Siemens setzt auf industrielle KI – Markt reagiert zunächst euphorisch
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Die Siemens Aktie hat nach den Quartalszahlen vom 12. Februar zunächst einen kräftigen Satz nach oben gemacht. Ausgehend von rund 256 Euro am Vortag zog der Titel am Berichtstag um fast 8 Prozent auf rund 276 Euro auf ein neues Allzeithoch an. Der Markt honorierte vor allem den angehobenen Ausblick und den Rückenwind durch industrielle KI, der sich in starkem Auftragseingang und hoher Nachfrage aus dem Rechenzentrumsumfeld zeigt. Doch die erste Euphorie hielt nicht lange: Am heutigen Montagvormittag notiert das Papier bei etwa 244 Euro. Damit liegt Siemens mehr als 11 Prozent unter dem Hoch direkt nach der Veröffentlichung.
Siemens setzt noch konsequenter auf den Zyklus rund um industrielle KI und die ersten Signale sprechen dafür, dass die Strategie am Markt verfängt. Nach einem starken Start ins Geschäftsjahr hob der Konzern den Ausblick für das Ergebnis je Aktie vor Effekten aus der Kaufpreisallokation auf 10,70 bis 11,10 Euro an und hält zugleich an 6 bis 8 Prozent vergleichbarem Umsatzwachstum fest. Operativ untermauern die Zahlen den Optimismus: Der Auftragseingang stieg auf vergleichbarer Basis um 10 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro und das Ergebnis im industriellen Geschäft kletterte um 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro bei einer Marge von 15,6 Prozent. Der Auftragsbestand liegt bei 120 Milliarden Euro und liefert damit eine komfortable Visibilität.
Das Management verkauft KI dabei nicht als Bedrohung, sondern als Beschleuniger für Investitionsentscheidungen in der Realwirtschaft. Besonders deutlich wird das in der Infrastruktur rund um Rechenzentren: Siemens verweist auf ein Data Center Umsatzwachstum von rund 35 Prozent und Smart Infrastructure meldet Rekordaufträge, die vor allem durch große Data Center Projektgewinne in den USA getrieben wurden. Passend dazu legten die Aufträge der Sparte in den USA im Quartal um 54 Prozent zu. Auch Digital Industries sendet ermutigende Signale, in China stiegen die Erlöse um 14 Prozent und die Aufträge um 17 Prozent.
Die Wette auf mehr Softwareanteil bleibt zugleich ein heißes Thema. Siemens hat Dotmatics für einen Enterprise Value von 5,1 Milliarden US Dollar übernommen und Altair für rund 10 Milliarden US Dollar, was den strategischen Ausbau Richtung Simulation und datengetriebene Anwendungen unterstreicht. Im Quartal waren bereits Integrationskosten für Altair und Dotmatics sichtbar, parallel mahnt der Konzern erneut spürbare Währungsgegenwinde für nominales Wachstum und Profitabilität im laufenden Geschäftsjahr an. Zudem ist der Gewinn nach Steuern wie erwartet durch den Vorjahresvergleich verzerrt, damals hatte der Innomotics Verkauf das Ergebnis mit einem hohen Einmaleffekt gestützt.
Siemens AG Wochenchart
Betrachtungszeitraum: 13.02.2021– 13.02.2026. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle:tradingdesk.onemarkets.de
Charttechnisches Bild
Das langfristige charttechnische Bild bleibt positiv, da die Siemens‑Aktie weiterhin oberhalb ihrer zentralen gleitenden Durchschnitte notiert und damit den übergeordneten Aufwärtstrend bestätigt. In der kurzfristigen Betrachtung rückt nun der Bereich um 240 Euro als potenzielle Unterstützungszone in den Fokus. Diese Marke gewinnt an zusätzlicher Relevanz, weil sie sich sowohl aus den ehemaligen Hochpunkten aus Februar und Oktober 2025 ableiten lässt als auch als kurzfristiger Referenzbereich für den weiteren Kursverlauf dient. Zudem verläuft in diesem Bereich die 100‑Tage‑Linie (GD100), was die technische Bedeutung der Zone weiter stärkt. Ein erneuter Aufwärtsimpuls bleibt möglich – insbesondere dann, wenn die Aktie das bisher nur kurz erreichte Allzeithoch nachhaltig überwinden kann.
Tradingmöglichkeiten
Turbo Open End Bull auf Siemens AG
Quelle: onemarkets by UniCredit; Stand: 13.02.2026; 13:05 Uhr
Turbo Open End Bear auf Siemens AG
Quelle: onemarkets by UniCredit; Stand: 13.02.2026; 13:05 Uhr
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