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09:00 Uhr, 29.08.2025

ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

Deutscher Einzelhandel im Juli schwächer als erwartet

Die Umsätze im deutschen Einzelhandel sind im Juli stärker als erwartet gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, fielen die Umsätze nach Abzug der Inflation um 1,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten nur einen Rückgang um 0,5 Prozent prognostiziert. Auf Jahressicht lagen die Umsätze im Juli preisbereinigt um 1,9 Prozent höher.

Deutsche Importpreise sinken im Juli

Die Importpreise in Deutschland sind im Juli gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete, fiel der Index der Einfuhrpreise im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein Minus von 1,4 Prozent registriert. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise lagen die Importpreise im Juli um 0,4 Prozent niedriger als im Vormonat. Binnen Jahresfrist ergab sich ein Minus von 0,2 Prozent.

Deutsche Reallöhne steigen im zweiten Quartal um 1,9 Prozent

Die Reallöhne in Deutschland sind im zweiten Quartal 2025 kräftig gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, lagen die Reallöhne um 1,9 Prozent höher als im Vorjahresquartal. "Damit setzte sich der positive Trend der Reallohnentwicklung fort", erklärten die Statistiker. Die Nominallöhne stiegen im zweiten Quartal um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im selben Zeitraum um 2,1 Prozent.

Deutsche Erwerbstätigkeit im Juli wenig verändert

Die Erwerbstätigkeit in Deutschland hat sich im Juli wenig verändert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, waren rund 45,8 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Die Zahl der Erwerbstätigen blieb damit saisonbereinigt nahezu unverändert gegenüber dem Vormonat (plus 4.000 Personen - 0,0 Prozent). In den Monaten Mai und Juni war die Erwerbstätigkeit im Vormonatsvergleich noch um 17.000 beziehungsweise 19.000 Personen zurückgegangen.

Fed-Gouverneur Waller fordert Zinssenkung im September

Fed-Gouverneur Christopher Waller spricht sich erneut für eine Lockerung der US-Geldpolitik zur Stützung des schwächelnden Arbeitsmarkts aus und fordert eine Zinssenkung im kommenden Monat um 0,25 Prozentpunkt. In seiner Rede vor einem Club von Wirtschaftswissenschaftlern in Miami sagte Waller, die Risiken für die Wirtschaft seien noch größer als Ende Juli. Seit Monaten warnt Waller davor, dass die Fed zu vorsichtig mit den Risiken einer andauernden zollbedingten Inflation umgehe und zögere, ihren geldpolitischen Kurs zu lockern. "Lassen Sie uns endlich handeln", sagte er.

Fed-Gouverneur Waller äußert sich nicht zur Causa Cook

Fed-Gouverneur Christopher Waller, der erste Vertreter der US-Notenbank, der sich seit Ankündigung von Präsident Donald Trump zum Rauswurf der Notenbankerin von Lisa Cook am Montag öffentlich äußert, wollte ihren Fall nicht kommentieren. "Die Dinge liegen nun in den Händen von Anwälten und den Gerichten", sagte Waller in Miami auf eine entsprechende Frage eines Moderators im Anschluss an eine Rede. Am Donnerstag hatte Cook bei einem Bundesgericht Klage gegen ihre Entlassung eingereicht.

Inflation im Großraum Tokio schwächt sich im August ab

Die Kerninflation im Großraum Tokio hat sich im August in Erwartung einer baldigen Zinserhöhung durch die Bank of Japan zum Vormonat abgeschwächt. Die Verbraucherpreise in Tokio, in denen frische Lebensmittel nicht enthalten sind, stiegen um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie aus Regierungsdaten vom Freitag hervorgeht. Der Anstieg lag damit unter dem Plus vom Juli mit 2,9 Prozent und entsprach der Konsensprognose, die vom Datenanbieter Quick erstellt wurde.

Japans Industrieproduktion fällt stärker als erwartet

Die japanische Industrieproduktion ist im Juli vor dem Hintergrund der US-Zölle stärker gefallen als erwartet. Sie sank um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, nachdem sie im Vormonat noch um 2,1 Prozent gestiegen war, wie aus Daten des Wirtschaftsministeriums hervorgeht. Ökonomen hatten in einer Umfrage des Datendienstleisters Quick mit einem Rückgang um 1,3 Prozent gerechnet.

Chinas Industrieaktivität im August wohl erneut geschrumpft

Chinas offizieller Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im August dürfte laut einer Umfrage des Wall Street Journal unter Ökonomen den fünften Monat in Folge im Kontraktionsbereich geblieben sein. Der offizielle Index wird danach im August bei 49,5 gesehen, verglichen mit 49,3 im Vormonat. Der Index liegt seit April unter der 50-Punkte-Marke, die Expansion von Kontraktion trennt. Damals hatten sich die Handelsspannungen zwischen Washington und Peking verschärft.

EU unterbreitet Vorschlag für Zollsenkungen auf US-Produkte

Die Europäische Union hat am Donnerstag Pläne zur Senkung ihrer Zölle auf eine Reihe von US-Produkten vorgelegt. Damit sollen die USA dazu bewegt werden, ihre Abgaben für den Automobilsektor der EU zügig zu reduzieren. Der Schritt erfolgt eine Woche, nachdem beide Seiten gemeinsam erklärt hatten, dass die USA ihre Autozölle nicht senken würden, solange der Staatenblock keine Maßnahmen zur Senkung seiner Zölle auf US-Produkte ergreife. Die US-Regierung stellte in Aussicht, die Autozölle rückwirkend zum 1. August zu senken, sofern die EU noch vor Ende dieses Monats einen Gesetzesvorschlag zur Senkung ihrer Zölle vorlegen werde, wie EU-Vertreter sagten.

Handelsspannungen zwischen Indien und USA dürften nachlassen

Die Handelsspannungen zwischen Indien und den USA dürften nachlassen, schreibt Radhika Rao, Senior Economist bei DBS, in einem Kommentar. "Indien hat bisher von Vergeltungsmaßnahmen abgesehen, mit der Absicht, die Tür für weitere Verhandlungen offen zu lassen", so Rao. Die Auswirkungen auf die verschiedenen Sektoren seien asymmetrisch, wobei in einigen Bereichen eine anhaltende Unsicherheit bestehe. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der US-Zölle hingen von der Dauer des zusätzlichen Zollsatzes von 25 Prozent ab, während Anzeichen für Abwärtsrisiken für das Wachstum weitere Zinssenkungen durch die Zentralbank bedeuten könnten, fügt Rao hinzu.

+++ Konjunkturdaten +++

Frankreich/Privater Konsum Juli -0,3% gg Vm; -0,1% gg Vj

Frankreich/Privater Konsum Juni rev +0,4% (vorl: +0,6%) gg Vm

Schweden 2Q BIP +1,4% gg Vorjahr

Schweden 2Q BIP +0,5% gg Vorquartal

Schweden Juli Einzelhandelsumsatz +0,3% gg Vormonat

Schweden Juli Einzelhandelsumsatz +2,9% gg Vorjahr

Japan/Einzelhandelsumsatz Juli +0,3% gg Vorjahr

Japan/Einzelhandelsumsatz Supermärkte Juli +0,4% gg Vj

Japan/Arbeitslosenquote Juli 2,3% (PROG: 2,5%)

DJG/DJN/apo

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