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08:26 Uhr, 06.11.2026

Sandisk vs. Seagate: Welche Aktie ist nach dem Crash attraktiver?

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Der 5. November 2026 hat es für Anleger in sich: Technologie- und KI-Aktien geraten massiv unter Druck, viele Börsenlieblinge verlieren zweistellig. Besonders heftig erwischt es auch die beiden Speicherhersteller Sandisk und Seagate, deren Aktien zeitweise um rund 20 beziehungsweise 16 % einbrechen. Dabei könnte der wachsende Speicherbedarf durch künstliche Intelligenz und Rechenzentren beiden Unternehmen langfristig in die Karten spielen.

Doch ein heftiger Kursrutsch macht eine Aktie nicht automatisch zum Schnäppchen. Gerade die Speicherbranche ist für ihre starken Schwankungen bekannt, bei Nachfrage, Preisen und Gewinnen. Im neuen Goldesel-Aktienduell nehmen wir deshalb Sandisk vs. Seagate genauer unter die Lupe: Welcher Konzern ist besser aufgestellt, welche Aktie attraktiver bewertet und wo könnte sich nach dem Ausverkauf eine echte Einstiegschance ergeben?

Sandisk vs. Seagate im direkten Vergleich

Datenstand: 05.11.2026

Kennzahl Sandisk Seagate
Hauptsitz Milpitas, Kalifornien Singapur (Konzernsitz laut Datenanbieter; Rechtssitz Irland)
CEO David V. Goeckeler William David (Dave) Mosley
Geschäftsmodell Sandisk entwickelt und verkauft NAND-Flash-Speicher, vor allem SSDs, Speicherkarten und USB-Sticks, für Rechenzentren, PCs und Endkunden. Seagate stellt Festplatten (HDDs) her, vor allem Nearline-Laufwerke mit hoher Kapazität für Rechenzentren und Cloud-Anbieter.
Marktkapitalisierung 124,47 Milliarden USD 111,11 Milliarden USD
Kursentwicklung seit Jahresbeginn +266,84 % +76,38 %
EBIT (GJ 2026) 13,09 Milliarden USD 3,97 Milliarden USD
Free Cashflow (GJ 2026) 11,49 Milliarden USD 3,10 Milliarden USD
KGV (TTM) 6,60 24,56
Kursziel der Analysten (Ø) 2.168,80 USD 1.062,55 USD
Potenzial zum Kursziel +149,06 % +118,75 %

Die Angaben beziehen sich auf den Datenstand 05.11.2026; beide Aktien werden in USD verglichen, Geschäftsjahreszahlen und TTM-Kennzahlen können jedoch unterschiedliche Zeiträume abbilden.

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Geschäftsmodell und Strategie

Sandisk

Sandisk ist auf Flash-Speicher spezialisiert. Dazu gehören vor allem SSDs, aber auch Speicherkarten und USB-Sticks. Die Produkte kommen in Rechenzentren, Computern, Smartphones und vielen weiteren Geräten zum Einsatz. Damit ist Sandisk breiter aufgestellt, als es der aktuelle KI-Hype vermuten lässt. Allerdings hat das auch seine Schattenseiten: Schwächelt die Nachfrage oder fallen die Speicherpreise, kann sich das gleich in mehreren Geschäftsbereichen bemerkbar machen.

Besonders spannend ist derzeit das Geschäft mit SSDs für Rechenzentren. KI-Anwendungen benötigen nicht nur enorme Rechenleistung, sondern auch Speicher, der große Datenmengen möglichst schnell verfügbar macht. Davon könnte Sandisk profitieren. Entscheidend ist allerdings, ob das Unternehmen mit der steigenden Nachfrage auch mehr verdient. Denn die Speicherbranche ist berüchtigt für ihre Preisschwankungen: Wird zu viel produziert, können die Margen trotz steigender Verkaufszahlen unter Druck geraten.

Seagate

Seagate setzt dagegen vor allem auf klassische Festplatten (HDDs). Besonders wichtig sind dabei große Laufwerke für Rechenzentren, auf denen riesige Datenmengen vergleichsweise günstig gespeichert werden können. Anders als die schnellen SSDs von Sandisk geht es hier weniger um Geschwindigkeit als um möglichst viel Speicherplatz zu niedrigen Kosten. Und genau davon braucht es im KI-Zeitalter immer mehr: Schließlich müssen die gewaltigen Datenmengen nicht nur verarbeitet, sondern auch dauerhaft gespeichert werden.

