Welche Versicherungen brauche ich wirklich? Der große Überblick 2026
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Welche Versicherungen brauche ich? Die Frage klingt simpel – und wird doch häufig falsch beantwortet. Viele Menschen sammeln im Laufe ihres Lebens Versicherungen an wie Abos: hier eine Police, dort ein Zusatzbaustein, oft aus Unsicherheit oder dem Wunsch nach maximaler Absicherung. Am Ende entsteht kein durchdachtes Schutzkonzept, sondern ein Flickenteppich.
Wer Versicherungen sinnvoll ordnen will, muss anders anfangen. Nicht mit der Anzahl der Verträge, sondern mit einer nüchternen Überlegung: Welche Risiken können mich finanziell ruinieren – und welche nicht? Genau darauf gibt dieser Artikel eine praxisnahe Antwort.
Versicherungen 2026: Es gilt dieses einfache Prinzip
Versicherungen erfüllen eine klar umrissene Aufgabe: Sie schützen vor seltenen, aber existenzbedrohenden Risiken. Alles andere – kleine Schäden, Ärgernisse oder Komfortverluste – sollte man selbst tragen.
Ökonomisch gilt ein einfaches Prinzip:
- Häufige, gut planbare Schäden gehören nicht in eine Versicherung
- Seltene Ereignisse mit potenziell ruinösen Folgen müssen abgesichert werden
Viele Fehlentscheidungen entstehen genau dort, wo dieses Prinzip ignoriert wird – etwa bei Handy-, Brillen- oder Reisegepäckversicherungen.
Unverzichtbar für fast jeden
Private Haftpflichtversicherung
Die private Haftpflichtversicherung ist die wichtigste Versicherung überhaupt. Der Grund liegt nicht in der Häufigkeit von Schäden, sondern in deren möglicher Höhe. Ein einzelner Personenschaden kann lebenslange Rentenzahlungen und Kosten in Millionenhöhe verursachen.
Für 2026 gelten folgende Mindeststandards:
- Deckungssumme mindestens 10 Millionen Euro, besser 20–50 Millionen
- vollständige Absicherung von Personenschäden ohne enge Sublimits
- moderne Tarife mit Einschluss typischer Alltagsrisiken
Ohne private Haftpflicht besteht ein reales finanzielles Existenzrisiko – unabhängig von Einkommen oder Vermögen.
Krankenversicherung (gesetzlich oder privat)
Eine funktionierende Krankenversicherung ist das Fundament jeder Absicherung. Ohne sie ist ein existenzsicherndes Leben nicht möglich. Die Frage lautet daher nicht ob, sondern wie man versichert ist.
Zusatzleistungen können sinnvoll sein, ersetzen aber niemals die Grundabsicherung. Entscheidend ist, dass die medizinische Basisversorgung langfristig gesichert ist.
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Existenzrisiko oder Komfortverlust?
Nicht jeder Schaden ist ein Versicherungsfall im wirtschaftlichen Sinn. Existenzrisiken – etwa Haftung, schwere Krankheit oder Einkommensausfall – können Vermögen und Lebensstandard dauerhaft zerstören. Komfortverluste wie ein Einzelzimmer im Krankenhaus oder ein beschädigtes Smartphone sind ärgerlich, aber finanziell beherrschbar. Versichert werden sollten daher nur Risiken, die man im Ernstfall nicht selbst tragen kann.
Abhängig von der Lebenssituation – oft entscheidend
Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)
Der Verlust der eigenen Arbeitskraft ist eines der größten finanziellen Risiken überhaupt. Entgegen der landläufigen Meinung sind Unfälle nicht die Hauptursache – vielmehr führen psychische Erkrankungen und chronische Leiden häufig zur Berufsunfähigkeit.
Sinnvolle Orientierung:
- Absicherung von 60–80 % des Nettoeinkommens
- Laufzeit mindestens bis zum regulären Renteneintritt
- möglichst früher Abschluss, solange Gesundheitsfragen unproblematisch sind
Für Erwerbstätige ist die Berufsunfähigkeitsversicherung oft wichtiger als jede andere Zusatzversicherung.
Risikolebensversicherung
Die Risikolebensversicherung schützt nicht den Versicherungsnehmer selbst, sondern Hinterbliebene. Sie ist sinnvoll, wenn andere finanziell vom eigenen Einkommen abhängen – etwa Partner, Kinder oder bei laufenden Immobilienkrediten.
Als Faustregeln gelten:
- Absicherung von 3–5 Jahresbruttoeinkommen
- alternativ: Höhe der offenen Kredite plus Übergangszeit
Ohne finanzielle Abhängige ist sie meist verzichtbar.
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Versicherungen wechseln bzw. „hoppen“ – wann lohnt sich das?
