Kommentar
13:34 Uhr, 02.04.2026

Warum Taiwan im Verteidigungsfall auf Bitcoin setzen sollte

Klassische Reserven stoßen in Krisenzeiten an ihre Grenzen. In Taiwan wächst deshalb das Interesse an Bitcoin als Alternative.

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Die Debatte um staatliche Bitcoin-Reserven nimmt weiter Fahrt auf. Aktuell sorgt ein Vorschlag für Aufmerksamkeit, wonach Taiwan Bitcoin als strategisches Reserve-Asset in Betracht ziehen sollte.

Ausgangspunkt ist eine Analyse des Bitcoin Policy Institute. Darin wird argumentiert, dass klassische Reservewerte wie US-Dollar oder Gold in einem Krisenszenario schnell an ihre Grenzen stoßen könnten. Im Falle einer Blockade oder militärischen Eskalation wären physische Vermögenswerte schwer zugänglich, während auch internationale Zahlungsströme eingeschränkt werden könnten.

Die Krypto-Leitwährung hingegen biete in solchen Szenarien entscheidende Vorteile. Als dezentrales Netzwerk bleibt der Zugang unabhängig von physischen Transportwegen oder zentralen Institutionen bestehen. Damit könnte die Kryptowährung eine Art “finanzielles Backup-System“ für Staaten darstellen.

“Es kann eine geopolitische Absicherung gegen hoffentlich nicht eintretende Szenarien bieten. Es kann neue, reibungslosere Handelswege eröffnen. Bitcoin kann Taiwan ein hohes Maß an monetärer Stabilität verleihen”, so Jacob Langenkamp, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bitcoin Policy Institute.

Bitcoin könnte Taiwan geopolitisch absichern

Ein weiterer zentraler Punkt ist die starke Abhängigkeit Taiwans vom US-Dollar. Ein Großteil der Währungsreserven ist in Dollar-basierten Assets gebunden, was das Land anfällig für externe wirtschaftliche Entwicklungen macht. BTC könnte hier als ergänzende Absicherung dienen

Interessant ist zudem, dass Taiwan bereits indirekt Coins hält. Rund 210 BTC befinden sich im Besitz staatlicher Behörden, beschlagnahmt aus früheren Ermittlungen. Diese Bestände könnten als Ausgangspunkt für eine mögliche strategische Nutzung dienen.

Allerdings bleibt die Skepsis groß. Die Zentralbank hatte eine solche Reserve zuletzt noch abgelehnt und verwies auf Risiken wie hohe Volatilität und Herausforderungen bei der sicheren Verwahrung.

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