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13:30 Uhr, 11.03.2026

ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

HWWI: Irankrieg bremst Erholung der deutschen Wirtschaft

Der Irankrieg hat aus Sicht des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) die wirtschaftliche Erholung in Deutschland vorerst ausgebremst. Noch zum Jahreswechsel 2025/2026 hätten sich viele Konjunkturindikatoren positiv entwickelt, nicht zuletzt getragen von den fiskalpolitischen Ausgabenprogrammen der Koalitionsregierung. Mit dem Irankrieg und den dadurch ausgelösten Preisschocks bei Öl und Gas hätten sich die Perspektiven für Inflation und Wachstum - nicht nur in Deutschland, sondern weltweit - jedoch verschlechtert, erklärte das Institut. Es senkte daher die Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft im Jahr 2026 deutlich.

Deutsche Erholung bleibt wackelig

Die deutsche Wirtschaft wartet nach wie vor auf deutliche Anzeichen für einen Aufschwung, schreibt Ralph Solveen von der Commerzbank in einer Research Note. Die Stimmung unter den Unternehmen habe sich zuletzt weitgehend verbessert, wobei die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) auf eine Expansion im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor hindeuteten. Allerdings seien die Umfragen vor dem Ausbruch des Iran-Krieges durchgeführt worden, merkt der Analyst an. Unterdessen seien die Kernauftragseingänge in der Industrie im Januar gefallen, während die für Dezember nach unten revidiert worden seien.

Deutsche Inflation könnte bis zum Sommer fast 3 Prozent erreichen

Die endgültigen deutschen Inflationsdaten für Februar spiegeln eine Ruhe vor dem Sturm wider, schreibt Claus Vistesen von Pantheon Macroeconomics in einem Kommentar. Die Gesamtinflation ist von 2,1 Prozent im Januar auf 1,9 Prozent gefallen und entsprach damit dem Konsens und der vorläufigen Schätzung. "Diese Daten sind eher auf der schwächeren Seite, aber das wird sich dramatisch ändern, wenn der Energieschock auf die Verbraucherpreise durchschlägt", sagte Vistesen. Pantheon erwartet, dass die deutsche Inflation im März um 0,4 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent steigen wird.

Deutschland will rund 18 Millionen Barrel aus Ölreserve freigeben - Bericht

Die Bundesregierung geht nach einem Bericht des Handelsblatts davon aus, dass rund 18 Millionen Barrel aus der Ölreserve freigegeben werden, um die wegen des Iran-Kriegs gestiegenen Rohölpreise zu senken. Wie Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) laut der Zeitung bestätigte, schlägt die Internationale Energieagentur (IEA) ihren Mitgliedsstaaten eine Freigabe von bis zu 400 Millionen Barrel Rohöl vor. Reiche sagte, dass gut 18 Millionen Barrel davon aus den deutschen Reserven kommen sollen. Das wäre rund ein Fünftel der Vorräte hierzulande.

Nagel: EZB sollte derzeit abwarten und handeln falls nötig

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Aussage von EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel falls nötig auf die vom Iran-Krieg ausgehende Inflationsgefahr reagieren, sollte vorerst aber abwarten. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist es angesichts der volatilen Lage ... noch zu früh, um die mittel- bis langfristigen Folgen verlässlich einzuschätzen. Daher unterstütze ich Stand heute eine beobachtende Haltung" heißt es in einer Erklärung des Bundesbank-Präsidenten. Es gelte aber, sehr wachsam zu sein: "Sollte sich abzeichnen, dass sich die derzeitigen Energiepreisanstiege in der mittleren Frist in eine breite Verbraucherpreisinflation übersetzen, wird der EZB-Rat rechtzeitig entschlossen handeln", sagte er.

Kazimir: Frühere EZB-Zinserhöhungen wg Inflationsrisiken möglich - Agentur

Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte nach Aussage von EZB-Ratsmitglied Peter Kazimir ihr Geldpolitik früher als bisher angenommen straffen. "Der Iran-Krieg und seine Auswirkungen auf die Inflation bergen das Risiko, dass die EZB die Leitzinsen früher als erwartet anheben muss", sagte er der Nachrichtenagentur Bloomberg. Zwar befinde sich die EZB immer noch in einer "guten Position", und bei der Sitzung in der kommenden Woche bestehe kein Handlungsbedarf, doch befürchtet Kazimir, dass die Erinnerungen an den Inflationsschock von 2022 die Hemmschwelle für Unternehmen, Preise zu erhöhen, und für Verbraucher, höhere Löhne zu fordern, gesenkt haben. Aufwärtsrisiken dominierten eindeutig den Ausblick, sagte er.

