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17:50 Uhr, 01.04.2026

Sektor-Analyse: Ein überraschender Kriegs-Profiteur

Im März hat es erneut eine weitere kräftige Rotation bei den Sektoren gegeben. Das war aufgrund des Iran-Kriegs auch nicht anders zu erwarten. Die Richtung war ebenfalls von Anfang an klar: nach unten. Weniger klar war, dass davon ein Sektor unerwartet profitiert.

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Im März wurde die Rangfolge der Sektoren nach meiner 3-Sektor-Strategie erneut ordentlich durcheinandergewirbelt. Nach dem Beginn des Iran-Kriegs durch die USA und Israel war dies allerdings auch nicht anders zu erwarten. Und die Änderungen – vor allem der Absturz mehrerer Sektoren – deutete sich in den Vorwochen schon an.

Der Iran-Krieg belastet – aber sein Ende könnte zur Erholungs-Rally führen!

Die Kursverluste im März bei fast allen Sektoren, Branchen und Industrien haben damit das überaus positive Bild vom Januar nahezu komplett gedreht: Damals liefen wieder – erstmals seit August 2024 – alle Sektoren in Aufwärtstrends.

Nun ist knapp die Hälfte der Sektoren in Abwärtstrends zurückgefallen:

Quelle: eigene Berechnungen mit Daten von infront

Das gab es zuletzt vor rund einem Jahr, als US-Präsident Trump seinen Handelskrieg massiv ausdehnte. Damals erholten sich die Kurse allerdings schnell, nachdem er wieder zurückruderte.

Ein schnelles Ende des Iran-Kriegs, könnte einen ähnlichen bullischen Umschwung bewirken; die Hoffnung darauf scheint an den Börsen noch nicht verflogen zu sein, wie die jüngsten Kursreaktionen zeigen.

Energie- und Versorgersektor vorn! Versorger?

Aber vorerst zeigt das Sektor-Ranking die zu erwartende Rotation: Die Öl- und Kraftstoffkrise katapultierte den Energiesektor ganz nach oben. Überraschend ist aber die Stärke der Versorger: Sie profitieren doppelt – zum einen von ihrem Ruf als defensive Werte, zum anderen ausgerechnet von den steigenden Preisen!

Denn während bei Kleinabnehmern (Privatkunden, kleine Firmen) oft fixe Verträge gelten, haben Großkunden in der Regel flexible Tarife. Je nach Versorger machen flexible Liefermengen bis zu 70 % aller Lieferungen aus. Damit besteht also für die Versorger ein starker Hebel für die sofortige Weitergabe der höheren Einkaufspreise! Aber nicht nur das.

Denn das gilt nicht nur für Öl und vor allem Gas, sondern auch für Strom! Dafür sorgt das Merit-Order-Prinzip: Dadurch steigt auch der Strompreis sofort, wenn Gas flächendeckend teurer wird: Denn der höchste Grenzkostenpreis der nach aufsteigenden Preisen geordneten Kraftwerkskapazität bestimmt – je nach aktueller Nachfrage – den konkreten Strompreis. Und wenn alle Gaskraftwerke ihren Strom plötzlich teurer anbieten (müssen), verschiebt sich die gesamte Angebotskurve hin zu höheren Preisen – der Strompreis steigt dann ebenfalls.

Warum die Versorger so stark sind

Versorger – die oft zugleich Händler sind – profitieren also davon. Und was ist mit ihren Kosten? Die steigen doch durch die höheren Energiepreise ebenfalls, gleicht das nicht den Preissteigerungseffekt aus? Nein, denn vielfach sind die Einkaufspreise selbst von den Versorgern gehedgt, also abgesichert. Dadurch wird ihr Kostenanstieg gemildert.

Da aber nie alle Einkaufsmengen gehedgt sind (wegen Risikoabwägung und Kosten), bleibt genug "teurer" Strom übrig, der dann – über Rückkopplung- und Arbitrageeffekte – auch auf anderen Märkten und in anderen Zeitfenstern die Preise erhöht.

Die Versorger sind also die überraschenden Profiteure der aktuellen Situation, und das gleich doppelt: Sie verdienen am gehedgten Teil ihrer Liefermenge überproportional, werden aber – weil alle anderen dasselbe tun – auch den ungehedgten Teil ohne Verlust los. Das ist ein wichtiger Grund für die aktuelle Stärke der Versorger, aber natürlich auch Motiv für die Börsianer, diese Aktien wieder fallen zu lassen, wenn sich die Preise normalisieren.

Erholung bei Grundstoffen, anhaltende Schwäche bei Konsumgütern

Darüber hinaus ist die Robustheit des Grundstoffsektors bemerkenswert, der zunächst wegen des Energiepreisanstiegs kräftige Verluste hinnehmen musste. Aber inzwischen preisen die Investoren offenbar auch hier ein, dass die Unternehmen steigende Preise weitergeben. Das gilt vor allem für die Chemiewerte, die sich zuletzt deutlich erholten (und damit auch den Sektor insgesamt stabilisierten).

Weiter zurückgefallen sind dagegen Tech-Werte und Co., zum Teil durch Sondereffekte (Gerichtsurteile gegen Meta bzw. YouTube/Alphabet). Schlusslicht bleiben langlebige Konsumgüter, natürlich wegen der wachsenden Inflationsgefahr.

PS: Hier findest Du Hintergründe zur erwähnten 3-Sektor-Strategie.

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  • masi123
    masi123

    In meinen Augen ist Inflation kein gutes Erfolgsmodell. Der Hedge funktioniert nur eine gewisse Zeit. Die langfristigen negativen Folgen auf die Wirtschaft und den Verbraucher allgemein wiegen in meine Augen deutlich schwerer.

    18:27 Uhr, 01.04.