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09:00 Uhr, 09.02.2026

ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

Lkw-Maut-Fahrleistungsindex fällt im Januar um 2,3 Prozent

Die Fahrleistung der mautpflichtigen Lkw mit mindestens vier Achsen auf Bundesautobahnen ist im Januar kalender- und saisonbereinigt um 2,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gefallen. Im Vorjahresvergleich ergab sich ein kalenderbereinigtes Minus von 0,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Die Fahrleistung von Lkw ermöglicht frühzeitige Prognosen zur Entwicklung der Industrieproduktion.

Premierministerin Takaichi erzielt Erdrutschsieg bei Wahl in Japan

Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi hat ihre Partei zu einem triumphalen Sieg bei den Parlamentswahlen geführt. Damit verfügt sie über ein starkes Mandat, um die Beziehungen zu den USA zu vertiefen und die japanische Wirtschaft anzukurbeln. Takaichis Liberaldemokratische Partei (LDP) und ihr Koalitionspartner, die Japan Innovation Party, gewannen 354 der 465 Sitze im Unterhaus des japanischen Parlaments. Damit verfügt Takaichis Regierung über eine Zweidrittelmehrheit im Unterhaus, was ihr eine überragende Kontrolle über diese Kammer und die Möglichkeit gibt, das kleinere Oberhaus zu überstimmen, um ihre Agenda durchzusetzen.

Takaichi nach Wahlsieg auf Kurs für lange Amtszeit

Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi sei nach einem großen Wahlsieg nun für eine lange Amtszeit positioniert, meint der Volkswirt Koya Miyamae von SMBC Nikko Securities. Ihre Regierung könne potenziell bis zum Termin der Parlamentswahl 2030 oder zumindest bis zu zwei Wahlen um den Vorsitz der Liberaldemokratischen Partei andauern, fügt er hinzu. Die LDP hat sich eine alleinige Zweidrittelmehrheit im Unterhaus gesichert, die ihr die Macht verleiht, das Oberhaus zu überstimmen und abgelehnte Gesetze erneut zu verabschieden.

Erdrutschsieg von Takaichi - BoJ kann Politik etwas schneller normalisieren

Ein Erdrutschsieg der Liberaldemokratischen Partei der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi dürfte es der Bank of Japan ermöglichen, die Normalisierung der Geldpolitik etwas schneller fortzusetzen, schreiben die Strategen von Barclays in einer Research Note. Barclays habe den erwarteten Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung von Juli auf April vorverlegt und seine Endzinsprognose von 1,25 Prozent auf 1,5 Prozent angehoben, mit Zinserhöhungen im April 2026, Oktober 2026 und April 2027, so die Strategen. Der deutliche Sieg der Premierministerin dürfte den 'Takaichi-Trade' [höherer USDJPY, höhere Renditen japanischer Staatsanleihen und höhere lokale Aktienkurse] anheizen, so die Strategen von Barclays.

Erdrutschsieg der LDP in Japan könnte Verhältnis zu Koalitionspartner verändern

Der Erdrutschsieg der regierenden Liberaldemokratischen Partei Japans könnte letztendlich die Beziehung zu ihrem Koalitionspartner neu gestalten, schreiben die Analysten von Daiwa Securities in einer Research Note. Auch wenn sich die kooperative Haltung zwischen den beiden in naher Zukunft wahrscheinlich nicht ändern werde, könne der strategische Einfluss der Innovation Party mit der Zeit abnehmen, heißt es weiter. "Mittel- bis langfristig könnte sich die Positionierung der Innovation Party verschieben", so die Analysten. "Da die Abhängigkeit der LDP von anderen Parteien im Unterhaus abnimmt, könnten Szenarien entstehen, in denen die politischen Forderungen der Innovation Party nicht mehr vollständig berücksichtigt werden."

Bank of Japan dürfte Zinsen etwas schneller anheben

Die Bank of Japan dürfte die Zinsen in einem etwas schnelleren Tempo als bisher anheben, da die expansive Fiskalpolitik von Premierministerin Sanae Takaichi die Inflation weiter anzuheizen drohe, meinen die Volkswirte von BNP Paribas. Sie erwarten, dass die BoJ die Zinsen im April anheben und die Straffung alle vier bis fünf Monate fortsetzen werde, bis der Leitzins 2 Prozent erreiche. "Abhängig von den zukünftigen Wechselkursbewegungen kann die Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden, dass die nächste Zinserhöhung auf März vorgezogen wird", schreiben sie in einem Kommentar.

Japans Reallöhne sinken im Dezember weiter

Volkswirte der Deutschen Bank machen darauf aufmerksam, dass die Reallöhne in Japan im Dezember zum zwölften Mal in Folge unter dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen haben - "eine vertraute, aber unbequeme Botschaft an die politischen Entscheidungsträger", wie sie in einem Kommentar schreiben. Die inflationsbereinigten Löhne sanken im Dezember im Jahresvergleich um 0,1 Prozent. "Zwar war die Rückgangsrate die langsamste seit Anfang 2025, doch unterstreicht das anhaltende Minus den beständigen Druck auf die Kaufkraft der Verbraucher", urteilen die Ökonomen.

Iran lehnt Einstellung der Urananreicherung ab

Teheran hat bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran am Freitag im Oman auf seiner Weigerung beharrt, die Anreicherung von Uran einzustellen. Dennoch signalisierten beide Seiten die Bereitschaft, weiter an einer diplomatischen Lösung zu arbeiten, um einen US-Militärschlag abzuwenden. Laut iranischen Staatsmedien teilte Außenminister Abbas Araghtschi seinen US-Verhandlungspartnern mit, dass Teheran einer Beendigung der Anreicherung oder deren Verlagerung ins Ausland nicht zustimmen werde. Damit lehnte er eine Kernforderung der USA ab.

+++ Konjunkturdaten +++

Japan/Leistungsbilanz Dez nsb Überschuss 728,8 Mrd JPY (PROG: Überschuss 1,066 Bill JPY)

Japan/Leistungsbilanz Dez nsb Überschuss 728,8 Mrd JPY; -32,0% gg Vj

China/Währungsreserven Jan 3,399 Bill USD (Dez: 3,358 Bill USD)

China/Währungsreserven Jan stiegen um 41,2 Mrd USD zum Vormonat

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