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09:00 Uhr, 19.01.2026

ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

Trump droht Europa wegen Grönland mit 10 Prozent Zoll

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, Zölle von 10 Prozent auf Importe aus mehreren europäischen Ländern zu erheben. Damit will er Dänemark unter Druck setzen, Grönland an die USA zu verkaufen. Der Schritt hat das Zeug, ein wegweisendes Handelsabkommen zu kippen, das Trump im vergangenen Jahr mit der EU erzielt hatte und das darauf abzielt, Zölle auf viele US-Exporte zu senken. Führende Politiker einiger der mächtigsten Fraktionen im Europaparlament - das dem Deal zustimmen muss - sagten am Samstag, Schritte zur vollständigen Umsetzung des Pakts sollten auf Eis gelegt werden.

EU erwägt Zölle von 93 Milliarden Euro gegen die USA

Die EU bereitet eine Reaktion auf Donald Trumps Zolldrohung im Grönland-Streit vor. Die EU erwägt laut Financial Times, die USA mit Zöllen in Höhe von 93 Milliarden Euro zu belegen oder den Zugang für amerikanische Unternehmen zum EU-Markt einzuschränken. Die Vergeltungsmaßnahmen würden ausgearbeitet, um den europäischen Staats- und Regierungschefs bei den entscheidenden Treffen mit dem US-Präsidenten auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos in dieser Woche mehr Einfluss zu verschaffen, wie an den Vorbereitungen beteiligte EU-Vertreter der Zeitung sagten.

Europa könnte Kapital als Waffe gegen USA einsetzen

Europa könnte im Konflikt mit den USA um Grönland nach Aussage George Saravelos, Chefdevisenstratege der Deutschen Bank, Kapital als Waffe einsetzen. "Die US-Regierung konzentriert sich darauf, die Inflation und die Renditen von US-Staatsanleihen zu senken, und Europa könnte beides beeinflussen", schreibt er in einem Kommentar. Entscheidend werde sein, ob die EU beschließe, ihr Instrument gegen Zwangsmaßnahmen (Anti-Coercion-Instrument) zu aktivieren, indem sie Schritte in Erwägung ziehe, die sich auf die Kapitalmärkte auswirkten.

Europa fehlen die Mittel zum Widerstand

Rabobank-Analysten finden es "gut und richtig", dass sich Europa im Konflikt mit den USA um Grönland wehren will - aber: "Wirksamer Widerstand braucht entsprechende Mittel und die hat Europa nicht", schreiben sie in einem Kommentar. Die Analysten machen ihre Einschätzung an drei Punkten fest: Zahlungsverkehr, Energie, Verteidigung. "Ein Bericht der Europäischen Zentralbank (EZB), der im Februar vergangenen Jahres veröffentlicht wurde, stellte fest, dass 61 Prozent aller Kartenzahlungen in Europa über internationale (sprich: US-amerikanische) Kartensysteme abgewickelt werden.

China verzeichnet robustes Wirtschaftswachstum dank stabiler Exporte

Ein kräftiger Anstieg der Exporte hat Chinas Wachstum im vergangenen Jahr angetrieben. Damit trotzte die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft den Erwartungen, wonach ein Handelskrieg mit den USA das Land ausbremsen würde. Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) expandierte im vergangenen Jahr deflationsbereinigt um 5 Prozent, wie aus den am Montag vom Nationalen Statistikamt veröffentlichten Daten hervorgeht. Damit erreichte Peking sein offizielles Wachstumsziel und knüpfte an das reale BIP-Wachstum von 5 Prozent aus dem Jahr 2024 an.

Wichtige Wirtschaftsindikatoren Chinas im Dezember durchwachsen

Chinas Wirtschaft hat zum Ende des Jahres 2025 durchwachsene Signale gesendet. Während die starke Industrieproduktion das Wachstum stützte, wirkten schwache Konsumausgaben und eine anhaltende Immobilienkrise belastend. Die Industrieproduktion ist im Dezember im Vorjahresvergleich um 5,2 Prozent gestiegen, teilte das Nationale Statistikamt am Montag mit. Im November hatte der Zuwachs noch bei 4,8 Prozent gelegen. Vom Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten für den Berichtsmonat ein Wachstum von 5,1 Prozent prognostiziert.

Chinas Immobilienpreise in großen Städten fallen im Dezember

Chinas Immobilienkrise hat sich bis zum Dezember fortgesetzt. Damit endete ein Jahr, das von anhaltend schwacher Binnennachfrage geprägt war. In den 70 größten Städten Chinas fielen die Immobilienpreise im Dezember gegenüber dem Vorjahr um 3,05 Prozent und damit noch etwas stärker als im November, als der Rückgang 2,78 Prozent betrug. Dies geht aus Berechnungen des Wall Street Journal hervor, die auf Daten basieren, die das Nationale Statistikamt am Montag veröffentlicht hat.

DJG/DJN/apo

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