Wie stark die Nachfrage ist, zeigen die jüngsten Quartalszahlen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 lieferte Seagate mit 198 Exabyte so viel Nearline-Speicherkapazität aus wie nie zuvor. Rund 90 % entfielen auf Rechenzentren. Besonders interessant: Ein Großteil der geplanten Nearline-Liefermengen ist nach Unternehmensangaben bereits bis 2028 vergeben. Das schafft Planungssicherheit, macht Seagate allerdings auch stark von den Investitionen großer Rechenzentrumsbetreiber abhängig. Sollten diese ihre Ausgaben zurückfahren, könnte das Unternehmen die Rückgänge nur schwer durch andere Kunden ausgleichen.

Wer hat die Nase vorn? Hier gibt es keinen klaren Sieger. Sandisk bedient mehr unterschiedliche Märkte, während Seagate mit der hohen Nachfrage aus Rechenzentren und bereits vereinbarten Liefermengen punktet. Beide Geschäftsmodelle haben ihre Stärken, aber auch unterschiedliche Risiken.

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SSDs und HDDs sind nicht einfach austauschbar

SSDs speichern Daten in Flash-Chips und eignen sich besonders für schnelle Zugriffe, während HDDs magnetische Datenträger für große Speichermengen nutzen. Rechenzentren können beide Technologien kombinieren, weshalb wachsende KI-Nutzung grundsätzlich sowohl Sandisk als auch Seagate zugutekommen kann.

Umsatz und Profitabilität

Der wichtigste Unterschied zwischen einer Speicherstory und einem tragfähigen Investment liegt in der Ertragsqualität. Umsatzwachstum allein schützt nicht vor einem Abschwung, wenn bessere Verkaufspreise oder eine außergewöhnlich starke Auslastung den Gewinn vorübergehend nach oben treiben. Deshalb betrachten wir neben Umsatz und EBIT auch den Free Cashflow, ohne aus einem starken Geschäftsjahr automatisch dauerhaft hohe Erträge abzuleiten.

Sandisk

Sandisk hat ein außergewöhnlich starkes Geschäftsjahr 2026 hinter sich. Der Umsatz schoss um 175 % auf 20,25 Milliarden USD nach oben. Auch beim Gewinn ging es steil bergauf: Das operative Ergebnis (EBIT) erreichte 12,39 Milliarden USD, die operative Marge lag damit bei rund 61 %. Besonders die Nachfrage aus Rechenzentren und höhere Speicherpreise trieben das Geschäft an. Allerdings sollte man solche Zahlen nicht einfach in die Zukunft fortschreiben. Die Speicherbranche ist bekannt für ihre starken Schwankungen. Fallen die Preise wieder, können auch die Gewinnmargen schnell unter Druck geraten.

Beim Free Cashflow sieht es ebenfalls beeindruckend aus: 2026 erwirtschaftete Sandisk 11,49 Milliarden USD. Und der Aufschwung hält bislang an. Im jüngsten Quartal, dem ersten des Geschäftsjahres 2027, stieg der Umsatz auf 11,03 Milliarden USD. Das waren 23 % mehr als im Vorquartal und sogar 378 % mehr als ein Jahr zuvor. Der operative Gewinn erreichte 8,78 Milliarden USD, der Free Cashflow 6,31 Milliarden USD. Das zeigt, wie stark Sandisk derzeit von der Nachfrage und den hohen Speicherpreisen profitiert. Die große Frage bleibt, wie lange dieses außergewöhnliche Gewinnniveau anhalten kann.

Seagate

Auch Seagate hat ein starkes Geschäftsjahr 2026 hinter sich. Der Umsatz kletterte um 34 % auf 12,20 Milliarden USD. Das operative Ergebnis (EBIT) erreichte 3,97 Milliarden USD, die operative Marge lag bei knapp 33 %. Damit verdient Seagate ebenfalls ordentlich Geld, kommt an die beeindruckenden Zahlen von Sandisk allerdings nicht heran. Beim Free Cashflow stehen 3,10 Milliarden USD zu Buche. Der Konzern verfügt damit über erhebliche Mittel, um in neue Technologien zu investieren, Schulden abzubauen oder Geld an seine Aktionäre zurückzugeben.

