ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
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Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
ZEW-Index sinkt im Februar wider Erwarten
Die vom Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für Deutschland ermittelten Konjunkturerwartungen haben sich im Februar wider Erwarten abgeschwächt. Wie das ZEW mitteilte, sank der Index der Konjunkturerwartungen auf 58,3 (Januar: 59,6) Punkte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Anstieg auf 65,0 prognostiziert. Der Index der Lagebeurteilung erhöhte sich auf minus 65,9 (minus 72,7) Punkte. Die Prognose hatte auf minus 65,0 gelautet. "Der ZEW-Index bleibt stabil. Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer Phase fragiler Erholung", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach.
ZEW-Index sendet Signal für vorsichtige Konjunkturerholung
Der Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe, Alexander Krüger, sieht im stabilen ZEW-Index ein Signal für eine vorsichtige Konjunkturerhlung. "Die Erwartungen verbleiben im Höhenflug. Sie dürften vor allem von den sich füllenden Auftragsbüchern in der Industrie profitieren", erklärt Krüger in einem Kommentar. "Konjunkturhoffnungen werden wegen der geplanten staatlichen Mehrausgaben bestehen bleiben. Wichtig ist, dass diese nun auch zu einer besseren Einschätzung der aktuellen Lage führen. Diese ist nämlich weiter verbesserungswürdig. Erwartungen allein machen noch keine Konjunktur, auf die Übersetzung in die Produktion kommt es an."
Ifo: Deutsche Bevölkerung schrumpft stärker als bisher erwartet
Die Bevölkerung in Deutschland dürfte nach Angaben des Ifo-Instituts bis 2070 um rund 10 Prozent zurückgehen - stärker als bislang angenommen (minus 1 Prozent). "Der verstärkte Rückgang und die Alterung der Bevölkerung müssen schon heute bei politischen Entscheidungen mit Langzeitwirkung, beispielsweise bei Gesundheit und Pflege, berücksichtigt werden", sagt Joachim Ragnitz von der Niederlassung Dresden des ifo Instituts. Den Ifo-Experten zufolge dürfte sich nicht nur der Arbeitskräftemangel verschärfen, sondern auch die Gesetzliche Rentenversicherung noch stärker unter Druck geraten.
Dekabank: Umbau der Weltwirtschaft schafft zunächst Wachstum
Der Umbau der Weltwirtschaft von einer globalisierten zu einer geoökonomischen Form mit voraussichtlich zwei großen Blöcken wird nach Aussage von Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater zunächst für ein höheres Wachstum sorgen. Später würden jedoch negative Effekte in den Vordergrund treten, und zudem nehme das Risiko negativer Schocks zu, schreibt er in einer Analyse. "Solange die Weltwirtschaft zur neuen Geoökonomie umgebaut wird und die Erstinvestitionen in KI-Projekte laufen, werden die negativen Effizienzeffekte der neuen Dominanz der Geoökonomie durch zusätzliche Investitionsaktivitäten übertönt", sagte Kater.
IAB: Ukrainische Flüchtlinge schnell in Arbeitsmarkt integriert
Ukrainische Flüchtlinge haben sich nach Erkenntnissen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) relativ schnell in den deutschen Arbeitsmarkt integriert. "Rund dreieinhalb Jahre nach dem Zuzug sind rund 50 Prozent der ukrainischen Geflüchteten beschäftigt. Damit verläuft die Arbeitsmarktintegration deutlich schneller als bei früheren Fluchtkohorten", heißt es in einer IAB-Mitteilung. Ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung war nach Aussage des IAB der frühe Zugang zum Arbeitsmarkt, zu Integrations- und Sprachkursen sowie arbeitsmarktpolitischer Beratung und Förderung.
Lage am britischen Arbeitsmarkt besorgniserregend
Die britischen Arbeitsmarktdaten dürften die Befürchtungen kaum zerstreuen, dass der Arbeitsmarkt schwach bleibt, schreibt Sanjay Raja von der Deutschen Bank in einer Research Note. Die Arbeitslosigkeit in Großbritannien ist in den drei Monaten bis Dezember auf 5,2 Prozent gestiegen. "Steigende Personalkosten haben eine Substitution von Arbeit durch Kapital vorangetrieben", meint er. Die Jugendarbeitslosigkeit habe mit 16,1 Prozent ein mehr als zehnjähriges Hoch erreicht, während der Anteil der Nichterwerbstätigen, die einen Arbeitsplatz wünschen, mit 23 Prozent der erwerbsinaktiven Bevölkerung weiterhin hoch sei, stellt er fest.
Iran unterbreitet neue Vorschläge für Atomgespräche
Iranische Regierungsvertreter haben eine Aussetzung der Urananreicherung, die Verlagerung einiger Vorräte des Landes ins Ausland und Geschäftsabschlüsse mit den USA ins Spiel gebracht, um die Atomgespräche voranzubringen, die einen US-Angriff abwenden könnten. Doch ohne eine Zusage, die Anreicherung vollständig zu stoppen, stellt sich die Frage, ob dies ausreichen wird, um Präsident Donald Trump zufrieden zu stellen.
DJG/DJN/apo
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