US-Notenbank belässt Leitzins wie erwartet unverändert
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- Dow Jones - WKN: 969420 - ISIN: US2605661048 - Kurs: 52.476,58 Pkt (NYSE)
Die US-Notenbank Fed hat im Rahmen ihres Zinsentscheids am Mittwoch den Leitzins wie erwartet stabil gehalten. Das Zielband für die Fed Funds Rate bleibt bei 3,75 % bis 4,00 % , wie der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank Fed mitteilte.
Die Entscheidung fiel mit zehn zu zwei Stimmen. Fed-Gouverneurin Lisa D. Cook und die Präsidentin der regionalen Notenbank von Cleveland, Beth M. Hammack, votierten gegen den Beschluss. Sie sprachen sich für eine Erhöhung des Zielbands um 0,25 Prozentpunkte aus. Damit gibt es innerhalb des Ausschusses weiterhin Stimmen, die eine unmittelbar stärkere Straffung der Geldpolitik für angemessen halten.
Beim vorherigen Zinsentscheid im September hatte die Fed den Leitzins einstimmig um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Es war die erste Zinserhöhung seit Juli 2023. An den Terminmärkten war vor der heutigen Entscheidung mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 90 % eine Zinspause erwartet worden.
Fed will weitere Informationen abwarten
Die Inflation bleibt nach Einschätzung der Notenbank erhöht. Anders als im September, als die Fed ihre Zinserhöhung mit einer rascheren Rückkehr zum Inflationsziel begründet hatte, betont sie nun die Bedeutung zusätzlicher Informationen für den weiteren Kurs.
„Das Sammeln weiterer Informationen wird dem Ausschuss helfen, den angemessenen geldpolitischen Kurs zu bestimmen, um eine zeitnahe Rückkehr der Inflation zum 2-%-Ziel des Ausschusses sicherzustellen“, heißt es im Statement. Unverändert bleibt das ausdrückliche Bekenntnis, dass man "für Preisstabilität sorgen" werde.
Die Formulierung lässt sich als Begründung für das vorläufige Abwarten verstehen. Eine konkrete Festlegung auf den Zeitpunkt oder die Richtung des nächsten Zinsschritts enthält das Statement weiterhin nicht.
Bemerkenswert ist zugleich die etwas optimistischere Einschätzung der Konjunktur. Die Wirtschaftsaktivität wächst nach Angaben der Fed nun in „kräftigem Tempo“. Im September hatte die Notenbank noch von einem „soliden Tempo“ gesprochen. Die Ausgaben im Inland seien trotz der weiterhin erhöhten geopolitischen Unsicherheit widerstandsfähig. Das Produktivitätswachstum sei stark und die Investitionstätigkeit robust. Die Beschäftigungszuwächse hätten mit dem Arbeitskräfteangebot Schritt gehalten, während sich die Arbeitslosenquote kaum verändert habe.
In Bezug auf die Bilanzpolitik kündigte die Fed keine Änderung an. Der Ausschuss setzt seine Politik fort, reichlich Reserven im Bankensystem aufrechtzuerhalten.
Hohe Inflation hält den Handlungsdruck aufrecht
Die jüngsten Preisdaten hatten den Druck auf die Notenbank erhöht. Die Verbraucherpreise stiegen im September mit einer Jahresrate von 3,7 %, nach 3,4 % im August. Die Kerninflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie lag bei 2,6 %.
Auch auf Erzeugerebene verstärkte sich der Preisauftrieb deutlich. Die Erzeugerpreise legten im September um 1,3 % gegenüber dem Vormonat zu. Die Jahresrate beschleunigte sich von 5,6 % auf 6,3 %. Ohne Nahrungsmittel und Energie betrug der monatliche Zuwachs 0,7 %, die jährliche Kernrate lag bei 5,0 %.
Neue Zins- und Konjunkturprojektionen mit den individuellen Erwartungen der Mitglieder des Offenmarktausschusses wurden mit dem heutigen Zinsentscheid nicht veröffentlicht. Im September hatten 16 von 18 Teilnehmern im sogenannten Dot Plot mindestens eine weitere Zinserhöhung bis Jahresende für angemessen gehalten. Zwölf erwarteten bis zum Jahresende eine weitere Anhebung um 0,25 Prozentpunkte, vier Mitglieder sogar zwei Erhöhungen. Nur zwei Mitglieder erwarteten zum Jahresende ein unverändertes Zinsniveau.
