Teilweise Wiederinbetriebnahme der saudischen Ost-West-Pipeline sorgt für Entlastung auf dem Rohölmarkt
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Die globale Ölversorgung erhält etwas Entlastung. Saudi-Arabien hat die Rohölexporte über die Ost-West-Pipeline zum Rotmeerhafen Yanbu wieder aufgenommen. Die Leitung läuft derzeit mit rund 3,5 Mio. Barrel pro Tag. Ein Teil davon versorgt allerdings saudische Raffinerien. Vor den Angriffen wurden über die Route rund 4 Mio. Barrel täglich transportiert.
Für den Weltölmarkt ist entscheidend, dass damit wieder ein großer Exportweg außerhalb der Straße von Hormus zur Verfügung steht. Die Pipeline erhöht also nicht unmittelbar die saudische Förderung. Sie sorgt vielmehr dafür, dass bereits produziertes Öl wieder zuverlässiger auf den Weltmarkt gelangt. Das senkt das Risiko, dass eine erneute Blockade von Hormus einen großen Teil der saudischen Exporte vom Weltmarkt abschneidet.
Damit sinkt vor allem die Risikoprämie im Ölpreis. Nach Bekanntwerden der Wiederaufnahme fiel Brent zeitweise von rund 107 auf etwa 105 $, bevor andere geopolitische Faktoren den Preis wieder etwas stützten.
Eine vollständige Entspannung ist das aber nicht. Die Exporte wichtiger Produzenten im Nahen Osten liegen mit rund 12,8 Mio. Barrel täglich weiterhin etwa 6 Mio. Barrel unter dem Niveau vor Beginn des Iran-Krieges.
Fazit: Die Pipeline schafft kein zusätzliches Öl. Sie beseitigt aber einen wichtigen Transportengpass und verringert die Abhängigkeit von Hormus. Das reduziert das Risiko eines abrupten Angebotsausfalls und nimmt damit einen Teil der geopolitischen Risikoprämie aus dem Ölpreis.
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Oliver Kantimm, Bernecker-Redaktion
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