Ifo-Präsident Fuest warnt vor vorschnellen Eingriffen bei Spritpreisen

Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, hat vor staatlichen Eingriffen zur Senkung der Öl- und Gaspreise für Verbraucher gewarnt. "Preissignale über Rabatte oder Steuersenkungen auszuschalten, ist volkswirtschaftlich schädlich", sagte er. Fuest wies außerdem darauf hin, dass die Lasten höherer Weltmarkpreise von der deutschen Wirtschaft gemeinsam zu tragen seien und man Entlastungen auf einer Seite durch Mehrbelastungen auf anderen Seiten ausgleichen müsste.

IEA schlägt Freigabe von 400 Millionen Barrel Ölreserven vor - Kreise

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat die größte Freigabe von Ölreserven in ihrer Geschichte vorgeschlagen. Wie mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten, sollen auf diese Weise die Rohölpreise gesenkt werden, die aufgrund des Krieges der USA und Israels gegen den Iran stark gestiegen sind. Mit geplanten 400 Millionen Barrel Öl würde die Agentur ihre bisher größte Freigabe mehr als verdoppeln.

IEA-Plan zur Freigabe von Ölreserven könnte Preise um 7 Dollar senken - Goldman

Die von der Internationalen Energieagentur vorgeschlagene Freigabe strategischer Reserven könnte die Rohölpreise um 7 US-Dollar pro Barrel senken, je nachdem, wie viel Öl in die Lager aufgenommen wird, so die Analysten von Goldman Sachs. Die Bank schätzt, dass Störungen der Exporte aus dem Persischen Golf dem Markt täglich rund 15,4 Millionen Barrel entziehen könnten. Eine potenzielle Freigabe von mehr als 182 Millionen Barrel durch die IEA-Mitgliedsländer - wie vom Wall Street Journal berichtet - würde den Ausfall von etwa zwölf Tagen ausgleichen und die Ölpreise senken.

Iran erklärt Banken mit Verbindungen zu den USA und Israel in der Region zu Zielen

Die iranischen Behörden haben erklärt, sie könnten nun Banken und Wirtschaftszentren mit Verbindungen zu den USA und Israel im gesamten Nahen Osten ins Visier nehmen, nachdem es nach Angaben iranischer Staatsmedien in der Nacht zu einem Angriff auf eine Bank in Teheran gekommen war. Das iranische Luftverteidigungshauptquartier warnte die Zivilbevölkerung im Iran außerdem, sich mindestens eine Meile von den Banken des Landes fernzuhalten.

Drohnen stürzen in der Nähe des Flughafens von Dubai ab

Zwei Drohnen sind in der Nähe des Dubai International Airport abgestürzt, einem Drehkreuz für den internationalen Reiseverkehr in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dabei wurden vier Personen leicht bis mittelschwer verletzt, wie die Regierung von Dubai in den sozialen Medien mitteilte. Der Flugverkehr verlaufe weiterhin normal, fügte die Regierung hinzu. Zivile Infrastruktur, touristische Sehenswürdigkeiten und Militärstützpunkte in den Emiraten sowie das US-Konsulat in Dubai sind seit Beginn des Krieges Ziel von Angriffen mit iranischen Raketen und Drohnen. Bei einem früheren Vorfall am Flughafen von Dubai zu Beginn des Konflikts wurden ebenfalls vier Menschen verletzt.

Zwei Frachtschiffe in der Nähe der Straße von Hormus getroffen

Zwei Frachtschiffe haben nach Angaben der britischen Seehandelsbehörde UK Maritime Trade Operations in der Nähe der Straße von Hormus Schäden gemeldet. Eines der Schiffe gab an, nördlich von Oman von einem "unbekannten Projektil" getroffen worden zu sein, was zu einem Brand an Bord und zur Evakuierung der Besatzung führte. Das andere Schiff meldete ebenfalls Schäden durch ein Projektil, deren Ausmaß derzeit untersucht wird.

+++ Konjunkturdaten +++

Brasilien Einzelhandelsumsatz Jan +0,4% gg Vm; +2,8% gg Vj

US/MBA Market Index Woche per 6. März +3,2% auf 389,6 (Vorwoche: 377,5)

US/MBA Purchase Index Woche per 6. März +7,8% auf 171,3 (Vorwoche: 158,9)

US/MBA Refinance Index Woche per 6. März +0,5% auf 1.646,3 (Vorwoche: 1.637,5)

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