Und die Geschäfte laufen offenbar weiter gut. Nach dem jüngsten Quartal zeigte sich Seagate zuversichtlich und stellte für das Dezemberquartal einen höheren Umsatz und ein steigendes bereinigtes Ergebnis in Aussicht. Besonders die große Nachfrage nach Festplatten für Rechenzentren und die bereits vereinbarten Liefermengen sprechen für weiteres Wachstum. Allerdings bleibt auch Seagate von den Schwankungen der Speicherbranche abhängig. Zudem müssen wir bei der finanziellen Stabilität genauer hinschauen: Ohne einen Vergleich der Verschuldung lässt sich noch nicht abschließend beurteilen, welcher Konzern für schwierigere Zeiten besser gerüstet ist.

Wer hat die Nase vorn? Bei Umsatz und Profitabilität liegt Sandisk deutlich vorn. Der Konzern wächst schneller, erzielt höhere operative Margen und erwirtschaftet wesentlich mehr Free Cashflow. Entscheidend wird allerdings sein, wie viel von dieser außergewöhnlichen Ertragskraft auch bei sinkenden Speicherpreisen übrig bleibt.

Bewertung: KGV, KUV und Co.

Das KGV setzt den Aktienkurs zum Gewinn ins Verhältnis, das KUV zur Umsatzbasis; beide Kennzahlen beschreiben den Preis, nicht automatisch die Qualität eines Unternehmens. Bei zyklischen Herstellern kann ein niedriges KGV gerade dann entstehen, wenn die Gewinne außergewöhnlich hoch sind. Der Kurssturz eröffnet deshalb nur dann eine überzeugende Einstiegsperspektive, wenn die verbleibende Bewertung auch bei weniger günstigen Branchenbedingungen tragfähig erscheint.

Sandisk

Auf den ersten Blick sieht Sandisk nach dem Kursrutsch ziemlich günstig aus. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei gerade einmal 6,60, das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) bei 4,30. Damit ist die Aktie nach beiden Kennzahlen günstiger bewertet als Seagate. Angesichts des starken Gewinnwachstums und der hohen Mittelzuflüsse klingt das zunächst nach einer interessanten Einstiegschance.

Allerdings gibt es einen Haken: Die Speicherbranche ist extrem zyklisch. Sandisk profitiert derzeit von hohen Speicherpreisen und außergewöhnlich starken Gewinnmargen. Sollten die Preise wieder sinken, könnten auch die Gewinne deutlich zurückgehen. Das vermeintlich niedrige KGV würde dann schnell steigen, selbst wenn sich der Aktienkurs überhaupt nicht bewegt. Entscheidend ist deshalb weniger, wie günstig Sandisk auf Basis der aktuellen Gewinne aussieht, sondern wie viel das Unternehmen auch in einer schwächeren Marktphase verdienen kann.

Seagate

Seagate ist dagegen deutlich teurer bewertet. Das KGV liegt bei 24,56, das KUV bei 8,04. Anleger bezahlen damit trotz des heftigen Kursrutsches wesentlich mehr für jeden Dollar Gewinn und Umsatz als bei Sandisk. Ein Grund dafür dürfte die vergleichsweise gute Planbarkeit des Geschäfts sein. Die hohe Nachfrage nach Festplatten für Rechenzentren und bereits vereinbarte Liefermengen bis 2028 geben Seagate Rückenwind.

Allerdings hat diese Sicherheit ihren Preis. Sollte der KI-Boom an Schwung verlieren oder sollten große Cloud-Anbieter ihre Investitionen zurückfahren, könnte Seagate gleich doppelt unter Druck geraten: durch schwächere Geschäftszahlen und eine sinkende Bewertung an der Börse. Denn bei einem KGV von knapp 25 sind bereits hohe Erwartungen eingepreist. Nur weil die Aktie kräftig gefallen ist, muss sie deshalb noch lange kein Schnäppchen sein.