Der nächste Fed-Zinsentscheid steht am 9. Dezember an. Dann wird auch wieder ein aktualisierter Dot Plot veröffentlicht. Mit der heutigen Entscheidung hält sich die Fed den weiteren Kurs offen.
Wichtige sinngemäße Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh auf der Pressekonferenz
- Die wirtschaftliche Aktivität wächst mit starkem Tempo.
- Die Unsicherheit bleibt, zum Teil wegen der geopolitischen Entwicklungen, bestehen. Aber die Binnennachfrage bleibt widerstandsfähig, das Produktivitätswachstum stark und die Investitionen robust.
- Die Arbeitslosigkeit hat sich zuletzt kaum verändert. Inflation bleibt erhöht.
- Das Sammeln weiterer Informationen wird der Fed helfen, den angemessenen geldpolitischen Kurs zu bestimmen, um eine zeitnahe Rückkehr der Inflation zum 2-%-Ziel des Ausschusses sicherzustellen.
- Für einige Haushalte und Unternehmen haben sich die Kreditbedingungen verschärft. Aber ich will und kann die Finanzierungsbedingungen insgesamt nicht als restriktiv bezeichnen.
- Ab dem Herbst 2027 wird sich der Terminplan für Zinsentscheidungen verändern. Im Jahr 2027 wird es weiterhin acht FOMC-Sitzungen geben, allerdings soll ein Treffen ohne Zinsentscheidung stattfinden. Stattdessen soll auf diesem Meeting die breite Strategie diskutiert werden. 2028 dürfte es zwei solcher Meetings geben.
- Die Inflation ist zu hoch und die Energiepreise sind zuletzt wieder gestiegen. Wir werden eine Rückkehr zum Inflationssziel sicherstellen.
- Die Inflationserwartungen haben sich in die richtige Richtung entwickelt.
- Ich bin ermutigt durch den Fortschritt, den wir bereits erzielt haben.
- Sehr kurzfristig sind die Inflation und die Inflationserwartungen gestiegen. Aber längerfristig besteht das bei Verbrauchern, Unternehmen und den Finanzmärkten das Vertrauen, dass die Fed Preisstabilität gewährleisten wird.
- Bisher gab es eine hohe Korrelation zwischen dem Ölpreis und der Entwicklung der Marktzinsen. Ganz zuletzt haben die Ölpreise aber nicht mehr zu einem Anstieg der Zinsen geführt.
- Seit September sehen wir, dass die höheren Zinsen einen Effekt auf die Wirtschaft haben.
- Die Investitionsausgaben (Capex) sind stark, und sie erfassen inzwischen weitere Bereiche der Wirtschaft als zuvor.
- Unsere Entscheidung hatte überhaupt nichts mit den Zwischenwahlen oder der Politik zu tun.
- Es kann sehr viel passieren und ich werde nichts zu meinen Vermutungen sagen, was wir in sechs Wochen beschließen werden. Aber ich denke, dass wir in der Zwischenzeit viel lernen werden und besser informiert sind.
- Die Finanzmärkte haben ungefähr so auf den Zinsentscheid vor sechs Wochen reagiert, wie ich es erwartet hatte.
- Die Wirtschaft ist stark und wir haben einen Anstieg der Produktivität gesehen. Aber das heißt nicht, dass das Wirtschaftswachstum die Inflation befeuert und unseren Job schwerer machen. Wir müssen keinen Sand ins Getriebe der Wirtschaft werfen, um die Inflation unter Kontrolle zu halten.
Fazit/Marktreaktionen: Der Leitzins bleibt wie erwartet unverändert und die US-Notenbank hält sich mit Hinweisen auf den künftigen Zinspfad zurück. Die Tatsache, das zwei Mitglieder des Offenmarktausschusses bereits bei diesem Meeting für eine Anhebung stimmten und die optimistischere Aussage zur Konjunktur zeigen aber, dass eine Zinserhöhung im Dezember eine plausible Annahme ist, so wie dies auch bisher schon erwartet wurde. Die Finanzmärkte reagierten kaum auf den Zinsentscheid, da sich die Erwartungen unter dem Strich kaum verändert haben.

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