Kommentar
20:00 Uhr, 28.03.2026

Steigende Rohölpreise: Das passiert mit Bitcoin, wenn die Zinsen steigen

Die Zeiten günstigen Geldes scheinen vorbei. Jetzt preisen die Märkte sogar Zinserhöhungen ein – das belastet auch den Bitcoin-Kurs.

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Es war eine der auffälligsten Repricing-Bewegungen der vergangenen Jahre: In weniger als sechs Wochen wandelte sich die Erwartungshaltung der Finanzmärkte von zwei bis drei Zinssenkungen bis Ende 2026 hin zu einer realen Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen.

Die aktuelle Federal Funds Rate, also der geldpolitische Leitsatz, liegt bei 3,5 bis 3,75 Prozent, und die Fed beließ diesen Rahmen auf ihrer März-2026-Sitzung unverändert. Jetzt preisen die Futures-Märkte sogar eine Wahrscheinlichkeit von 52 Prozent für eine Erhöhung um 25 Basispunkte bis Jahresende ein. “The Big Print” kommt also erst mal nicht, was bedeutet das für Bitcoin?

Bitcoins Abhängigkeit von der Fed

Eine bearishe Erwartungshaltung der Märkte in Bezug auf die Federal Funds Rate wirkt sich negativ auf das aktuelle Preisniveau von Risikoassets wie Bitcoin aus, weil die Märkte die Möglichkeit einer Erhöhung bereits in die Gegenwart diskontieren. Steigende Zinserwartungen erhöhen die Opportunitätskosten des Haltens zinsfreier Assets wie Bitcoin.

Bitcoin (orange) und die Fed Funds Rate (blau) | Quelle: Onramp Capital

Die Energie-Inflation als Katalysator

Der unmittelbare Auslöser für das Repricing ist jedoch geopolitischer Natur. Die Lage in der Straße von Hormus und der daraus resultierende Energieversorgungsengpass treiben die Rohölpreise weiter nach oben. Am Montag dieser Woche passierten laut Bloomberg-Echtzeitdaten keine Öltanker mehr die Meerenge. Die dadurch steigenden Energiepreise schlagen direkt auf die Erzeugerpreise durch, das dürfte sich in der nächsten offiziellen Inflationsstatistik durchaus bemerkbar machen.

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Fed-Chef Powell selbst bezeichnete den Energiepreisschock allerdings als vorübergehend und verwies auf sinkende Güterpreise, was der Zentralbank wiederum einen gewissen Spielraum geben würde.

Steigende Leitzinsen sind schlecht für Bitcoin

Histroisch betrachtet sind die US-Zinsen und der Bitcoin-Kurs eng miteinander verknüpft. Der Leitzins stieg von 0,33 Prozent im April 2022 auf 5,33 Prozent im August 2023 – dem Höchstniveau im beobachteten Zeitraum. Dann folgten drei Zinssenkungen in Folge: September, Oktober und Dezember 2025, die den Leitzins auf das aktuelle Niveau von 3,50 bis 3,75 Prozent brachten, was immer noch relativ hoch ist.

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Historisch betrachtet korreliert Bitcoin negativ mit restriktiver Geldpolitik: Der Crash von 2022 (von rund 47.000 US-Dollar auf 16.000 US-Dollar) fiel exakt mit dem aggressivsten Zinserhöhungszyklus seit Jahrzehnten zusammen. Die Recovery 2023 begann, als die Fed das Ende restriktiver Geldpolititik in Aussicht stellte.

Rezessionsrisiko als doppelter Gegenwind

Steigende Energiepreise und straffere geldpolitische Erwartungen erhöhen außerdem bereits jetzt die Rezessionswahrscheinlichkeiten. Laut aktuellen Wettdaten von Kalshi liegt die Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession für das Jahr 2026 bei 37 Prozent.

Eine Rezession wird in den USA 2026 immer wahrscheinlicher | Quelle: Kalshi

Für Bitcoin ist das ein zweischneidiges Schwert: Rezessionen sind historisch schlecht für Risikoanlagen, gleichzeitig könnten sie die Fed zwingen, die Zinsen wieder zu senken, was mittelfristig positiv für Bitcoin wäre.

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