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13:30 Uhr, 04.02.2026

ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

Euroraum-Inflation sinkt im Januar deutlicher als erwartet

Der Inflationsdruck im Euroraum hat im Januar deutlicher als erwartet abgenommen. Wie Eurostat mitteilte, sanken die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent, und lagen nur noch um 1,7 (Dezember: 1,9) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen monatlichen Preisrückgang um 0,5 Prozent und eine Jahresteuerungsrate von 1,8 Prozent prognostiziert. Die Kernverbraucherpreise (ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak) sanken um 1,1 Prozent auf Monatssicht und stiegen um 2,2 (2,3) Prozent auf Jahressicht. Erwartet worden waren Raten von minus 0,9 und plus 2,2 Prozent.

Euroraum-Inflation unter 2 Prozent nur "Intermezzo"

Der Rückgang der Euroraum-Inflation auf unter 2 Prozent wird sich nach Einschätzung von Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe, als ein "Intermezzo" erweisen. "Perspektivisch wird die Inflationsrate eher knapp über 2,0 Prozent liegen als darunter", schreibt er in einem Kommentar zum unerwartet deutlichen Inflationsrückgang im Januar. Alles in allem aber bleibe die Aussicht auf ein länger bestehendes preisstabiles Umfeld bestehen. "Um die Inflationsrate deutlicher nach unten zu drücken, müssten die Dienstleistungspreise anhaltender fallen", argumentiert er. Die EZB könne zinsseitig bis mindestens Herbst im Stand-by-Modus verharren.

Rufe nach EZB-Zinssenkung dürften lauter werden

Thomas Gitzel, der Chefvolkswirt der liechtensteinischen VP Bank, nimmt an, das die Rufe nach einer Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) nach Veröffentlichung unerwartet niedriger Inflationszahlen für Januar lauter werden dürften. "Nicht nur, dass die Teuerungsrate nun unter dem EZB-Zielniveau von 2 Prozent liegt, vielmehr kommt nun mit den höheren Euro-Notierungen ein weiterer Punkt hinzu, der zu einem Umdenken in der EZB führen könnte", schreibt er in einem Kommentar. Man dürfe jedenfalls auf den Wortlaut auf der morgigen EZB-Pressekonferenz gespannt sein. "Zu vermuten ist, dass die Tür für eine Zinssenkung zumindest einen Spaltbreit geöffnet wird."

EZB dürfte Unbehagen über Euro-Stärke äußern

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Aussage von KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher "ein gewisses Unbehagen" an der jüngsten Stärke des Euro zum Ausdruck bringen. "Die Stärke des Euro reflektiert nicht etwa konjunkturelle Dynamiken, sondern ein steigendes Misstrauen gegenüber der amerikanischen Politik", schreibt er in seinem Ausblick auf die Zinsentscheidung am Donnerstag. Die Unsicherheit über den weiteren konjunkturellen Verlauf bleibe hoch, und die starke Aufwertung des Euro sei nur ein weiteres Zeichen für diese Unsicherheit.

EZB hebt Mitte 2027 den Leitzins an

Deutsche-Bank-Analysten nehmen an, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins 2026 unverändert lassen und Mitte 2027 anheben wird - "getrieben von einer lockeren Fiskalpolitik, einem engen Arbeitsmarkt und dem Risiko eines Anstiegs der Inflation über den Zielwert hinaus", wie sie in ihrem Ausblick auf die Zinsentscheidung am Donnerstag schreiben. Im laufenden Jahr überwiegen aus ihrer Sicht die Risiken einer weiteren Zinssenkung, wobei sie annehmen, dass die binnenwirtschaftliche Inflation letzten Endes die Oberhand über die externen disinflationären Tendenzen gewinnen wird.

Euro-Stärke kein Grund für EZB-Zinssenkung

Die aktuelle Stärke des Euro ist nach Aussage von Rabobank-Volkswirt Bas van Geffen kein Grund für eine Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB). "Der Anstieg des Euro könnte einige verbale Interventionen auslösen, aber um eine weitere Zinssenkung zu rechtfertigen, müsste er noch ein ganzes Stück mehr anziehen", schreibt er seinem Ausblick auf die EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag. Die EZB werde ihren Leitzins 2026 unverändert lassen und ihn im März und Juni 2027 anheben. Van Geffen glaubt den Versicherungen von EZB-Offiziellen, dass die Zentralbank auf spürbare Veränderungen des Ausblicks mit Zinssenkungen oder -anhebungen reagieren würde, meint aber auch: "Die ungewöhnlich hohe Unsicherheit könnte zu einer Reaktion der EZB führen, die weniger dynamisch ist, als ihre datengetrieben Strategie vermuten lässt."

Eurozone-Erzeugerpreise sinken im Dezember

Die Erzeugerpreise der Industrie in der Eurozone sind im Dezember gesunken. Die Preise auf der Erzeugerstufe verringerten sich im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat berichtete. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Rückgang um 0,2 Prozent erwartet. Im Jahresvergleich lagen die Erzeugerpreise um 2,1 Prozent niedriger. Das entsprach der Prognose von Volkwirten.

S&P Global: Eurozone-Wirtschaft verliert im Januar leicht an Dynamik

Die Eurozone-Wirtschaft ist im Januar - wie bereits seit genau einem Jahr - auf Wachstumskurs geblieben, aber der Aufschwung verlor zum zweiten Mal hintereinander an Dynamik. Der Sammelindex für die Produktion der Privatwirtschaft der Eurozone, der Industrie und Dienstleistungen umfasst, fiel auf 51,3 Zähler von 51,5 im Vormonat, wie S&P Global bei einer zweiten Veröffentlichung berichtete. Beim ersten Ausweis war ein stabiler Wert von 51,5 Zählern gemeldet worden.

S&P Global: Deutsche Dienstleister verlieren im Januar an Schwung

Die deutschen Dienstleister haben im Januar etwas an Dynamik verloren, den Aufschwung aber fortgesetzt. Der von S&P Global für den Sektor ermittelte Einkaufsmanagerindex schwächte sich ab auf 52,4 von 52,7 Punkten, wie aus den finalen Daten für den Monat hervorgeht. Vorläufig war für Januar ein Wert von 53,3 ermittelt worden.

VDMA: Produktion steigt 2026 um 1 Prozent - Bodenbildung

Die Stimmung unter den deutschen Maschinenbauern hat sich zu Jahresbeginn aufgehellt. Wie der Branchenverband VDMA im Ergebnis einer Umfrage mitteilte, beurteilten im Januar erstmals seit Frühjahr 2024 mehr Unternehmen den Ausblick positiv als negativ. "Für das laufende Jahr rechnen rund 57 Prozent der Unternehmen mit einer nominalen Umsatzsteigerung, knapp 29 Prozent sehen eine Stagnation als realistisch an und weniger als 15 Prozent erwarten einen Umsatzrückgang", heißt es in einer Mitteilung.

+++ Konjunkturdaten +++

Italien/Verbraucherpreise Jan vorl. +0,4% gg Vm, +1,0% gg Vj

US/MBA Market Index Woche per 30. Jan -8,9% auf 330,8 (Vorwoche: 363,3)

US/MBA Purchase Index Woche per 30. Jan -14,4% auf 165,4 (Vorwoche: 193,3)

US/MBA Refinance Index Woche per 30. Jan -4,7% auf 1.269,7 (Vorwoche: 1.332,2)

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