Wer hat die Nase vorn? Bei der Bewertung liegt Sandisk klar vorn. Die Aktie ist gemessen an Umsatz und Gewinn erheblich günstiger. Allerdings sollten Anleger im Hinterkopf behalten, dass die aktuell außergewöhnlich hohen Gewinne nicht unbedingt dauerhaft zu halten sind.

Dividende und Aktienrückkäufe

Ausschüttungen sind für langfristige Anleger ein zusätzlicher Ertragsbaustein, ersetzen aber weder eine vernünftige Bewertung noch ein belastbares Geschäftsmodell. In einer kapitalintensiven, zyklischen Branche konkurrieren Dividenden und Rückkäufe mit Investitionen und finanziellen Reserven. Aus einem hohen Free Cashflow lässt sich deshalb nicht automatisch ableiten, welcher Betrag künftig bei den Aktionären ankommt.

Sandisk

Sandisk zahlt aktuell keine Dividende. Das überrascht kaum: Der Speicherhersteller ist erst seit Februar 2025 wieder eigenständig an der Börse und befindet sich mitten in einer Wachstumsphase. Statt regelmäßiger Ausschüttungen stehen Investitionen in das Geschäft im Vordergrund. Für Dividendenjäger ist die Aktie damit wenig interessant. Wer Sandisk kauft, setzt vor allem auf steigende Gewinne und langfristige Kursgewinne.

Seagate

Anders als Sandisk zahlt Seagate eine Dividende. Im Oktober erhöhte der Konzern seine Quartalsausschüttung um rund 3 % auf 0,76 USD je Aktie. Auf das Jahr gerechnet sind das 3,04 USD. Bei einer Dividendenrendite von lediglich 0,35 % dürfte die Ausschüttung für die meisten Anleger allerdings kaum ausschlaggebend sein. Auch bei Seagate stehen die Wachstumsaussichten und mögliche Kursgewinne klar im Vordergrund.

Wer hat die Nase vorn? Bei der Dividende liegt Seagate vorn, schließlich geht Sandisk komplett leer aus. Für unser Crash-Spezial spielt dieser Unterschied allerdings nur eine Nebenrolle. Viel wichtiger sind die Bewertung, die Ertragskraft und die Frage, welche Aktie nach dem Kursrutsch das größere Erholungspotenzial bietet.

Analysteneinschätzungen

Analystenurteile zeigen, wie professionelle Beobachter die Unternehmen einschätzen, sind aber weder eine Kursgarantie noch ein Ersatz für die eigene Prüfung. Gerade nach abrupten Kursverlusten können durchschnittliche Kursziele noch Einschätzungen enthalten, die vor dem jüngsten Ausverkauf entstanden sind.

Sandisk

Die Analysten trauen Sandisk nach dem heftigen Kursrutsch offenbar einiges zu. Der Konsens lautet „Kaufen“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 2.168,80 USD. Gegenüber dem aktuellen Aktienkurs entspricht das einem Aufwärtspotenzial von satten 149 %. Allerdings ist bei solchen Zahlen Vorsicht geboten: Gerade nach einem massiven Kurseinbruch brauchen Analysten häufig etwas Zeit, um ihre Kursziele anzupassen.

Der Optimismus kommt dennoch nicht von ungefähr. Sandisk wächst rasant, verdient derzeit hervorragend und profitiert von der hohen Nachfrage nach Speicherlösungen. Ob die Analysten mit ihren Erwartungen richtigliegen, hängt vor allem davon ab, wie lange der aktuelle Boom anhält.

Seagate

Bei Seagate lautet der Konsens Übergewichten, das mittlere Analystenkursziel liegt bei 1.062,55 USD mit einem ausgewiesenen Abstand von +118,75 %. Auch diese Werte spiegeln Analystenmeinungen wider und dürfen nicht als erwartbarer eigener Anlageertrag gelesen werden. Im Vergleich bleibt die Grundhaltung positiv, fällt aber weniger offensiv aus als der ausgewiesene Konsens für Sandisk.

