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13:09 Uhr, 24.07.2026

VERIZON: Guidance zum zweiten Mal in Folge angehoben

Beim Umsatz enttäuscht Verizon, doch bereinigtes EBITDA und Free Cashflow erreichen Rekordwerte: Warum das Unternehmen die Jahresprognose erneut anhebt.

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Verizon Communications steckt mitten in einer Transformation, die sich erstmals in allen relevanten Kennzahlen gleichzeitig niederschlägt: Das bereinigte EBITDA erreicht ein Allzeithoch, die Postpaid-Nettoneuzugänge sind so stark wie seit fünf Jahren nicht, und die Jahresprognose steigt zum zweiten Mal in Folge.

Der Konzernumsatz fiel im zweiten Quartal 2026 um 0,7 % gegenüber dem Vorjahr auf 34,3 Mrd. USD und verfehlte damit die durchschnittliche Analystenschätzung von 35,2 Mrd. USD. Dieser Rückgang ist jedoch fast vollständig auf einen bewussten strategischen Rückzug zurückzuführen: Die Geräteumsätze brachen um knapp 20 % auf 5,0 Mrd. USD ein, weil Verizon Endgerätesubventionen abbaut und Kunden ihre Smartphones schlicht länger behalten. Wer nur auf die Topline schaut, verpasst die eigentliche Geschichte.

Die Serviceerlöse aus Mobilfunk und Breitband, für die Bewertung weit relevanter, wuchsen um 2,8 % auf rund 23,4 Mrd. USD. Das bereinigte EBITDA (Consolidated Adjusted EBITDA) kletterte um 7,2 % auf 13,7 Mrd. USD, den höchsten jemals gemeldeten Wert, bei einer Marge von 40,1 % nach 37,1 % im Vorjahresquartal. Niedrigere Akquisitions- und Haltekosten bilden den Kern dieser Margenverbesserung.

Beim Gewinn ist Vorsicht geboten. Das GAAP-EPS fiel um 22,0 % von 1,18 USD auf 0,92 USD, was jedoch fast vollständig auf Sonderbelastungen von rund 1,8 Mrd. USD vor Steuern zurückzuführen ist: darunter ein Verlust von 746 Mio. USD aus der Klassifizierung des internationalen Festnetz- und Managed-Network-Geschäfts als zur Veräußerung gehalten, Abfindungskosten von 397 Mio. USD sowie Vermögensrationalisierungskosten von 258 Mio. USD. Das bereinigte verwässerte EPS stieg dagegen um 6,6 % von 1,22 USD auf 1,30 USD und übertraf die durchschnittliche Analystenschätzung von 1,27 USD.

VERIZON COMMUNICATIONS INC: Earnings-Scorecard zum aktuellen Quartalsbericht

Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von VERIZON COMMUNICATIONS INC. (Quelle: Unternehmensangaben)

Abonnentenwachstum kehrt zurück

Operativ liefert Verizon die stärksten Zahlen seit Jahren. Im Postpaid-Segment erzielte das Unternehmen 184.000 Netto-Neuzugänge bei Smartphones, das beste Consumer-Ergebnis in einem zweiten Quartal seit fünf Jahren, während die Churn-Rate im Postpaid-Bereich von 0,97 % auf 0,92 % sank. Im Breitband kamen 348.000 Netto-Zugänge hinzu, darunter 193.000 über Fixed Wireless Access und 155.000 über Glasfaser. Insgesamt verwaltet Verizon nun rund 17,1 Mio. Breitbandanschlüsse.

Dass diese Dynamik kein Zufallsprodukt ist, zeigt der Cashflow: Der Free Cashflow stieg im zweiten Quartal um 24,4 % auf 6,4 Mrd. USD, im ersten Halbjahr um 16,0 % auf 10,2 Mrd. USD. CEO Dan Schulman spricht von einem "strukturellen Wendepunkt", der auf echtem Kundenwert statt subventionierten Promotionen beruhe. Die Wortwahl des Managements ist auffallend selbstbewusst, fast euphorisch, was nach Jahren defensiver Kommunikation ins Auge fällt.

Business-Segment überrascht positiv

Während der Consumer-Bereich mit einem EBITDA-Wachstum von 5,3 % auf 11,8 Mrd. USD solide abschneidet, ist der eigentliche Überraschungsträger das Business-Segment: Das bereinigte EBITDA dort sprang um 20,9 % auf 2,1 Mrd. USD, die Marge weitete sich von 24,7 % auf 29,1 %. Sinkende Vertriebs- und Verwaltungskosten trugen dazu bei; das Segment profitiert zudem von der Auslagerung des internationalen Festnetzgeschäfts, das künftig nicht mehr die Zahlen belastet.

VERIZON COMMUNICATIONS INC: Umsatz- und Gewinnentwicklung der letzten Quartale

Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)

Ausblick

Die Guidance ist die eigentliche Nachricht dieses Quartals. Verizon hebt die Jahresprognose zum zweiten Mal in Folge an: Das bereinigte EPS soll nun zwischen 4,99 und 5,04 USD liegen, was einem Wachstum von 6 bis 7 % entspricht. Der Analystenkonsens für 2026 liegt bei 4,98 USD, die neue Spanne liegt damit leicht darüber. Beim Free Cashflow erwartet das Unternehmen nun ein Wachstum von 9 bis 10 % auf 21,9 bis 22,1 Mrd. USD, nach zuvor 6,8 % als Ziel. Das Wachstum der Mobilfunk- und Breitband-Serviceerlöse soll sich im vierten Quartal auf rund 4,0 % beschleunigen, gegenüber den 2,8 % im zweiten Quartal.

Gleichzeitig weitet Verizon das Aktienrückkaufprogramm auf bis zu 4,5 Mrd. USD für das Gesamtjahr aus, nachdem im ersten Halbjahr bereits 3,5 Mrd. USD zurückgekauft wurden. Die Schuldenlast bleibt mit einem Netto-Verschuldungsgrad von 2,5 mal dem bereinigten EBITDA beherrschbar, auch wenn die Gesamtverschuldung mit 165,2 Mrd. USD hoch bleibt.

Kennzahlen im Überblick

Kennzahl 2025 2026e 2027e
Umsatz 138,19 Mrd. USD 142,22 Mrd. USD 144,14 Mrd. USD
EPS 4,06 USD 4,98 USD 5,23 USD

*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)

Fazit: Zwei Guidance-Anhebungen in Folge, ein Allzeithoch beim bereinigten EBITDA und die stärksten Postpaid-Nettoneuzugänge seit fünf Jahren: Das ist kein Zufallsquartal, sondern ein messbarer Beleg dafür, dass Verizons Umbau Fahrt aufnimmt. Der nominale Umsatzrückgang und die hohen Sonderbelastungen trüben das GAAP-Bild, erklären sich aber aus strategischen Entscheidungen, die auf stabilere Cashflows und bessere Margen abzielen. Bei einem KGV von rund 9 auf Basis der bereinigten Konsensschätzungen für 2026 bleibt die Bewertung bescheiden, was die Anlagethese für geduldige Anleger stützt. Verizon läuft wieder, doch es ist ein Marathon, kein Sprint.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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