Ein Versicherungswechsel kann sinnvoll sein, sollte aber nicht nur aus Spargründen erfolgen. Bei standardisierten Sachversicherungen wie Kfz-, Haftpflicht- oder Hausratversicherung lohnt sich ein regelmäßiger Vergleich, etwa alle zwei bis drei Jahre. Die Leistungen sind hier gut vergleichbar, Einsparungen oft ohne Qualitätsverlust möglich. Besonders bei der Kfz-Versicherung ist ein jährlicher Wechsel zum Kündigungstermin üblich – wegen diverser Boni und Rabatte. Bei komplexen Policen wie der Berufsunfähigkeits- oder privaten Krankenversicherung ist hingegen Vorsicht geboten: Ein Wechsel kann neue Gesundheitsprüfungen und Leistungsausschlüsse nach sich ziehen.
Sinnvolle Ergänzungen zur Krankenversicherung
Krankenhauszusatzversicherung
Die Krankenhauszusatzversicherung verbessert vor allem Komfort und Wahlleistungen, etwa durch Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer oder Behandlung durch den Chefarzt. Medizinisch notwendig ist sie nicht – die Versorgung ist auch ohne Zusatzversicherung gewährleistet.
Sinnvoll kann sie sein:
- bei starkem Wunsch nach höherem Komfort, vor allem Einzelzimmer und Chefarztbehandlung
- wenn die Beiträge dauerhaft problemlos tragbar sind
Sie ist jedoch keine Existenzabsicherung, sondern eine bewusste Komfortentscheidung.
Zahnzusatzversicherung
Die Zahnzusatzversicherung kann im Gegensatz zu vielen anderen Zusatzpolicen einen klar messbaren finanziellen Nutzen haben. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt beim Zahnersatz oft nur einen festen Zuschuss, der einen großen Eigenanteil offenlässt.
Sinnvoll sind Tarife:
- mit hohen Erstattungssätzen (z. B. 80–90 oder gar 100 % des Eigenanteils)
- ohne strenge Summenbegrenzungen nach den ersten Jahren
- mit frühem Abschluss, da Vorerkrankungen oft ausgeschlossen sind
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Hausratversicherung
Die Hausratversicherung schützt das bewegliche Eigentum in der Wohnung oder im Haus – also Möbel, Kleidung, Elektronik und persönliche Gegenstände – gegen Risiken wie Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel oder Einbruchdiebstahl. Sie zählt nicht zu den existenziellen Versicherungen, da ein Schaden am Hausrat in der Regel nicht die wirtschaftliche Existenz bedroht.
Sinnvoll kann sie dennoch sein, wenn:
- der Wert der Einrichtung hoch ist
- ein vollständiger Ersatz aus eigenen Rücklagen schwer möglich wäre
- die Versicherungssumme realistisch angesetzt ist
Die Hausratversicherung ist kein Muss, sondern eine individuelle Abwägung zwischen Vermögenshöhe, Rücklagen und Risikobereitschaft.
Wohngebäudeversicherung
Für Eigentümer von Immobilien ist die Wohngebäudeversicherung faktisch unverzichtbar. Sie schützt die Bausubstanz eines Hauses oder einer Eigentumswohnung vor Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Da Immobilien oft den größten Vermögenswert darstellen, können größere Schäden ohne Versicherung existenzielle Folgen haben.
Besonders relevant ist 2026 der Einschluss von Elementarschäden:
- Starkregen und Überschwemmungen
- Rückstau
- Erdrutsche
Viele ältere Policen decken diese Risiken nicht automatisch ab. Die Wohngebäudeversicherung ist daher kein Komfortprodukt, sondern zentraler Vermögensschutz.
Rechtsschutzversicherung: sinnvoll in vielen Fällen
Eine Rechtsschutzversicherung kann Kosten für Anwälte, Gerichte und Gutachter übernehmen. Besonders relevant ist sie im Arbeits-, Miet- oder Verkehrsrecht.
Sinnvoll kann sie sein:
- bei regelmäßigem Konfliktpotenzial, beispielsweise mit Nachbarn oder Vermieter
- für Arbeitnehmer oder Mieter
- wenn sie vor dem Streitfall abgeschlossen wird
Kein Muss – aber für viele Lebenssituationen eine sinnvolle Ergänzung.
Versicherungen, die meist keinen Sinn ergeben
Einige Versicherungen werden häufig abgeschlossen, obwohl sie ökonomisch kaum zu rechtfertigen sind:
- Brillenversicherungen
- Handy- und Geräteversicherungen
- Garantieverlängerungen
- Reisegepäckversicherungen
Sie sichern Risiken ab, die selten auftreten oder finanziell leicht selbst getragen werden können. Der Nutzen steht meist in keinem Verhältnis zu den langfristigen Kosten. In den meisten Fällen sind diese Versicherungen reiner Komfort – und finanziell meist Quatsch.
Fazit: Weniger Verträge, mehr Klarheit
Ein gutes Versicherungskonzept besteht nicht aus möglichst vielen Policen, sondern aus den richtigen. Wer existenzielle Risiken absichert und alles andere bewusst prüft, lebt sicherer – und meist günstiger. Klarheit schlägt Vollkasko-Mentalität.
