Kommentar
19:19 Uhr, 11.05.2026

THOMSON REUTERS: KI-Befürchtungen?

Die guten Quartalszahlen des kanadischen Nachrichten- und Datenspezialisten von Anfang Mai haben nicht gereicht, um „TRI“ (Nasdaq-Kürzel) über die Abwärtstrendlinie zu hieven. Heute verliert der Titel 4 % und mehr ohne Vorliegen neuer Nachrichten. Es wirken weiterhin die Tendenz zur Mitnahme kleiner Gewinne sowie Szenarien mit KI-Zusammenhang.

Im vorigen Juli in der Spitze galt noch 218 $, heute 89 $. Auf dem Weg nach unten war die oft gesehene Gegenbewegung nach Kurshalbierung nicht relevant. - Fundamental gesehen:

Bei 20,4 % Nettomarge sind 39 Mrd. $ Börsenwert für 7,7 Mrd. $ Umsatz zu ehrgeizig. Die Wiederholbarkeit von 10 % Umsatzplus wird offenbar bezweifelt. Das ist den KI-Befürchtungen geschuldet: Demnächst schickt jedermann für seine Recherche KI-Agenten los und lässt sich von diesen das auf persönlichen Bedarf zugeschnittene Fachbuch erarbeiten. Wirklich realistisch? Weil aber solche Szenarien im Raum stehen, ist ein Forward-KGV 19 zu hoch. Oder so:

„TRI“ bleibt in der KI-Delle. Der Kurs kann weitere 10 $ nach unten laufen , spätestens dann schauen wir im Frankfurter Börsenbrief genauer hin.

Der Chartvergleich enthält weitere Titel gleicher Art, jeweils mit unstrittig vorhandener Kompetenz. Der indirekte Makel aller Gruppemitglieder liegt darin, dass eine KI-basierte Konkurrenz demnächst Ähnliches - zum kleineren Preis oder sogar kostenlos - abliefern wird.

Helmut Gellermann

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