Die jüngsten Einzelmeldungen zeigen außerdem ein differenzierteres Bild als das Durchschnittsziel: Summit Insights stufte Seagate im Oktober von Buy auf Hold ab und verwies auf einen schwächeren Branchenausblick für 2027. Ende Oktober und Anfang November senkten mehrere Analysten Kursziele trotz höherer Umsatz- und Gewinnschätzungen. Das ist ein wichtiger Zusammenhang, weil bessere operative Erwartungen und niedrigere faire Bewertungsmultiplikatoren gleichzeitig möglich sind.

Wer hat die Nase vorn? Sandisk: Der ausgewiesene Konsens und der größere Abstand zum mittleren Analystenkursziel sprechen für Sandisk, nicht für eine garantierte Rendite.

Weitere spannende Goldesel-Aktienduelle

Chartanalyse

Sandisk Aktie Chartanalyse – die Zone naht.

Sandisk Aktie Chartanalyse – Tageschart – November 2026

Die Aktie von Sandisk steuert stark auf eine Zone zwischen 692 und 780 USD zu. Eine positive Reaktion hier könnte für eine Rebound-Spekulation oder einen langfristig angelegten Einstieg genutzt werden. Der RSI ist mit 24,15 bereits überverkauft und unter der Zone liegt einiges an Volumen inklusive dem VPOC (Volume Point of Control – blaue Linie im Volumen). Der Abstand zur 200-Tage-Linie (SMA200) beträgt schon rund 35 %.

Seagate Aktie Chartanalyse – Unterstützung in Sicht

Seagate Aktie Chartanalyse – Tageschart – November 2026

Die Aktie von Seagate steht ebenfalls kurz vor einem markanten Unterstützungsbereich. Zwischen rund 430 und 460 USD liegen einige Hochs aus Februar und März 2026. Eine positive Reaktion an dieser Zone könnte eine spannende Rebound-Möglichkeit ergeben. Der RSI ist mit 24,79 schon überverkauft und der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt mittlerweile über 30 %.

Wer hat die Nase vorn? Unentschieden. Beide Aktien laufen direkt auf eine Unterstützungszone zu. Diese ist allerdings schon etwas älter. Bei Seagate scheint die Zone etwas stärker und klarer zu sein, dafür liegt bei Sandisk mehr Volumen unter der Zone. Einen wirklichen Sieger gibt es charttechnisch in diesem Duell daher nicht.

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Chancen und Risiken

Sandisk

Chancen

  • KI-Boom: Der Ausbau von Rechenzentren und die steigende Nachfrage nach schnellen SSDs könnten Sandisk langfristig kräftiges Wachstum bescheren.
  • Steigende Speicherpreise: Höhere Preise für NAND-Flash-Speicher verbessern die Margen. Bleibt das Angebot knapp, könnte Sandisk auch in den kommenden Quartalen hohe Gewinne erzielen.
  • Günstige Bewertung: Nach dem heftigen Kursrutsch wirkt die Aktie gemessen an den aktuellen Gewinnen attraktiv. Sollten diese auf hohem Niveau bleiben, könnte das erhebliches Erholungspotenzial bieten.

Risiken

  • Speicherzyklus: Die Branche ist für ihre starken Schwankungen bekannt. Steigende Produktionskapazitäten und fallende Speicherpreise könnten die derzeit außergewöhnlich hohen Margen schnell wieder schrumpfen lassen.
  • Nachfragerückgang: Sollte der KI-Boom nachlassen oder die Nachfrage nach PCs und Smartphones schwächeln, könnte Sandisk gleich in mehreren Geschäftsbereichen unter Druck geraten.
  • Hohe Erwartungen: Trotz des niedrigen KGV hängt die attraktive Bewertung stark von den aktuellen Rekordgewinnen ab. Gehen diese zurück, könnte die Aktie deutlich teurer sein, als sie heute aussieht.

Seagate

Chancen

  • Rechenzentren: Der wachsende Bedarf an großen und kostengünstigen Speicherkapazitäten spielt Seagate in die Karten. Besonders KI-Anwendungen dürften die Nachfrage nach Festplatten langfristig antreiben.
  • Planbare Nachfrage: Ein Großteil der Nearline-Liefermengen ist nach Unternehmensangaben bereits bis 2028 vergeben. Das schafft eine vergleichsweise gute Grundlage für die weitere Geschäftsentwicklung.
  • Neue Technologien: Mit Festplatten höherer Speicherdichte kann Seagate seinen Kunden mehr Kapazität pro Laufwerk bieten. Das könnte die Wettbewerbsposition stärken und die Profitabilität verbessern.

