Studie: EZB-Zinssenkung wäre gutes Mittel gegen Zollschock
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Von Hans Bentzien
DOW JONES--Eine Leitzinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) wäre nach Aussage von EZB-Volkswirten ein gutes Mittel, um den wirtschaftlichen Folgen einer von Zöllen ausgelösten Schwäche des Außenhandels zu begegnen. "Wenn der Handel nach einer Zollerhöhung stärker zurückgeht als erwartet - eine Situation, die wir als "zollbedingte Handelsüberraschung" (Tariff-Related Trade Surprise, TTS) bezeichnen -, sinkt die Inflation im Euroraum und die Wirtschaftsaktivität schwächt sich mittelfristig ab. Unsere Ergebnisse deuten ... darauf hin, dass die Auswirkungen des Nachfragerückgangs aufgrund von US-Zöllen auf den Euroraum schwerer wiegen als inflationssteigernde Angebotseffekte", heißt es in der Studie.
Nach Aussage der Autoren sind die Hersteller von Vorleistungsgütern am unmittelbarsten von US-Einfuhrzöllen betroffen, während der Effekt bei Herstellern von Investitionsgsütern oder Pharmazeutika erst nach bis zu zwei Jahren eintritt. Die oben genannten Hersteller von Vorleistungsgütern seien aber auch diejenigen, die am stärksten auf Zinsänderungen reagierten.
"Das bedeutet, dass beispielsweise die Produktion im Maschinenbau nach einer TTS stark zurückgeht. Doch die Produktion in diesem Sektor weitet sich als Reaktion auf eine Lockerung der heimischen Geldpolitik auch besonders kräftig aus", erläutern die Ökonomen. Sie stellten fest, dass dieses Muster auf etwa 60 Prozent der von ihnen untersuchten Sektoren zutrifft - was rund 50 Prozent der gesamten durchschnittlichen Industrieproduktion im Euroraum und der gesamten Güterexporte in die USA entspreche.
"Das deutet darauf hin, dass die Geldpolitik ein wirksames Instrument bleibt, um der durch TTS induzierten Disinflation entgegenzuwirken und die Belastung durch höhere Handelsbarrieren abzufedern", lautet das Fazit.
Kontakt: hans.bentzien@dowjones.com
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