THE TRADE DESK: Wachstum fällt viertes Quartal in Folge
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The Trade Desk wächst im ersten Quartal 2026 nur noch um 12 % und verpasst damit die eigene frühere Dynamik deutlich. Das bereinigte EPS sinkt gegenüber dem Vorjahr, und der Ausblick auf das zweite Quartal bestätigt, dass sich das Tempo weiter abschwächt.
The Trade Desk meldet für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 689 Mio. USD, ein Plus von 12 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Das liegt unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 0,75 Mrd. USD für dasselbe Quartal, womit das Unternehmen den Konsens beim Umsatz spürbar verfehlt. Beim Gewinn zeigt sich ein anderes Bild: Das bereinigte EPS (Non-GAAP Diluted EPS) sinkt von 0,33 USD im Vorjahresquartal auf 0,28 USD.
Auf GAAP-Basis fällt der Nettogewinn von 51 Mio. USD auf 40 Mio. USD, das verwässerte GAAP-EPS sinkt von 0,10 USD auf 0,08 USD. Auch die operative Marge bewegt sich in die ungünstigere Richtung: Die bereinigte EBITDA-Marge fällt von 34 % auf 30 %, während das bereinigte EBITDA mit 206 Mio. USD nahezu auf Vorjahresniveau verharrt (208 Mio. USD). Die Differenz zwischen der Gewinnentwicklung auf GAAP- und Non-GAAP-Basis erklärt sich vor allem durch die weiterhin hohe aktienbasierte Vergütung von 109 Mio. USD, die im Non-GAAP-Ergebnis herausgerechnet wird. Der Rückgang bei beiden Gewinngrößen relativiert die auf den ersten Blick robuste operative Substanz: Wer auf die Top-Line blickt, sieht eine Wachstumsgeschichte, die sichtbar an Fahrt verliert.
Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von The Trade Desk, Inc.. (Quelle: Unternehmensangaben)
Die Wachstumsrate erzählt die eigentliche Geschichte
Der Blick auf die Quartalsfolge macht deutlich, wie konsequent sich das Tempo bei The Trade Desk abschwächt: Von 18,7 % über 17,7 % und 14,3 % ist die Wachstumsrate nun bei 12 % angekommen, eine Serie rückläufiger Raten über vier aufeinanderfolgende Quartale, keine einmalige Delle. CEO Jeff Green verweist auf Belastungen im makroökonomischen Umfeld, betont aber zugleich die Zuversicht in die eigene Innovationskraft des Unternehmens, was sich als eine für das Management ungewöhnlich defensive Tonlage lesen lässt. Die operativen Neuigkeiten, von den Koa Agents für agentisches Media-Buying bis zur Partnerschaft mit LinkedIn als erstem DSP-Partner für CTV, zeigen, dass The Trade Desk weiter an neuen Wachstumshebeln arbeitet. Ob diese Initiativen kurzfristig gegen die makroökonomischen Belastungen ankommen, bleibt in den vorliegenden Zahlen aber offen.
Die Kundenbindung bleibt mit über 95 % seit mehr als einem Jahrzehnt stabil, was auf eine intakte Plattform-Substanz hindeutet. Gleichzeitig hat das Unternehmen im ersten Quartal rund 164 Mio. USD für Aktienrückkäufe verwendet, bei einem Rückkaufrahmen von noch 327 Mio. USD zum Quartalsende. Diese Kombination aus solider Kundenbasis und aktiver Kapitalrückführung stützt die Substanz des Geschäfts, ändert aber nichts an der Verlangsamung auf der Umsatzseite.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Für das zweite Quartal 2026 stellt The Trade Desk einen Umsatz von mindestens 750 Mio. USD in Aussicht, was einer impliziten Wachstumsrate von rund 8,1 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht, gut 3,9 Prozentpunkte unter der zuletzt gemeldeten Rate von 12 %. Der Analystenkonsens für dasselbe Quartal liegt bei 753 Mio. USD, die Guidance bewegt sich also im Rahmen der Erwartungen, markiert aber keine Trendwende. Die avisierte bereinigte EBITDA von rund 260 Mio. USD läge über den 206 Mio. USD des ersten Quartals, was angesichts der Saisonalität des Geschäfts jedoch wenig über die Margenentwicklung aussagt.
Die Guidance bestätigt damit im Kern das Bild aus den Ist-Zahlen: The Trade Desk wächst weiterhin, aber mit sinkendem Tempo. Für ein Unternehmen, das über Jahre zweistellige Wachstumsraten im hohen Bereich gewohnt war, ist eine implizite Rate von rund 8 % ein Signal, dass der Konkurrenz- und Konjunkturdruck im programmatischen Werbemarkt zunimmt. Der Ausblick liefert keine neuen Argumente gegen diesen Trend, sondern schreibt ihn fort.
Tagesschlusskurse der The Trade Desk, Inc.-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 2,90 Mrd. USD | 3,18 Mrd. USD | 3,49 Mrd. USD |
| EPS | 0,91 USD | 1,00 USD | 1,19 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 wie berichtet (GAAP)
Fazit: Die anhaltende Serie rückläufiger Wachstumsraten, von 18,7 % über 17,7 % und 14,3 % auf nun 12 % und eine Guidance mit impliziten 8,1 %, ist der prägende Befund dieses Quartals und wiegt schwerer als die operative Stabilität an anderer Stelle. Positiv stehen die stabile Kundenbindung von über 95 % und die fortgesetzten Aktienrückkäufe zu Buche, negativ der verfehlte Umsatzkonsens, das gegenüber dem Vorjahr gesunkene bereinigte EPS und die von 34 % auf 30 % gefallene bereinigte EBITDA-Marge. In der Summe ergibt sich ein gemischtes Bild: ein Unternehmen mit intakter operativer Substanz, dessen Wachstumsstory aber zunehmend Fragen aufwirft, die weder das Management noch die Zahlen dieses Quartals beantworten. Für die Aktie liefert dieses Quartal keinen Impuls, der die Wachstumsdebatte beendet.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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