Analyse
12:45 Uhr, 30.04.2026

VIAVI-Aktie steigt 25 % - KI-Boom in den Rechenzentren treibt an

Viavi Solutions rückt stärker in das Zentrum eines Technologietrends, der bislang vor allem Chiphersteller und Cloudkonzerne beflügelt hat. Das US-Unternehmen liefert Mess- und Testtechnik für Kommunikationsnetze, Rechenzentren, optische Systeme sowie Anwendungen in Luftfahrt und Verteidigung.

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  • Viavi Solutions Inc. - WKN: A14XLZ - ISIN: US9255501051 - Kurs: 45,530 $ (Nasdaq)

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 steigerte Viavi den Umsatz um 42,8 % auf 406,8 Mio. USD und übertraf damit die Erwartungen deutlich. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 80 % auf 0,27 USD. Die bereinigte operative Marge verbesserte sich um 430 Basispunkte auf 21,0 %. Auch der Ausblick fiel stärker aus als erwartet: Für das vierte Quartal stellt Viavi 427 bis 437 Mio. USD Umsatz und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,29 bis 0,31 USD in Aussicht.

Rechenzentren werden zum Wachstumsmotor

Der wichtigste Treiber bleibt das Segment Network and Service Enablement. Der Umsatz stieg hier um 54,4 % auf 321,5 Mio. USD. Besonders stark war die Nachfrage aus dem Ökosystem rund um KI-Rechenzentren, also von Halbleiterherstellern, Anbietern optischer Module, Netzwerkausrüstern und Hyperscalern. Vorstandschef Oleg Khaykin sagte, Viavi sehe Nachfrage über alle Architekturen hinweg, von Scale-up über Scale-out bis Scale-across


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Khaykin beschrieb im Call, wie stark die neuen KI-Infrastrukturen den Bedarf an Testtechnik erhöhen. Bei 800-Gigabit-Technik laufe das Volumengeschäft weiter stark, während 1,6-Terabit-Lösungen bereits in Laboren und ersten Produktionsumgebungen hochfahren. Besonders interessant ist seine Aussage zur Feldmesstechnik: Rechenzentren kauften inzwischen derart viel Glasfaser-Monitoring, dass sie bei bestimmten Produkten fast an klassische Telekomnetzbetreiber heranreichen.

"Wir haben noch nie so viel Nachfrage nach unseren Fiber-Monitoring-Lösungen gesehen", sagte Khaykin sinngemäß. Der Anteil des Rechenzentrumsgeschäfts an bestimmten Feldinstrumenten nähere sich 40 bis 45 % und könne bald 50 % erreichen.

Spirent stärkt das Portfolio

Ein wichtiger Baustein ist die Integration der übernommenen Spirent-Produktlinien. Diese steuerten im vergangenen Quartal 54,2 Mio. USD Umsatz bei und lagen damit im Rahmen der Erwartungen. Viavi erhält dadurch Zugang zu einer breiten installierten Kundenbasis im Ethernet-Testgeschäft. Khaykin betonte, Spirent bringe robuste Software und etablierte Kundenbeziehungen ein, während Viavi die Hardwareleistung verbessere. Das erste wirklich integrierte Produkt sieht das Management im Bereich 3,2 Terabit.

Auch jenseits der Rechenzentren bleibt das Geschäft robust. Das Segment Optical Security and Performance Products kam auf 85,3 Mio. USD Umsatz, ein Plus von 11,4 %. Gefragt waren vor allem Produkte für 3D-Sensorik und Fälschungsschutz. Regional entfielen 44,9 % des Umsatzes auf Amerika, 31,5 % auf Asien-Pazifik und 23,6 % auf Europa, den Nahen Osten und Afrika.

Verteidigungsgeschäft gewinnt an Gewicht

Neben KI-Rechenzentren entwickelt sich Luftfahrt und Verteidigung zum zweiten Wachstumspfeiler. Besonders stark wächst das Geschäft mit Positionierung, Navigation und Timing, das durch die Übernahme von Inertial Labs verstärkt wurde. Die Nachfrage kommt unter anderem von Drohnen, autonomen Systemen und militärischen Anwendungen. Khaykin sagte, Inertial Labs habe die Erwartungen so deutlich übertroffen, dass Viavi eine hohe Earn-out-Zahlung leisten musste.

Im Call erklärte er, Viavi sei inzwischen bei nahezu allen relevanten Drohnen-, Munitions- und Subsystemanbietern im Gespräch, sowohl in den USA als auch international. Bei hochwertigen Drohnen im Bereich von etwa 30.000 USD seien die Sensoren und Navigationsmodule relevant, bei sehr günstigen Systemen eher nicht.

Finanziell zeigt sich die neue Skalierung deutlich. Die bereinigte Bruttomarge lag bei 62,2 %, der bereinigte Nettogewinn nahezu verdoppelte sich auf 67,6 Mio. USD. Gleichzeitig belastete der Cashflow: Aus operativer Tätigkeit flossen 26,3 Mio. USD ab, vor allem wegen der Earn-out-Zahlung an Inertial Labs, Working-Capital-Effekten und variabler Vergütung. Die liquiden Mittel sanken auf 508 Mio. USD.

Bewertung: Starke Zahlen, hohe Erwartungen

Viavi steht damit an einem günstigen Punkt des Investitionszyklus. Je schneller KI-Rechenzentren auf höhere Übertragungsgeschwindigkeiten, Co-Packaged Optics und komplexere Chipverbindungen umstellen, desto mehr Testpunkte entstehen. Khaykin brachte es im Call auf den Punkt: Verpackung und Test seien nicht länger ein nachgelagerter Prozess, sondern ein strategischer Teil des Systems.

Das Management hält sogar einen Quartalsumsatz von 500 Mio. USD mittelfristig für realistisch. Allerdings bleibt der Ausblick bewusst begrenzt. Wenn Viavi vom "absehbaren Zeitraum" spricht, meint das Management eher die kommenden drei Quartale als mehrere Jahre.

Fazit: Viavi hat starke Zahlen gemeldet und das Wachstum bleibt auf allen Ebenen intakt. Nach dem Kursanstieg wird das Papier mit dem rund achtfachen Umsatz bewertet. Wie wir bei anderen Unternehmen sehen, muss das noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Trotz des guten Laufs und des optisch hohen KGVs, könnte die Story als weiter zünden. Kann sich die Viavi-Aktie auf dem hohen Niveau zunächst halten und konsolidiert ein paar Tage, können Anleger beim nächsten Schub auf eine Trendfortsetzung spekulieren.

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Jahr 2025 2026e* 2027e*
Umsatz in Mrd. USD 1,08 1,46 1,64
Ergebnis je Aktie in USD 0,47 0,84 1,04
Gewinnwachstum 78,72% 23,81%
KGV 117 65 53
KUV 11,5 8,5 7,6
PEG 0,83 2,22
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten
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