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13:30 Uhr, 16.03.2026

ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

EZB kann trotz andauernden Kriegs über Energieschock hinwegsehen

Die Europäische Zentralbank kann den vorübergehenden Inflationsschock wahrscheinlich ignorieren, wenn der Krieg im Iran nur noch wenige Wochen andauert, schreibt Felix Schmidt von Berenberg in einer Research Note. Aber selbst wenn sich der Konflikt in die Länge ziehe, werde es für die EZB schwierig sein, die Zinsen zu erhöhen, während der Energieschock die Wirtschaft in die Stagnation treibe, meint er. EZB-Präsidentin Lagarde werde auf der Sitzung in dieser Woche wahrscheinlich vorrangig den Markt beruhigen, indem sie die Absicht signalisiere, die Inflationserwartungen unter Kontrolle zu halten.

EZB dürfte auf Sitzung diese Woche Wachsamkeit signalisieren

Höhere Energiepreise allein sollten bei der Europäischen Zentralbank noch keine Zinserhöhungen auslösen, schreibt Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW, in einem Kommentar. "Erst wenn Zweitrundeneffekte eine sich selbst verstärkende Dynamik in Gang setzen, wird eine Straffung der Geldpolitik unumgänglich", sagt er. Im Moment seien der Anstieg zu kurzlebig und die Daten zu uneindeutig, als dass die EZB zu einer Reaktion gezwungen wäre. Die Bank werde aber ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisieren, die Geldpolitik zu straffen, sollte dies notwendig werden.

Fed dürfte abwartende Haltung bekräftigen - Kurzfristige Visibilität gering

Die Federal Reserve dürfte auf ihrer Sitzung am 17. und 18. März die Zinsen unverändert lassen, wobei eine Minderheit für eine Senkung stimmen dürfte, meint Michael Krautzberger, CIO Public Markets bei Allianz Global Investors. Fed-Chef Jerome Powell werde voraussichtlich eine abwartende Haltung bekräftigen und dabei auf die geringe kurzfristige Visibilität, aber auch auf den anhaltenden mittelfristigen Optimismus aufgrund von KI- und produktivitätsgetriebenen Angebotszuwächsen verweisen, schreibt er in einem Kommentar.

China könnte nach soliden Daten auf weitere Lockerungen verzichten

Chinas politische Entscheidungsträger könnten nach soliden Monatsdaten auf weitere Lockerungen verzichten, schreiben die Ökonomen von Barclays in einer Research Note. Besser als erwartet ausgefallene Wirtschaftsdaten deuteten auf "eine leichte Erholung zu Jahresbeginn" hin. Dies sei den vorgezogenen Konjunkturmaßnahmen der Regierung zur Stützung der Binnennachfrage sowie den Exporten zu verdanken, die inmitten des Booms bei den KI-Ausgaben die Industrieproduktion ankurbelten, merken sie an. In Verbindung mit der geringeren Anfälligkeit Chinas für Energieschocks könnten die politischen Entscheidungsträger die Einführung weiterer Lockerungen hinauszögern.

Drohnenangriff auf Ölindustrie der Emirate

Nach Angaben von Behördenvertretern der Vereinigten Arabischen Emirate ist nach einem Drohnenangriff in der Ölindustriezone von Fujairah ein Feuer ausgebrochen. Es handelte sich um den zweiten derartigen Angriff dort innerhalb von zwei Tagen. Die Behörden teilten mit, dass bei dem Brand niemand verletzt worden sei, und fügten hinzu, dass Einsatzkräfte des Zivilschutzes sofort reagierten, um das Feuer einzudämmen.

EU sucht nach Wegen, die Straße von Hormus offenzuhalten

Die Minister der Europäischen Union werden über Möglichkeiten beraten, die Straße von Hormus offen zu halten, während der Krieg im Iran weitergeht, sagte die Hohe Vertreterin der EU, Kaja Kallas. Am Rande einer Sitzung des Rates für Auswärtige Angelegenheiten in Brüssel sagte Kallas, die Sperrung der Meerenge sei gefährlich für die Energieversorgung Asiens. Etwa 85 Prozent des Öls und Gases, das durch die Meerenge transportiert wird, gehe in asiatische Länder, während die Sperrung auch für Düngemittel problematisch sei, sagte sie. "Wenn es in diesem Jahr an Düngemitteln mangelt, wird es im nächsten Jahr auch zu Lebensmittelknappheit kommen", sagte sie.

DJG/DJN/apo

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