Analyse
09:31 Uhr, 04.02.2026

THOMSON REUTERS - KI-Schockwellen lassen Aktie abstürzen

Ungewohnt heftig brachen gestern Aktien von Datenanalyse-, Beratungs- und Softwareunternehmen ein, jüngst vorgestellte KI-Werkzeuge für die Arbeit an Rechtsdokumenten des KI-Unternehmens Anthropic sorgten für Panikverkäufe.

Erwähnte Instrumente

  • Thomson Reuters Corp
    ISIN: CA8849038085Kopiert
    Kursstand: 91,950 $ (Nasdaq Basic) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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  • Thomson Reuters Corp - WKN: A3EETN - ISIN: CA8849038085 - Kurs: 91,950 $ (Nasdaq Basic)

Für große Unruhe sorgte gestern die neuen Funktionen für den KI-Agenten "Cowork" von Anthropic, mit dem künftig Arbeitsabläufe rund um Vertragsprüfungen, Geheimhaltungsvereinbarungen, Compliance-Dokumente und rechtliche Vorlagen automatisiert werden könnten. Der Vorstoß in den juristischen Bereich beschleunigte gestern den Abverkauf bei Software-Aktien und erfasste besonders Unternehmen aus dem Bereich Bildung und Informationsdienstleistung (Kollege Daniel Kühn berichtete in diesem Artikel).


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Das meinen die Analysten

Analysten von Morgan Stanley unter der Leitung von Toni Kaplan schrieben dazu in einer Investorennotiz: "Die meisten Investoren, mit denen wir in letzter Zeit gesprochen haben, sind überwiegend pessimistisch in Bezug auf TRI, da die allgemeine Meinung befürchtet, dass das Unternehmen angesichts des zunehmenden Wettbewerbs durch spezialisierte KI-Tools nicht in der Lage sein wird, das gleiche Wachstumsniveau in seinem Rechtssegment aufrechtzuerhalten", schrieben die Analysten von Morgan Stanley unter der Leitung von Toni Kaplan in einer Investorennotiz.

Jonathan McMullan, Analyst bei Schroders, äußerte sich gestern folgendermaßen: "Der Verkaufsdruck im Software- und Datenanalysebereich spiegelt eine sich verschärfende Strukturdebatte wider, die heute durch Anthropics Tool zur Rechtsautomatisierung, das etablierte Anbieter wie RELX herausfordert, noch beschleunigt wurde. Investoren bewerten diese Bereiche aggressiv neu, da die traditionelle ‚Sichtbarkeitsprämie‘ schwindet. Die rasante Entwicklung im Bereich der KI macht langfristige Bewertungen schwerer zu rechtfertigen, insbesondere da KI-Tools es Unternehmen ermöglichen, mit weniger Personal mehr zu erreichen und damit das traditionelle Abrechnungsmodell pro Softwarenutzer infrage stellen."

Quelle: reuters.com

Aktie im freien Fall

Auch die Papiere der kanadisch-amerikanische Firma Thomson Reuters, die neben dem Bereich Finanz- und Wirtschaftsdaten auch Informationslösungen für Anwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer anbietet, geriet massiv unter Druck.

Die Aktie büßte gestern in der Spitze über 20 % an Wert ein, was dem größten Tagesverlust in der Geschichte entspricht. Seit Jahresbeginn hat sich das Papier um 30 % verbilligt. Eine charttechnische Prognose ist an dieser Stelle schwierig. Die Aktie ist momentan Spielball der allgemeinen Verunsicherung bei Aktien aus dem Bereich Software- und Datenanalyse.

Fazit: Galten Unternehmen der Daten- und Beratungsbranche einst als Hauptprofiteure des KI-Zeitalters, äußern Händlern und Analysten nun Befürchtungen hinsichtlich einer KI-bedingten Disruption. Die Anleger lassen momentan viele Aktien dieser Branchen fallen, dazu gehört auch Thomson Reuters. Der morgige Quartalsbericht könnte für weitere Bewegung sorgen und den verunsicherten Anlegern vielleicht etwas Klarheit verschaffen.

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