Risiken

  • Hohe Bewertung: Mit einem KGV von knapp 25 ist Seagate trotz des Kurssturzes kein offensichtliches Schnäppchen. Enttäuschungen bei Umsatz oder Gewinn könnten weitere Kursverluste auslösen.
  • Abhängigkeit von Großkunden: Das Geschäft hängt stark von den Investitionen großer Cloud- und Rechenzentrumsbetreiber ab. Werden Projekte verschoben, könnte Seagate die Auswirkungen deutlich spüren.
  • Preisdruck: Auch der Festplattenmarkt ist zyklisch. Neue Kapazitäten, schwächere Nachfrage oder ein verschärfter Wettbewerb könnten die Preise und Margen belasten.

Wer hat die Nase vorn? Beim Chancen-Risiko-Verhältnis liegt Seagate knapp vorn. Die bereits vereinbarten Liefermengen sorgen für eine bessere Planbarkeit des Geschäfts. Sandisk bietet zwar das größere Potenzial bei anhaltend hohen Speicherpreisen, ist aber auch stärker davon abhängig, dass die außergewöhnlich hohen Gewinne nicht wieder einbrechen.

Fazit: Sandisk oder Seagate?

Nach den heftigen Kursverlusten stellt sich bei beiden Speicheraktien die Frage, ob die Börse inzwischen übertreibt. Denn am grundsätzlichen Wachstumstreiber hat sich wenig geändert: KI-Anwendungen und Rechenzentren benötigen immer größere Speicherkapazitäten. Davon können sowohl Sandisk als auch Seagate profitieren. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den beiden Unternehmen beträchtlich.

Sandisk beeindruckt mit seinem rasanten Wachstum, hohen Gewinnmargen und einer deutlich niedrigeren Bewertung. Seagate kann dagegen mit einer besser planbaren Nachfrage im Rechenzentrumsgeschäft punkten. Die bereits vereinbarten Liefermengen bis 2028 geben dem Unternehmen zusätzliche Sicherheit. Dafür bezahlen Anleger allerdings auch einen kräftigen Aufschlag.

Wer hat die Nase vorn?

Kategorie Gewinner
Geschäftsmodell und Strategie Unentschieden
Umsatz und Profitabilität Sandisk
Bewertung Sandisk
Dividende und Aktienrückkäufe Seagate
Analysten Sandisk
Chartanalyse Unentschieden
Chancen und Risiken Seagate

Unser Favorit ist Sandisk. Die Aktie bietet nach dem Kursrutsch das aus unserer Sicht interessantere Verhältnis zwischen Bewertung und Wachstumspotenzial. Gerade die niedrigen Gewinnmultiplikatoren machen Sandisk spannend. Allerdings hat die Sache einen Haken: Die außergewöhnlich hohen Margen dürften kaum dauerhaft auf diesem Niveau bleiben. Sollten die Speicherpreise wieder deutlich fallen, könnte das vermeintliche Schnäppchen schnell weniger attraktiv aussehen.

Seagate ist deshalb keineswegs die schlechtere Wahl. Wer vor allem auf eine besser absehbare Nachfrage im Rechenzentrumsgeschäft setzt, findet hier gute Argumente. Für uns überwiegen bei Sandisk derzeit jedoch die Chancen. Ein Einstieg bleibt trotzdem eine Wette auf einen anhaltend starken Speichermarkt – und nicht einfach auf eine schnelle Erholung nach dem Crash.

Haftungsausschluss & Transparenz

Risiko- und Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung sowie keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Investitionen in Aktien sind mit erheblichen Risiken verbunden. Insbesondere bei stark schwankenden Technologieaktien können hohe Kursverluste bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals entstehen. Vergangene Kursentwicklungen, Analystenprognosen und die dargestellten Einschätzungen sind keine Garantie für zukünftige Erträge. Anleger sollten vor einer Investitionsentscheidung eigene Recherchen durchführen.

Transparenzhinweis: Der Autor ist weder in Sandisk noch in Seagate investiert. Die dargestellten Einschätzungen spiegeln seine persönliche Meinung wider.