutschriften von 170 Mio. USD aus der Klärung früherer Steuerfragen. • Die Risikovorsorge steigt von 681 Mio. USD auf 1,03 Mrd. USD, die Kernkapitalquote sinkt von 11,0 % auf 10,0 %. • Wealth and Investment Management steigert die Erträge um 12 % auf 4,10 Mrd. USD. |
Wells Fargo steigert die Erträge im dritten Quartal um 2 % gegenüber dem Vorjahr auf 21,87 Mrd. USD und bleibt damit unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 22,31 Mrd. USD. Der Nettozinsertrag wächst um 5 % auf 12,52 Mrd. USD, weil die Bank deutlich mehr Kredite und Wertpapiere in den Büchern hat. Die zinsunabhängigen Erträge sinken dagegen um 1 % auf 9,35 Mrd. USD. Hier belasten geringere Handelsgewinne, schwächere Ergebnisse aus Venture-Capital-Beteiligungen und fehlende Leasingerträge nach dem Verkauf des Leasinggeschäfts mit Güterwaggons im ersten Quartal.
Die Risikovorsorge steigt von 681 Mio. auf 1,03 Mrd. USD. Für das wachsende Kreditbuch baut Wells Fargo wieder Reserven auf, nachdem die Bank ein Jahr zuvor noch Vorsorge aufgelöst hatte. Zugleich sinken die Kosten um 1 % auf 13,74 Mrd. USD, unter anderem durch 8 % weniger Mitarbeiter. Die Efficiency Ratio verbessert sich dadurch von 65 auf 63 %. Der Nettogewinn wächst um 6 % auf 5,95 Mrd. USD. Das verwässerte EPS nach GAAP steigt von 1,66 auf 1,87 USD und liegt leicht über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 1,85 USD.
Den Steueraufwand mindern allerdings Einmalgutschriften von 170 Mio. USD aus der Klärung früherer Steuerfragen. Rechnerisch reicht dieser Betrag aus, um das EPS über die Schätzung zu heben; ohne ihn läge der Gewinn je Aktie knapp darunter. Auch die Vergleichsbasis bei den Kosten hilft: Das Vorjahresquartal war mit 296 Mio. USD an Abfindungen belastet. Ein spürbarer Teil des Gewinnzuwachses stammt damit aus der Steuerentlastung und der Vergleichsbasis, weniger aus dem Tagesgeschäft.
Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von WELLS FARGO & COMPANY/MN. (Quelle: Unternehmensangaben)
Die Sparten wachsen, der Konzernbereich bremst
Am stärksten legt Wealth and Investment Management zu: Die Erträge steigen um 12 % auf 4,10 Mrd. USD, getragen von höheren Beratungsgebühren dank gestiegener Marktbewertungen. Consumer Banking and Lending wächst um 5 % auf 10,66 Mrd. USD, während der Gewinn der Sparte um 21 % steigt. Die Erträge im Autokreditgeschäft legen um 33 % zu, in der Baufinanzierung sinken sie um 15 %. Commercial Banking wächst um 6 %, Corporate and Investment Banking dagegen nur um 3 %. Dort zehrt der schwächere Anleihe- und Devisenhandel den Zuwachs der M&A-Erträge von 30 % weitgehend auf.
Die Bremse sitzt im Konzernbereich Corporate, der negative Erträge von 610 Mio. USD ausweist. Gründe sind niedrigere Zinsgutschriften an die Sparten, das schwächere Venture-Capital-Ergebnis und der Waggonverkauf. Das operative Geschäft steht damit breiter da, als die Konzernzahl vermuten lässt. Allerdings wächst die Bank über die Menge, nicht über die Marge: Die Nettozinsmarge sinkt von 2,61 auf 2,43 %.
Das Wachstum zehrt am Kapitalpolster
Kredite und Einlagen liegen im Schnitt jeweils 11 % über dem Vorjahr. Gleichzeitig kauft Wells Fargo für 2,5 Mrd. USD eigene Aktien zurück, während die harte Kernkapitalquote (CET1) von 11,0 auf 10,0 % fällt. Die Rendite auf das materielle Eigenkapital (ROTCE) steigt im Gegenzug von 15,2 auf 16,3 %. Bei der Kreditqualität ergibt sich ein gemischtes Bild: Die Ausfallquote im Firmenkundengeschäft zieht gegenüber dem Vorquartal von 0,10 auf 0,18 % an, im Privatkundengeschäft sinkt sie dagegen. Die Bank setzt ihren Kapitalpuffer also aktiv ein und hebt damit die Rendite.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
CEO Charlie Scharf zeigt sich zuversichtlich: Privatkunden gäben mehr aus, Zahlungsausfälle blieben niedrig und Unternehmen hätten solide Bilanzen. Höhere Zinsen, einen höheren Ölpreis und hartnäckige Inflation sieht er als Risiken. Stärker wiegen aus seiner Sicht jedoch Investitionen in KI-Infrastruktur, hohe Beschäftigung und stetiges Lohnwachstum. Zwischen den Zeilen liest sich das als Wette auf eine robuste US-Konjunktur.
Mit 2 % Ertragswachstum hält die Bank ihr bisheriges Tempo; eine Beschleunigung zeigen die Zahlen nicht. Analysten erwarten für 2026 ein EPS von 7,32 USD und für 2027 von 8,04 USD. Dafür müssten die Erträge mit dem Kreditwachstum besser Schritt halten, als es die sinkende Zinsmarge derzeit zulässt.
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Erträge | 123,53 Mrd. USD | 88,80 Mrd. USD | 93,01 Mrd. USD |
| EPS | 6,16 USD | 7,32 USD | 8,04 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens); Erträge = Konzern-Gesamterträge
Fazit: Die Steuergutschrift sichert den Vorsprung beim EPS, während die Erträge den Konsens verfehlen. Sinkende Kosten, eine höhere Eigenkapitalrendite und Wachstum in allen vier Sparten sind Fortschritte, denen eine schrumpfende Zinsmarge, steigende Risikovorsorge und ein dünneres Kapitalpolster gegenüberstehen. Das KGV auf Basis der Analystenschätzungen beträgt 11 für 2026 und 10 für 2027; das erwartete Gewinnwachstum liegt bei 10 %. Die Wells-Fargo-Aktie findet in diesem Quartal eher Halt als Schwung.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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